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Daumen hoch für den kostenlosen Shuttle: Organisator Ronny Grubart (links) und RVO-Chef Ralf Kreutzer präsentieren den Volksfestbus, der von Freitag bis Sonntag auf zwei Linien unterwegs sein wird.

Auftakt am Donnerstagabend

Volksfest auf Wiesn-Niveau

Schongau - Am Donnerstagabend beginnt das 156. Volksfest in Schongau. Wetteraussichten, Programm, vor allem aber Phenix, neuer Festwirt und kostenloser Shuttle sollen die Wiedergeburt 2015 in den Schatten stellen.

Max Diegruber ist erst 25 Jahre alt. Und damit der wohl jüngste Volksfest-Wirt aller Zeiten. Doch er versteht sein Handwerk. „Es ist ja nicht das erste Mal, dass ich bei großen Veranstaltungen aktiv bin“, sagt er selbstbewusst. Beim Schongauer Sommer zum Beispiel machte er Bühne plus eigenen Essensstand. „Da sind ähnlich viele Essen rausgegangen wie bei einem Volksfest dieser Größenordnung“, meint er. Dennoch lastet ein großer Druck auf ihm, weil der Festwirt 2015 (aus Straubing) total versagt hatte. Das sieht Diegruber nicht anders. „Deko? Hat es letztes Jahr in meinen Augen gar keine gegeben. Personal? Viel zu wenig.“

Heuer bietet das Festzelt 1200 statt 800 Sitzplätze. Dafür steht Diegruber ein kompetentes Team von 20 bis 25 Leuten zur Verfügung – mehr als doppelt so viele als 2015. Und auch in Sachen Dekoration lässt sich Diegruber nicht lumpen: „Allein der Holzboden in Zelt und Biergarten macht schon viel her.“ An die Decke kommen klassische Banner in weiß und blau, dazu reichlich Grünzeug – ein Bierzelt-Ambiente, wie es der Bayer kennt und liebt. Fehlt also nur noch a frische Maß Bier und a gscheid’s Essen.

Jeden Tag Händl und Schweinsbraten - aber keine Pommes!?

„Händl und Schweinsbraten gibt es täglich“, sagt Diegruber. Ansonsten gestalte er die Speisekarte „total flexibel“. Je nach Wetter und Andrang wird entschieden, ob Rahmschwammerl-Knödel, als Beispiel, gemacht werden oder nicht. Definitiv nicht auf der Karte – wie in seiner Blauen Traube auch: Pommes! „Dort unten haben wir das Problem mit dem Dunstabzug natürlich nicht, aber Pommes müssen frisch und knackig sein, das kann man bei einer Massenveranstaltung nicht garantieren.“ Wenngleich er an einem Nachmittag tatsächlich von seiner Anti-PommesSchiene weichen wird: „Am Kindernachmittag.“

Zur Beruhigung: Pommes gibt es auf dem Schongauer Volksfest trotzdem – auf der anderen Seite des Festgeländes im etwas beschaulicheren Weinzelt. Zwischen den beiden Zelten haben sich bereits jede Menge Fahrgeschäfte und Buden aufgereiht. Als „absoluten Kracher“ bezeichnet Organisator Ronny Grubart den „Phenix“, der bis zu 16 Leute, verteilt auf zwei Achter-Achsen, durch die Luft wirbelt – das hat tatsächlich Oktoberfest-Niveau.

Kostenloser Shuttle-Bus nach Peiting, Altenstadt und Hohenfurch

Zu den weiteren Highlights zählt neben einem Musik-Feuerwerk, das heuer noch größer sein wird als 2015, ein kostenloser Volksfest-Shuttle von RVO. Der 70-Mann-Bus klappert zwischen Freitag und Sonntag bis in die späten Abendstunden (letzte Abfahrt ist um 22.30 Uhr) insgesamt 32 Haltestellen in den Orten Altenstadt, Hohenfurch (eine eigene Linie) und Peiting (die andere Linie) ab. Der konkrete Fahrplan hängt bereits an den Haltestellen aus und ist im Netz auf www.schongauer-volksfest.de abrufbar.

Am Festumzug dürfen alle Teilnehmen - auch Flüchtlinge

Einen Wermutstropfen hat Grubart trotzdem zu beklagen: Die schwache Beteiligung der Schongauer Vereine. Speziell Schongau belebt habe sich intensiv darum bemüht, die Vereine ins Boot zu holen. „Mein großer Wunsch ist, dass sich die Schongauer Vereine beim Umzug beteiligen“, sagt Grubart. Zusagen gab es bislang nur eine halbscharige – die der Boxer. „Warum das so ist, kann ich mir nicht erklären“, sagt Grubart. Vielleicht liege es einfach daran, dass ich als Organisator kein Schongauer bin. Doch noch ist der Auftakt nicht gemacht. „Alle, die am Donnerstagabend sich um 18 Uhr auf dem Marienplatz versammeln, sind herzlich eingeladen, sich ganz spontan und ohne Marschordnung dem Festzug anzuschließen“, betont Grubart. Das gelte auch für Asylbewerber.

Thema Sicherheit: Fast doppelt so viele Securities

Apropos Flüchtlinge. Nach den sexuellen Belästigungen auf dem Schongauer Sommer sowie zahlreichen Terroranschlägen in größeren europäischen Städten spielt auch im beschaulichen Schongau die Sicherheitsfrage eine immer größer werdende Rolle. Doch Grubart relativiert: „Ich bin auf 25 Volksfesten im Jahr, es hat mit Asylbewerbern bislang überhaupt keine Probleme gegeben.“ Trotzdem werden heuer mehr Sicherheitskräfte im Einsatz sein: Acht statt fünf Securities an den Eingängen von Zelt und Gelände sowie zusätzliche Ordner, die den Besuchern als Ansprechpartner bei möglichen Problemen helfen sollen. Einen Zaun rund um das Festgelände wird es definitiv nicht geben.

Aufruf von Vize-Bürgermeister Kalbitzer

Schongaus Vize-Bürgermeister Tobias Kalbitzer sucht noch dringend Vierer-Teams für die Bayerische Olympiade, die im Rahmen des Schongauer Volksfestes am Sonntagnachmittag um 16.30 Uhr im Bierzelt stattfindet. Bislang haben sich nur zwei Teams gemeldet. Für einen fairen Wettkampf sind jedoch mindestens vier Mannschaften erforderlich. Eine Anmeldung ist auch kurzfristig möglich unter E-Mail bayerische.olympiade.schongau@gmail.com. Auf geht's!

Das Festprogramm im Internet

Das komplette Festprogramm sowie alle weiterein Infos rund um das 156. Schongauer Volksfest gibt's im Internet auf www.schongauer-volksfest.de.

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