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Gab Erläuterungen zu den Renovierungsmaßnahmen: Helmut Schmidbauer (im Vordergrund), der gestern zahlreiche Gäste im Stadtmuseum begrüßen konnte.

Stadtmuseum

Kostbarkeiten erstrahlen in neuem Glanz

Schongau - Rechtzeitig zum Museumstag am gestrigen Sonntag konnte sich das Schongauer Stadtmuseum in neuem Glanz präsentieren. Kreisheimatpfleger Helmut Schmidbauer, auch Mitglied des Historischen Vereins und für die musealen Belange zuständig, nutzte dies, um über diverse Neuerungen zu informieren.

Draußen stach die pralle Sonne vom weiß-blauem Himmel herunter, als Schmidbauer in den für manchen Besucher angenehm kühlen Museumsräumen neben Vize-Bürgermeister Tobias Kalbitzer auch Hohenfurchs Rathauschef Guntram Vogelsgesang, einige Stadträte, aber auch Vertreter des Historischen Vereins, darunter Heide-Maria Krauthauf als Vorsitzende, begrüßen konnte. Und Schmidbauer konnte über so einiges berichten, das sich da in den vergangenen Jahren bei einem Kostenaufwand im höheren fünfstelligen Bereich getan hatte. Von den Altarbestandteilen der Hohenfurcher Ursula-Kapelle war da ebenso die Rede wie von der Pöllandt-Pieta, der Hausskulptur der Familie Xaver und Gertrud Anderl, die diese als Leihgabe gegeben hatte. Aber auch ein Stadtmodell aus dem Jahr 1940, das aufwändig restauriert durch die Bildhauerin Michaela Gräper (Burggen) neuen Glanz fand und ein Hinterglasbild der Königin Karoline von Bayern fanden Erwähnung.

Äußerer Anlass für den kleinen Festakt war laut Schmidbauer der Museumstag, für den erst nach immenser Kraftanstrengung ein derart schmuckes Ergebnis habe erzielt werden können. „Es hat tatsächlich Jahre gedauert, bis wir nun die Ursula-Kapelle und die Pieta vorzeigen und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen können“, erklärte der Kreisheimatpfleger. Und er mahnte in diesem Zusammenhang: „Es ist wichtig, dass Erinnerungsstücke unserer Stadt und Region sorgfältig bewahrt werden, weil die Stadt sonst ihr Gesicht und ihre Persönlichkeit verliert.“ Jetzt würden all diese Kostbarkeiten so aufbewahrt, dass sich die Menschen auch noch in 200 Jahren mit ihnen identifizieren könnten. Zweimal täglich werde an acht bis neun verschiedenen Punkten im Museum die Temperatur gemessen, um optimale Bedingungen für die Ausstellungsstücke zu gewährleisten.

Harald Scharrer aus München berichtete über die gotische Ursula-Kapelle, erinnerte noch einmal an die Jahre 1967 und 1971, in denen die Ursula-Kapelle in Hohenfurch eines Teils ihres Altars beraubt wurde. Später habe man einen Teil des Diebesguts bei einer Auktion in Köln entdeckt und habe diese gottlob der Gemeinde. Hohenfurch zurückgeben können. Dafür habe diese quasi im Gegenzug den Altar dem Stadtmuseum als Leihgabe zur Verfügung gestellt.

Wissenswertes über das Anderl-Haus vermittelte anschließend Helmut Schmidbauer, der zudem noch auf das Stadtmodell einging, das seinerzeit immer bei der Prozession mitgeführt wurde. „Für uns ist das Juwel mit dem Stadtwall, der Straßenführung und dem Schloss“, schwärmte der Kreisheimatpfleger, der erläuterte, „dass die Besucher das Modell künftig über die Beleuchtung selbst lebendig werden lassen können“.

Interessantes gab’s auch noch zu Königin Karoline Friedrike von Bayern, deren Bild laut Überlieferung im alten Schongauer Rathaus hing. Sie war die zweite Frau von König Max I., seines Zeichens Vater von Ludwig I., dessen Stiefmutter sie war. König Max war es übrigens, der seinerzeit das Maxtor wieder aufbauen ließ, das fortan seinen Namen führte.

Vize-Bürgermeister Tobias Kalbitzer dankte namens der Stadt dem Historischen Verein und allen Helfern, die unentgeltlich viel Zeit geopfert hätten und wünschte sich, „dass Sie das auch in Zukunft zum Wohl Schongaus tun werden.“ Er selbst habe den Bezug zu solchen Dingen bereits in der Grundschule im Sachkundeunterricht bekommen.

Stephan Penning

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