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Der große Moment: Bürgermeister Falk Sluyterman schneidet das rote Eröffnungsband durch. Links daneben Vize-Bürgermeister Tobias Kalbitzer, rechts Jugendreferentin Mona Maucher und die ehemalige Jugendreferentin Ilona Böse, die treibende Kraft des Projekts war.

Eröffnung in Schongau

Bike-Park soll Jugend aus virtuellen Welten locken

Schongau – Bei Traumwetter zückte Bürgermeister Falk Sluyterman am Donnerstagnachmittag die Schere an der Schärflshalde, um symbolträchtig ein rotes Band durchzuschneiden. Geschafft: Der Schongauer Bike-Park ist offiziell eröffnet.

Eine Mutter mit Kinderwagen, Mädchen mit Laufrädern, perfekt ausgerüstete Jugendliche, viele Stadträte und weitere neugierige Bürger ließen sich die Eröffnung nicht entgehen. „Jetzt hoffe ich, dass der Park gut angenommen wird“, so Sluyterman, der bei seiner kurzen Ansprache auf die Projektanfänge zurückblickte. 2012 wurde das Kapitel Bike-Park eröffnet. Damals verkaufte die Stadt den Bolzplatz an der Marktoberdorfer Straße. Der Erlös sollte der Jugend zugute kommen. Ein erstes Konzept wurde ein Jahr später vorgestellt. Bürger, Vereine, Schulen, Geschäftsleute – alle wurden im Oktober 2013 nach ihrer Meinung gefragt. Und fast alle waren begeistert vom Bike-Park-Plan. Das hat sich bis Donnerstagnachmittag nicht geändert.

Trotzdem musste Sluyterman einen kritischen Punkt ansprechen. Thema Sicherheit. „Es handelt sich ganz klar um eine Gefahrenanlage. Deshalb ist es ganz wichtig, dass sich alle an die Regeln halten, dann kann im Grunde nichts passieren.“ Er und alle anderen Vertreter der Stadt, speziell Tiefbauchef Martin Blockhaus, „der sich für dieses Projekt richtig reingehängt hat“, wünschen eine unfallfreie Zeit – so wie bei den Bauarbeiten.

Bauzeit hat sich erheblich verlängert

Bike-Park-Spatenstich war am 4. April 2016. Die vorgesehene Bauzeit von acht Wochen konnte wegen des vielen Regens allerdings nicht eingehalten werden. Erst als die Schärflshalde abgetrocknet war, konnte der Streckenbau fortgesetzt werden. Humus wurde abgetragen, Dürrholz ausgeschnitten, Spezialsand angeliefert. Es wurde planiert, modelliert und verbaut. Und zwischen den Strecken Samen gestreut. „Hochwertiger Samen“, wie es bei der Stadt heißt. Das farbenprächtige Meer aus Blumen dürfte erstmals im Frühjahr 2017 gen Himmel schießen.

Ob auch die draufgängerischen Jugendlichen an bunten Blumen interessiert sind? Wohl weniger. Während Sluytermans Rede schossen die ersten Biker die Profi-Strecken hinunter. Selbst der Laie erkennt sofort, dass diese Burschen geübt sind. Einer davon ist Edgar Ammann, 14, extra aus Peiting gekommen. Mit seinem vollgefederten Specialized überspringt er die Wellen, als gäbe es nichts Schöneres auf dieser Welt. Schon öfter gemacht? „Ja“, sagt er mit breitem Grinsen. „Ich war meistens in Oberammergau.“ Der Bike-Park im Passions-Ort bietet unter anderem meterhohe Rampen mitten im Wald. Großen Spaß macht ihm der deutlich humanere Bike-Park in Schongau trotzdem.

Schon der erste Andrang hat gezeigt, dass sich die rund 195 000 Euro Gesamtkosten rentiert haben. Und das im wahrsten Sinne. Weil in dieses Projekt die Bürger, allen voran die Jugend, so fleißig miteingebunden wurde, darf sich die Schongauer Verwaltung auf Fördergeld in Höhe von fast 50 Prozent freuen. Laut Leader-Koordinator Ethelbert Babl gibt es von der lokalen Aktionsgruppe Auerbergland Pfaffenwinmkel 97 500 Euro. Babl ist extra aus Kempten angereist, um bei der Park-Eröffnung dabei zu sein. „Dieses Projekt ist für Kinder und Jugendlichen eine tolle Gelegenheit, sich nicht nur in der virtuellen Welt zu bewegen.

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