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Kleine Aktion mit großer Wirkung: Die Bobby-Car-Station von Robert Kassebaum haucht der Schongauer Fußgängerzone etwas mehr Leben ein.

Attraktivität der Fußgängerzone

Belebende Bobby-Cars – und sonst?

Schongau - Seit drei Monaten gibt es die Schongauer Fußgängerzone. Gut angenommen wird sie nicht. Weil zu wenig geboten ist? Das planen Stadt und Gewerbetreibende, um der Altstadt mehr Leben einzuhauchen.

Maria Mader hat vor ihrem Modegeschäft ein Schaukelpferd stehen. Optiker Robert Kassebaum mehrere Bobby-Cars. Kleinigkeiten, die bei den Leuten gut ankommen. „Ob es mir geschäftlich etwas bringt, weiß ich nicht, den Kindern bringt es auf jeden Fall was“, sagt Kassebaum. Den ganzen Tag über würden die Kleinen mit diesen gummibereiften Kultkarren hin- und herpreschen. Ansonsten aber ist das rege Treiben auf dem Schongauer Marienplatz überschaubar.

Franz Köpf, Vorsitzender der Werbegemeinschaft Altstadt, nimmt die Stadt Schongau in die Pflicht: „Sie hat uns die Fußgängerzone aufs Auge gedrückt, obwohl wir Gewerbetreibende sie eigentlich gar nicht wollten, jetzt muss sie auch dafür sorgen, dass sie belebt wird.“ Mit Sitzbänken, Sonnenschirmen und einem kleinen Wassergraben sei es nicht getan.

Es muss noch viel passieren

Zuständig für die Belebung der Altstadt ist Wirtschaftsförderin Yvonne Voigt. Auch ihr ist bewusst, dass noch viel passieren muss. „Wir brauchen Gründe, damit sich die Menschen hier gerne aufhalten und konsumieren. Je zufriedener sie beim Verlassen der Altstadt sind, desto lieber kommen sie wieder.“ Ein wesentlicher Aspekt: Attraktive Veranstaltungen. Dieses Jahr sind noch zwei Marktsonntage, Leonhardiritt, Martinsumzug, Street-Food- und Christkindlmarkt geplant. Der für 15. Oktober geplante Nightgroove fällt kurzfristig aus (wir berichteten).

Doch damit steigern die Altstadtgeschäfte nicht automatisch ihren Umsatz. „Damit konkrete Nachfrage in Geschäften oder Gastronomie entsteht, muss es zusätzliche Gründe geben“, sagt Voigt. Das heißt? „Es ist vor allem wichtig, die größeren Rahmen bei Veranstaltungen auch für individuelle Unternehmensaktionen zu nutzen.“

Es kommt also auf eine enge Zusammenarbeit zwischen Stadt und Geschäftsleuten, aber auch mit Organisationen wie Schongau belebt und Vereinen an. „Nach Ende der Urlaubszeit ist ein Treffen der Altstadt-Akteure vorgesehen, bei dem Ideen und Vorschläge für Aktionen gesammelt werden sollen“, sagt Voigt.

Köpf hätte da schon eine: „Wir wollen die Schongauer Musikschule ins Boot holen.“ An langen Samstagen (jeder erste im Monat) fände er es Klasse, wenn sich einzelne Ensemblegruppen auf dem Marienplatz verteilen und einige Stücke spielen.

Die wichtigste Maßnahme, da sind sich Köpf und Voigt einig, ist eine schnelle Umsetzung des Parkraumkonzeptes. „Das hat aktuell höchste Priorität. Der Einführungstermin steht in Kürze fest. Eine Infobroschüre geht rechtzeitig an alle Haushalte, Behörden und Unternehmen“, betont Voigt. Bei Köpf würden immer wieder verunsicherte Kunden anrufen und fragen, ob es überhaupt noch möglich sei, in der Altstadt zu parken. Vielen fehle der Durchblick. Wo kann ich für wie lange unter welchen Bedingungen mein Auto abstellen, fragen sie sich.

Frei parken, mehr Kunden?

Von dem Vorhaben, in der kompletten Schongauer Altstadt eine Stunde lang kostenfrei zu parken, erhofft sich Köpf eine höhere Kundenfrequenz. Gleiches gilt für das Parkverbot für Anwohner in den Hauptachsen Münzstraße, Weinstraße und Lechtorstraße. Passendes Gegenbeispiel: Vor der Alten Post stehen sechs Parkplätze zur Verfügung. „Drei davon sind den ganzen Tag über von Anwohnern besetzt“, sagt Franz Köpf. Drei Parkplätze, die eigentlich für Kunden vorgesehen sind.

Apropos Kunden: Das Einzelhandelskonzept (Kooperation zwischen Stadt und Unternehmer) beinhaltet auch eine Kundenherkunftserfassung sowie die Identifikation von Sortimentslücken. Ende des Jahres gibt’s die ersten Ergebnisse dieser Analyse, die zeigen wird, was dem Kunden in Schongau gefällt, und was ihm fehlt.

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