Aus dem Gericht

Bewährung für aggressiven Asylbewerber

Schongau - Wegen einer ganzen Liste von Straftaten wurde ein Asylbewerber, der in Schongau in einer Unterkunft lebt, vom Amtsgericht Weilheim zu elf Monaten Haft auf Bewährung verurteilt.

Mehrere Male war der Angeklagte dabei erwischt worden, wie er in Zügen ohne gültigen Fahrschein unterwegs war. Deshalb war er wegen Erschleichens von Leistungen in fünf Fällen angeklagt. Zudem hatte er mehrere Diebstähle begangen. In einem Zug hatte er laut Anklage einer schlafenden Mitreisenden das iPhone aus der Handtasche geklaut, in einem Discounter in Schongau zwei Flaschen Rum mitgehen lassen, in einem anderen drei Dosen Erdnüsse und zwei Päckchen Kondensmilch.

Doch nicht nur außerhalb seiner Bleibe in Schongau fiel der Mann auf, er muss auch in seiner Unterkunft Unfrieden gestiftet haben. Laut Anklage gab es immer wieder Beschwerden über den Angeklagten wegen Ruhestörung und Randalierens, sodass der zuständige Sozialpädagoge beschloss, den Mann in eine andere Schongauer Unterkunft verlegen zu lassen. Da wurde er richtig renitent: Wenn das geschehe, werde er die Asylunterkunft anzünden, kündigte er in dem Gespräch mit dem Leiter an. Tatsächlich ging er zur Tankstelle, füllte sich dort zwei Flaschen mit Benzin ab, die er in seinem Zimmer aufbewahrte. Als er deswegen von der Polizei vernommen wurde, erneuerte er seine Drohung: „Ja, das hätte ich gemacht. Wenn Sie mich dorthin bringen, kaufe ich wieder Benzin und zünde alles an.“

"Wenn sie mich dorthin bringen, zünde ich alles an"

Weil die Beamten und der Leiter diese Drohungen ernst nahmen, durfte der Mann in seiner bisherigen Unterkunft bleiben. Doch nun stand er wegen seiner gesammelten Straftaten vor Gericht. „Ich habe das Benzin nur besorgt, um sie daran zu hindern, mich zu verlegen“, ließ der Angeklagte über seinen Übersetzer sagen. Es sei ihm kein Grund bekannt, weshalb er verlegt werden sollte. Das iPhone im Zug habe er lediglich gestohlen, weil das Geld, das er bekommt, nicht dazu gereicht hätte, eines zu kaufen.

Richterin Katrin Krempl verurteilte den Angeklagten wegen der Diebstähle, des Erschleichens von Leistungen, Nötigung und versuchter Nötigung zu einer Bewährungsstrafe von elf Monaten. Er bekommt einen Bewährungshelfer zur Seite gestellt und muss 200 Stunden soziale Dienste ableisten.

Kathrin Hauser

Rubriklistenbild: © Imago/Archiv

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