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Natürlich gab es beim Ehrenabend in Schongau für die Feuerwehrler auch Ehrungen für langjährigen Dienst.

Feuerwehr

Ehrenabend für das Ruhekissen der Bevölkerung in Schongau

Schongau - In manchen Gemeinden werden Menschen per Losverfahren zum „freiwilligen“ Feuerwehrdienst abkommandiert, weil es dort keine Feuerwehr gibt. Umso glücklicher können sich die Schongauer schätzen, dass sie seit nunmehr 150 Jahren eine aktive Truppe haben, die diesen Dienst für die Bürgerschaft verrichtet.

Grund genug für die Stadt Schongau, einen Festabend für die Feuerwehr im Jakob-Pfeiffer-Haus auszurichten. Geladen waren alle aktiven Frauen und Männer der Schongauer Wehr, aber auch die des Patenvereins Peiting, Stadträte, Honoratioren und Vereinsvorstände.

„Wer das Feuer bewacht und vor ihm schützt, der schützt das Leben“, betonte Schirmherr und Gastgeber Falk Sluyterman die Wichtigkeit dieses freiwilligen Dienstes. „Unser aller Dank kann nicht groß genug ausfallen für Eure Bereitschaft, unser Leben und unser Hab und Gut zu schützen. Das ist nicht selbstverständlich und verdient höchste Würdigung und Anerkennung. Eure Bereitschaft ist unser Ruhekissen.“

Um diese weiß auch der Kreisbrandrat. Doch wie aktuell die Ausführungen von Rüdiger Sobotta schon am nächsten Morgen sein sollten, wussten die Gäste an diesem Abend noch nicht. „Wir sind nicht immer die fire-heroes, uns ist es auch nicht egal, ob irgendwo eine Tiefgarage absäuft“, weiß dieser um die unbedingte Bereitschaft zum Helfen seiner Kameraden – wie am Tag darauf in Polling. „Manche muss man förmlich zwingen, nach stundenlangem Dienst eine Pause zu machen.“

Wie sich die Arbeit der Feuerwehr und vor allem die Gerätschaften im Laufe der Jahre entwickelt haben, darüber gaben Hubert Wasl, Vorsitzender des Feuerwehrvereins, und Kommandant Werner Berchtold einen kurzen Überblick. Wurde in den Gründungsjahren noch Wasser mit Eimern aus den damals fünf Löschbrunnen geschöpft und zum Brandherd getragen, konnten sich die Floriansjünger nach ein paar Jahren über ihren ersten Schlauchwagen und die erste Schubleiter freuen, die ihnen die Arbeit erleichterten. In den 20er Jahren gab es die erste Motorspritze und in den 60er Jahren eine voll-hydraulische Drehleiter. 1972 kam noch ein Rüstwagen dazu, einer der ersten überhaupt in Deutschland.

„Oft ernten wir und auch die Stadt Unverständnis, wenn es um Neuanschaffungen für die Feuerwehr geht. Doch bitte bedenken Sie immer, dass diese neuen Geräte nicht für die Feuerwehr, sondern in erster Linie für die Bürger sind!“, stellte Berchtold klar.

Einen Dank der anderen Art hatte Marcus Graf im Gepäck, der mit seiner Stadtkapelle für die passende musikalische Umrahmung des Festabends sorgte: Das temperamentvolle und humoristische Stück „Der Feuerwehrtrompeter“, das Herbert Haseitl zum Besten gab. Stimmgewaltig waren auch wieder die 22 Feuerwehrmänner und eine Frau, die natürlich nochmal ihr „Wir sind die Feuerwehrkameraden“ vom Frühjahrskonzert unter großem Applaus sangen. „Ihr seid jetzt unser erster Feuerwehrchor, lernt noch ein bis zwei Lieder dazu, dann buche ich euch für sämtliche Veranstaltungen“, lobte Sobotta mit einem Augenzwinkern.

Doch nicht nur stimmlich ragen die Schongauer pünktlich zum Jubiläumsfest heraus: Ihre Festschrift und vor allem ihr Kalender sind ein wahrer Augenschmaus. Die ersten Exemplare überreichten Wasl und Berchtold an Falk Sluyterman und seine Frau Cordula, wobei sich der Bürgermeister nicht sicher war, ob er den Kalender „mit den vielen schönen starken Männern“ nicht doch lieber an einen Ehrenplatz in seinem Büro hängen wird.

Wer schon einen passenden Platz für das Schmuckstück hätte, der kann den Kalender ab sofort im Feuerwehrhaus, am Festsamstag im Ballenhaus und am Festsonntag im Festzelt erwerben. Dort ist auf beeindruckende Weise die Arbeit der fleißigen Männer und Frauen der Freiwilligen Feuerwehr in Bildern festgehalten, die getreu ihrem Motto „Gott zur Ehr, dem nächsten zur Wehr“, 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr ihren Dienst für die Bürgerschaft verrichten. Und das seit 150 Jahren. Der Kreisbrandrat brachte es auf den Punkt: „Wir sind stolz auf unsere älteste Feuerwehr!"

Christine Wölfle

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