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Helmut Schleich im Gespräch mit der Grundschullehrerin Irmgard Schreiber-Buhl.

Kabarettist besucht Staufer-Grundschule

Rettet Helmut Schleich die Tiermosaike?

Schongau - Wer rettet die Tiermosaike in Schongaus Staufer-Grundschule? Nun hat sich sogar der berühmte Kabarettist Helmut Schleich ein Bild von Cobi Reisers Kunstwerken gemacht. Und? Er ist begeistert. Nur ohne politische Zustimmung kann auch er nicht helfen.

Im Kampf, die Kunstwerke Cobi Reisers zu erhalten, haben Schüler und die Schulleitung der Schongauer Staufer-Grundschule prominente Unterstützung erhalten. Der Kabarettist Helmut Schleich hat seine Heimatstadt besucht – wegen den Tiermosaiken. Beim Rundgang durch das Schulgebäude schwärmt er von dieser Kunst: „Das gefällt mir, es ist toll. Die Technik erinnert an Lüftlmalerei.“ Von dem drohenden Mosaik-Verlust hat Schleich von seiner in Schongau lebenden Tante erfahren, daraufhin sofort reagiert, weil „ich es wichtig finde“, Kunstwerke zu bewahren.

Wie Cobi Reiser: Die Schüler malten Schildkröten ganz im Stile des Künstlers. 

Mittlerweile schlägt der Rettungsversuch der Tiermosaike sogar in der Landeshauptstadt München seine Wellen. Jüngst erschien ein Artikel über die Suche nach den Erben Cobi Reisers. Darin hat sich sogar der bekannte Karikaturist und Buchautor Dieter Hanitzsch zu Wort gemeldet. Er sei über den geplanten Abriss des Gebäudes und der damit verbundenen Zerstörung der Tiermosaike entsetzt gewesen. Und er habe versprochen, seine Fühler auszustrecken, um mehr Licht in das Leben Reisers zu bringen. Nicht zuletzt wegen der anderen Arbeiten Reisers, über den heutzutage fast nichts mehr bekannt ist, dürfte der Wert der in einer Art Tupftechnik entstandenen Bilder im Schulhaus deutlich über einen rein ideellen Wert hinausgehen, machte Schleich klar.

Schongaus Bürgermeister Falk Sluyterman ging bisher nur von einem ideellen Wert aus. Insbesondere, nachdem man Rechnungen für die Auftragsarbeit aus dem Jahr 1953 gefunden hatte. Nun aber brachte Heimatpfleger Helmut Schmidbauer neue Fakten mit. Er hat mit Fachleuten vom Bau gesprochen, die die Kosten für das Aufsägen und Heraustrennen der Kunstwerke deutlich niedriger ansetzen als die Verwaltung bzw. der Bauhof. Genaue Zahlen könne Schmidbauer erst zur Gemeinderatssitzung vorlegen, „aber sie dürften im Bereich zwischen 20 000 bis 30 000 Euro liegen“.

Dass die Zeit für die Erhaltung mittlerweile drängt, bekam Helmut Schleich nachdrücklich vorgeführt. Bei einer Gesprächsrunde im Lehrerzimmer waren beim Blick aus dem Fenster immer wieder die großen Bagger zu sehen, die in den Sommerferien das im Jahr 1953 errichtete Grundschul-Gebäude abreißen sollen. Bis dahin muss eine Lösung gefunden sein, will man das Ensemble aus Tierbildern und den Mosaiken am Giebel und Haupteingang erhalten.

Die Schüler führten Kabarettist Helmut Schleich (grauer Anzug, blaues Hemd) durchs Grundschulgebäude.

Schon als Schleich (Jahrgang 1967) die damalige Volksschule zu Beginn der 70er Jahre besuchte, wiesen Tierbilder den Weg in die Klassenzimmer. Während sich die Kinder von damals wohl weniger Gedanken über die Bilder gemacht haben, sieht Schleich diese „Kunst am Bau“ als ein Stück Stadtgeschichte. Als ein Dokument der Nachkriegsära in Bayern, das für nachfolgende Generationen erhalten werden sollte.

Man könnte die Mosaike, wie an der benachbarten Turnhalle, als Stelen wieder auf dem Schulgelände integrieren. „Als Zitate“, so Schleich. Und die witterungsempfindlicheren Gemälde sollten drinnen untergebracht werden, hier sind die Architekten gefordert.

In der Diskussion zeigte sich aber bald, dass die durchaus pragmatischen Lösungsvorschläge seitens der Historiker und Schulleitung einer wichtigen Zutat bedürfen, nämlich des Willens und Zutuns von Stadtrat und Bürgermeister. Während Schleich seine Unterstützung in Form eines möglichen Benefizabends zusagte, machte er zugleich deutlich, dass es ohne den politischen Willen, nicht geht. Es könne nicht sein, dass man beispielsweise einen Spendenaufruf starte, ohne die verbindliche Zusage, die Kunstwerke danach wieder zu zeigen. „Auf dem Bauhof dürfen sie nicht herumliegen“, so die Forderung.

Wobei Schleich auch die Bürger in der Pflicht sieht, Einigkeit zu beweisen. Damit ruhen nun alle Augen auf der nächsten Stadtratssitzung am Dienstagabend, bei der das Thema im großen Gremium diskutiert werden soll. Wie sehr dabei die demokratischen Grundwerte gefragt sind, dürften die Stadträte dabei auch noch zu spüren bekommen, haben die Grundschüler schon ihr Kommen am Dienstagabend angekündigt. Dann dürfen die Räte beweisen, wie sehr ihnen der Wunsch der (künftigen) Wähler am Herzen liegt. 

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