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Fürs Babyschwimmen gibt es im Scjhongauer land kaum mehr Möglichkeiten.

Keine passenden Badeorte

Babyschwimmen: Kaum mehr Kurse für Babys und Mamas

Schongau - Babyschwimmen, Wassergymnastik für Schwangere: Vermeintlich exotische Trends sind längst ein fester Bestandteil der Hebammen-Versorgung. In der Region Schongau dreht sich das Rad leider rückwärts – solche Kurse können hier mangels passender Badeorte nicht mehr angeboten werden.

Nicht einmal zwei Jahre ist es her: Da konnten die Babys aus dem Schongauer Land noch munter zu Kinderliedern an Mamas Arm planschen, unter Anleitung der Hebamme den ersten Tauchversuch machen. Und die Schwangeren konnten sich mit der passenden Wasser-Gymnastik ein Stückchen Fitness für die Kugel-Zeit holen. Das ist längst vorbei. Kurse sind inzwischen Mangelware. Anbieter gäbe es bei den vielen engagierten Hebammen wahrlich genug. Allein die fehlenden Planschbecken sind das Problem.

Die vorletzte Baby-Schwimmen-Bastion im Schongauer Raum ist mit dem Brand in der Rigi Rutschn in Peißenberg gefallen. Jahrelang hat das Team der Peitinger Hebammenpraxis Kurse in dem Bad angeboten. Mangels Alternativ-Badeort sind die seit letztem Jahr ersatzlos gestrichen. 16 Kurse mit jeweils zehn Mamas und Babys haben Petra Schuster und ihre Kolleginnen davor jährlich gewuppt.

Fahrten bis nach Oberammergau und Schwangau

Die Kurse waren voll. „Babyschwimmen boomt“, sagt Schuster. Die Nachfragen in ihrer Praxis sind enorm. Einen anderen geeigneten Kurs-ort gibt es leider nicht, „in Schongau ist das Wasser zu kalt. Wir schicken deshalb alle weiter.“ Bis nach Oberammergau und Schwangau, wo Kurse angeboten werden – die jetzt natürlich übervoll sind. Oder zur Schongauer Hebamme Maria Weiß – die letzte im Schongauer Land, die derzeit noch Badespaß für die Kleinsten anbieten kann – ihre Kurse finden in Bad Bayersoien statt.

„Das Interesse ist in den letzten Jahren in etwa gleich, ich kann den Bedarf decken und muss niemanden abweisen“, sagt Weiß. Sie vermutet: Das vermeintlich höhere Interesse an diesen Kursen resultiere eher aus der zunehmenden Zahl von Anbietern. „Diese Entwicklung sehe ich im nachlassenden Interesse der Hebammen an den Kernaufgaben unseres Berufes.“ Dringender Bedarf bestünde deshalb zunehmend für Hausgeburten und Klinikgeburten in einer Eins-zu-Eins-Betreuung, sowie die Wochenbettnachsorge zu Hause.

Dies alles bieten auch die Schongauer Hebammen, bei denen Birgit Schmid im Team arbeitet. Auch sie hat bis vor zwei Jahren Wassergymnastik für Schwangere angeboten. Bis das Therapie-Becken im Keller des Schongauer Krankenhauses platt gemacht worden ist. „Die Nachfrage ist riesig, die Kurse waren ja auch immer voll“, sagt sie, sind das ganze Jahr durchgelaufen. Sechs Kurstage à zehn Frauen. Und dann plötzlich nichts mehr. Überall hat Schmid nach alternativen Schwimmbecken gesucht. Nichts gefunden. Denn auch sie sagt: Das Plantsch scheidet aus. Wegen der kühlen Wassertemperatur und in Ermangelung von Privatsphäre. Schwangere in Badesachen möchten nicht unbedingt mitten im vollen Betrieb im Wasser hoppeln.

Therapiebecken im Krankenhaus nicht rentabel

Ebenso sieht es Hebamme Claudia Albrecht aus Schwabsoien. Sie hat viele Jahre die Babyschwimmen-Kurse im Therapiebecken des Krankenhauses geleitet. Das Schongauer Plantsch, sagt sie, kommt wegen zu kalter Raumtemperaturen nicht in Frage. „Das kleine Bad im Krankenhaus war ideal.“ Klein, abgeschlossen, warm, tolle Wasserqualität. „Das Babyschwimmen war ein Magnet fürs Schongauer Krankenhaus“, kann sie eine Schließung aus rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten nicht nachvollziehen.

Tatsächlich hatte man bei der Krankenhaus GmbH das Becken vor zwei Jahren geschlossen und die Räume zur Bettenreinigung umgebaut. „Die Nutzung war sehr gering“, sagt Krankenhaus-Sprecherin Isa Berndt auf Anfrage. Die Sache ist Geschichte.

Und auch Claudia Albrecht hat inzwischen die Suche nach einem geeigneten Becken aufgegeben. „Die Frauen sind traurig.“ Fahrten zu weiter entfernten Bädern würden sich oft nicht lohnen. „Die Babys sind nicht so lange im Wasser und die Anfahrt bis zum Bad mit Baby ist trotzdem lang.“

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