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Eleyne Wenninger (19) und Dominik Nierer (26/Mitte) sind im echten Leben ein Paar. Im Stück "Die Henkerstochter" Vater und Tochter. 

"Die Henkerstochter"

Im Leben ein Paar, im Stück Vater und Tochter

Schongau - Seit über zwei Jahren sind Eleyne Wenninger (19) und Dominik Nierer (26) ein Paar, seit einem Jahr haben sie eine gemeinsame Wohnung in Regensburg. Im Historienspiel „Die Henkerstochter“ spielen sie Vater und Tochter.

Geht man auch zu Hause anders miteinander um, wenn man mitten in den Proben steckt, wo man als Vater Jakob Kuisl und Henkerstochter Magdalena Kuisl auf der Bühne steht? Eleyne Wenninger und Dominik Nierer lachen. „Da Eleyne normalerweise genauso stur ist wie die Henkerstochter, bin ich das gewohnt“, scherzt Dominik.

Bei den Proben fühlt er sich allerdings verstärkt beobachtet. Immerhin muss der Student der Politikwissenschaften und Geschichte Kuss-Szenen zwischen seiner Freundin und seinem besten Freund Max, der ihren Verlobten spielt, mit anschauen. „Ich habe schon manchmal das Gefühl, dass die anderen darauf lauern, wie ich reagiere“, meint er. Zum Glück gibt es da die Kampfszenen. „Da kann ich dann Gefühle rauslassen und Max auch mal einen festeren Klaps verpassen“, witzelt der Henkers-Darsteller.

Gründungsmitglieder des Theatervereins "Treibhaus"

Genau wie Eleyne gehört er zu den Gründungsmitgliedern des Theatervereins „Treibhaus“ und hat schon diverse Rollen gespielt. Zur Henkersrolle kam er, weil er der Größte in der Gruppe ist, und Jakob Kuisl immer als imposanter Mann beschrieben wird. „Bei mir war es auch schon früh klar, dass ich die Henkerstochter spielen werde“, erzählt Eleyne. Autor Maximilian Geiger hat ihr die Rolle quasi auf den Leib geschrieben. „Endlich einmal keine ältere Frau, sondern jemand, der genauso alt ist, wie ich“, meint die Henkerstochter-Darstellerin mit Blick auf frühere Rollen.

Die Magdalena aus dem Stück ist ihr sehr sympathisch. „Sie will sich gegen die Männer durchsetzen, will beweisen, dass sie vieles genauso gut kann. Und stur sind wir beide“, lacht sie. Erschwerend kommt der Aspekt dazu, zu einer „ehrlosen“ Bevölkerungsgruppe zu gehören. Eine Tatsache, die im Historienspiel auch die Beziehung zu dem jungen Medicus Simon belastet.

Klug, grantig und verschlossen - so tickt der Henker

Dominik beschreibt die Figur des Henkers als „sehr klug, sehr grantig und sehr verschlossen. Im Grunde ist Jakob Kuisl ein herzensguter Mensch, was im Widerspruch zu seinem Beruf steht, zu dem ja auch Folter gehört“, urteilt er. Nach seiner letzten Hauptrolle im Stück „Mein Freund Harvey“, in dem er einen sehr lebhaften, extrovertierten Menschen spielte, ist der Eigenbrötler Kuisl ein echtes Kontrastprogramm.

Den Schauspieler-Beruf haben beide nie ernsthaft in Erwägung gezogen, obwohl Dominik schon einmal mit dem Gedanken gespielt hat, bei Schauspielschulen vorzusprechen. Einfach, um mal zu sehen, wo er steht. „Aber die räumliche Flexibilität und die Notwendigkeit, auch einmal Trockenphasen überbrücken zu müssen, sind Dinge, die mich bei diesem Beruf abschreckten“, resümiert er.

Schauspielerei ist für die Darsteller ein zeitintensives Hobby geworden

Ebenso wie bei Eleyne, die Wissenschaftsgeschichte, Archäologie sowie Vor- und Frühgeschichte studiert, ist die Schauspielerei ein zeitintensives, großes Hobby geworden. Was den beiden sonst noch am Historienspiel gefällt? „Das Fitness-Training“, kommt es wie aus der Pistole geschossen.

Denn ein Personaltrainer kümmert sich um die Darsteller, zudem macht der Sport in der Gruppe viel Spaß und zeigt auch langsam Erfolg. Erstens bei der Kondition und auch bei der Muskelmasse, bei der Dominik nach eigenem Bekunden schon zugelegt hat. „Das Schwert schwingt sich inzwischen leichter“, lacht er.

Besonders schön findet Eleyne auch ihr Kostüm. „Das Anziehen dauert zwar wegen des Korsetts und diverser Unterkleider jedes Mal ziemlich lange, ist aber eigentlich sehr bequem“, meint sie. Ein Gefühl, das die beiden Mimen auch bei den Proben mit der 70 Darsteller zählenden Gruppe verspüren. „Man fühlt sich in der Gruppe sehr wohl, es fühlt sich nicht wie Arbeit an“, sind sie sich einig. 

Ursula Fröhlich

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