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Stolze und verdiente Sieger: Die Achtklässler der Mittelschule Steingaden mit Thomas Huber, Alina Schleich und Leah Reddig (r.). Daneben SN-Redaktionsleiter Boris Forstner, der die Fragen gestellt hatte.

SN-Aktion

Dank lebendem Zeitungsarchiv: Mittelschule Steingaden siegt bei Heimat-Profis

Schongau - Sie sind die Heimatprofis: Thomas Huber, Alina Schleich und Leah Reddig haben für die Mittelschule Steingaden den Wanderpokal des Schongauer Nachrichten-Heimat-Quiz abgeräumt. Joker im Team: Achtklässler Thomas Huber, der fast alles wusste. Da konnten selbst die Lehrer neidisch werden.

Wie viele Mitglieder hat der Landesbund für Vogelschutz im Landkreis Weilheim-Schongau? Bei Günther Jauch wäre das quasi die Millionen-Frage gewesen. Beim Heimat-Profi-Quiz der Schongauer Nachrichten brachte die Antwort darauf – nämlich 2500 – die Mittelschule Steingaden zum Sieg. Bei der exakt 100. Frage, die SN-Redaktionsleiter Boris Forstner an diesem Abend auf der Bühne an Teams von sechs Schulen, bestehend aus insgesamt 17 Schülern, gestellt hatte.

Die Nase von Beginn an vorn: das Trio aus Steingaden. Das hatte sich auf der Bühne des Schongauer Jakob-Pfeiffer-Hauses gegen die Mannschaften von fünf achten Klassen der anderen Schulen durchgesetzt. Für die vergleichsweise kleine Mittelschule aus dem Welfendorf heißt das in Anbetracht des Sieges auch gegen die drei großen Schongauer Schulen: David schlägt Goliath. Was für ein Erfolg! Jubelstürme aus den Fan-Reihen, Lehrer und Schüler dürfen sich freuen – unter anderem auch über einen Ausflug in die Münchner Bavaria-Filmstudios für die ganze Klasse.

Große Unterstützung der Zuschauer

Ob das tatsächlich der Anreiz für die Schüler war, wochenlang aufmerksam die Heimatzeitung zu lesen und die Nachrichten aus dem Lokalen zu durchforsten? Fest steht: Die Schüler der drei Schongauer Schulen (Gymnasium, Realschule, Mittelschule), der Mittelschulen Peiting, Rott und Steingaden haben sich auf der Bühne wacker geschlagen. Moralisch, seelisch und lauthals unterstützt von ihren Klassenkameraden und Lehrern.

Halb-professionelle Unterstützung bekam das Männer-Trio der Realschule Schongau gar von ihren Kumpels: Die hatten bunte Plakate gebastelt, die immer wieder zum Einsatz kamen. „Wer lesen kann, ist klar im Vorteil“, war darauf zu lesen. Wie wahr. Denn tatsächlich glänzten die 13- und 14-jährigen Schüler mit Heimat-Wissen, wie es nur eine echte Heimatzeitung bieten kann. Oder wissen Sie eben zufällig, was kürzlich in Schwabbruck per Tieflader versetzt worden ist? (Eine Kapelle). Oder etwa, welche Sandsackfüllanlagen während des Hochwassers in Betrieb waren? (Altenstadt und Peiting). Eben: Zeitunglesen ist eben die halbe Miete.

"Bei uns wird in der früh Zeitung gelesen"

Das stellte an diesem Donnerstagabend besonders eindrucksvoll Thomas Huber aus Deutensee bei einer regelrechten „One-Man-Show“ unter Beweis. Schon in der ersten Runde wurde der Achtklässler zum „Angstgegner“ für die anderen Mannschaften. Tatsächlich schon fast beängstigend: so viel Heimatwissen in dem Kopf eines so jungen Menschen. Wie geht denn das? „Bei uns wird in der Früh Zeitung gelesen“, verrät Mama Monika, die in den Zuschauerreihen mitgefiebert hat.

Ja, so ein Quiz auf der Bühne, das kann schon ganz schön aufregend sein. „Ich hab so Angst g’habt“, kreischt eine der Schülerinnen in der ersten Reihe. Und auch beim betont coolen Realschul-Männer-Trio lässt sich die innere Aufregung eben nicht ganz unterdrücken. Die Hand über dem Buzzer zittert unmerklich. Wer drückt zuerst? Wer weiß die richtige Antwort?

Der Buzzer musste viel aushalten

Da kann einem die Faust auch schon mal ein wenig ausrutschen bei so viel Aufregung. Die Mittelschule Peiting beispielsweise beeindruckt nicht nur durch ihr Wissen, sondern auch ihre Schlagfertigkeit beim Buzzer-Hauen. Die Tischplatte hat es überlebt. Und alle Schüler auch.

Was haben also alle an diesem Abend mitgenommen? Die Information, dass die Abkürzung für die „Straßenausbaubeitragssatzung“ tatsächlich „Strabs“ heißt (große Augen, viele Fragezeichen). Die Erkenntnis, dass Zeitunglesen auch richtig Spaß machen und einem einen Wissens-Vorsprung bringen kann. Und einen Wanderpokal. Den hat allerdings tatsächlich nur die Mittelschule Steingaden mitgenommen, wo er hoffentlich einen Ehrenplatz bekommt. Allerdings nur für ein Jahr. Denn, wie es der Begriff „Wanderpokal“ schon sagt, soll die Trophäe im kommenden Jahr weiterwandern. Zu den Heimatprofis 2017. Also, liebe Schüler, aufgepasst: Am besten schon anfangen mit dem Zeitunglesen.

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