Gaudi in der Schongauer Eishalle: Weil die Weiher ohne Eis sind, mieteten sich diese Tutzinger Familien privat für zwei Stunden die Schongauer Eishalle. foto: bse-pictures

Eishockey um jeden Preis

Schongau - Sie sind leidenschaftliche Eishockeyspieler, wollen im Winter am liebsten jede freie Minute in den Schlittschuhen verbringen.

Weil das in ihrem Heimatlandkreis Starnberg nicht möglich ist, hatte Florian Schotter die Idee: Privat mietete er das komplette Schongauer Eisstadion für zwei Stunden. Und ist damit kein Einzelfall.Im Winter ist Florian Schotter ganz in seinem Element. Eisige Temperaturen und unzähliges Schneeschaufeln machen ihm nichts aus. Hauptsache, er kann raus aufs Eis. Die Weiher und Seen rund um Tutzing (Landkreis Starnberg) sind seine Adresse. Zusammen mit befreundeten Vätern, Nachbarn und dem kompletten eishockeybegeisterten Nachwuchs trifft sich der 37-Jährige dort regelmäßig. „Den Winter schaut es bisher aber eher schlecht aus“, bedauert Schotter. Nirgends ist das Eis dick genug.

Als die Truppe das Warten endgültig satt hatte, kam Florian Schotter die Idee: „Warum nicht ein komplettes Eisstadion mieten?“ Weil es im ganzen Landkreis Starnberg aber keins gibt, fragte der Tutzinger spontan in Schongau und Peiting an. „Das Peitinger Stadion war allerdings belegt“, erzählt Schotter weiter. Dass das vergangenen Samstag keine Besonderheit war, weiß der Ansprechpartner für die Stadionbelegung in Peiting, Andreas Hebelt. „Wir vermieten die Halle gerne an Privatpersonen, sind aber ohnehin meistens ausgebucht.“ Besonders Hobbymannschaften rennen ihm die Türen ein. Trotzdem: Nachfragen kostet nichts. „Ist die Eisfläche nicht besetzt, kann sie natürlich von jedem gemietet werden“, versichert Hebelt.

Genauso ist es auch in Schongau. Mit einem Vorteil: Vergangenen Samstag war das Stadion dort frei. „Nicht lange“, fügt Schotter lachend hinzu. Als er das am Telefon erfahren hat, änderte er das sofort. Die Türen sollten zwischen 10.30 und 12.30 Uhr geschlossen bleiben. Nur er und seine Mitspieler hatten Zutritt.

Das Finanzielle war ihnen dabei erstmal egal, die Gruppe hatte nur noch eines im Kopf: Eishockeyspielen. Ohnehin stellt sich schnell heraus, dass die Kosten erschwinglich sind. Rund 240 Euro Miete hat das Schongauer Stadion gekostet, verrät Schotter. „Das ist pro Mann auch nicht mehr als bei einem Ausflug ins Schwimmbad.“ Gelohnt hat es sich allemal. Zwei Stunden ungestört Eishockeyspielen? Das ist genau nach Schotters Geschmack.

Dass er damit nicht alleine ist, weiß Udo Mewes. Weil er als technischer Leiter der EA -Schongau auch für die Hallenplanung verantwortlich ist, hat er solche Mietanträge schon öfter angenommen. „Hin und wieder kommt es sogar vor, dass nur zwei Leute das Stadion für sich alleine haben wollen und mieten“, erinnert er sich. Natürlich ist Mewes froh um zusätzliche Einnahmen.

Zu denen will Florian Schotter mit seinen Hobbyspielern ab sofort öfter beitragen. Die Halle hat er bereits ein weiteres Mal gemietet. Am 16. Februar geht das Eishockeyspiel in eine neue Runde. Vielleicht sind bis dahin auch die Weiher und Seen um Tutzing zugefroren. Doch das ist egal. „Im eigenen Stadion ist es etwas besonderes“, findet Schotter. Und auf den Seen kann er ja trotzdem spielen. Genug bekommt er davon ohnehin nie.

Franziska Bär

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