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Der Hohe Graben, im Hintergrund das Krankenhaus: Die Grünfläche auf der linken Seite könnte nach dem Willen der Stadt Schongau zu einem neuen Wohngebiet werden – mit direkter Anfahrt von Altenstadt zum Krankenhaus.

Künftige Entwicklung

Schongau plant neues Wohngebiet im Norden

Schongau - Wie soll sich Schongau weiter entwickeln? Diese Frage wurde jetzt im Stadtrat gelüftet – zumindest ein Stück weit. Bisher nur nichtöffentlich diskutiert, kam jetzt heraus, dass die Stadt im Norden, am Hohen Graben westlich des Krankenhauses, ein neues Wohngebiet plant.

Eigentlich ging es um die Aufstellung des Bebaungsplans für das neue Pflegeheim, das am Standort des Marie-Eberth-Altenheims entstehen soll. Die Stadt muss dafür die Voraussetzungen schaffen und war nicht mit allen Vorschlägen der Planer einverstanden: „Uns ist wichtig, das Gebäude nicht so weit an die Hangkante hinzuschieben“, sagte Stadtbaumeister Ulrich Knecht. Die Anzahl der Geschosse ist ebenfalls noch strittig, auch soll für den beliebten Panorama-Fußweg mehr Platz geschaffen werden. Doch als Knecht einen großflächigen Plan auflegte, bekamen die Sitzungsgäste große Augen. Denn westlich des Krankenhauses am Hohen Graben, dort, wo derzeit noch grüne Wiese ist, waren Häuser in einem großzügigen Wohngebiet eingezeichnet. Es war ein erster, noch völlig unkonkreter Entwurf, der laut Knecht vor der Sommerpause erstmals öffentlich vorgestellt werden soll. Doch klar ist: Die Stadt will sich in diese Richtung entwickeln.

Bisher war im Schongauer Norden nur von Gewerbe die Rede gewesen. Um das große Gewerbegebiet im Äußeren Westen bei der Firma Hirschvogel erweitern zu können, musste die Stadt im Norden vor Jahren sogar auf einen Teil Gewerbefläche verzichten, die relativ nah am Krankenhaus lag. Verschmerzbar, hieß es damals. Stattdessen rückt jetzt die Wohnbebauung in den Fokus, die laut Knecht seit Jahrzehnten im Flächennutzungsplan verankert ist. „Natürlich müssen wir sinnvoll nachverdichten. Aber wenn wir jungen Familien etwas bieten wollen, müssen wir irgendwann ein neues Wohngebiet erschließen“, sagt Bürgermeister Falk Sluyterman (SPD).

Denn der Platz wird langsam knapp. Das Gnettner-Areal füllt sich immer mehr, dort gehen die Bauplätze zur Neige. Auch in der Lechvorstadt wurde in den vergangenen Jahren erheblich erweitert, irgendwann ist dort das Ende der Fahnenstange erreicht. Mit einem Baugebiet dort könnte auch der dringende Wunsch aus Altenstadt erfüllt werden, das sich eine direktere Anbindung zum Krankenhaus wünscht. Beim Ikek, der interkommunalen Zusammenarbeit von Schongau, Peiting und Altenstadt, wurde das bereits diskutiert, auch im Kreistags-Beschluss zur besseren Krankenhaus-Anbindung kommt die direkte Anbindung aus Altenstadt explizit vor.

Das neue Pflegeheim soll weiterhin über die bestehende Straße am Krankenhaus erschlossen werden, sagte Knecht. Auch soll der Wendehammer etwas zurückgenommen werden. Die bestehenden Wohnhäuser dort sollen ebenfalls übers Krankenhaus angefahren werden – zumindest vorerst. Sollte das neue Wohngebiet irgendwann Realität werden, könnte es auch aus Richtung Altenstadt gehen. Denkbar wäre ein Parkplatz direkt am neuen Pflegeheim. „Wir wollen aber keinen Durchgangsverkehr durch das neue Wohngebiet zum Krankenhaus“, sagte Knecht. Eher könnte er sich direkt nördlich des Krankenhauses weiteres Gewerbe vorstellen, das direkt mit dem Krankenhaus zu tun hat, „zum Beispiel ein Ärztehaus“.

Dass das durchaus konkret ist, betonte Friedrich Zeller (SPD): „Thomas Lippmann von der Krankenhaus GmbH will dort einen Gesundheits-Campus entwickeln, das stärkt auch den Standort des Krankenhauses.“ Ihm gefalle, dass man auch den größeren Umgriff betrachte, so Zeller. Paul Huber (CSU) wiederum konnte sich mit dem Verbot des Durchgangsverkehrs nicht anfreunden: „Bisher fahren alle Autos durch die Wilhelm-Köhler-Straße. Ich halte nichts davon, dem Autofahrer zu verbieten, wo er fahren will.“ Diese Diskussionen sollen aber später folgen. Dann dürfte es auch kritische Worte geben wie von Umweltreferentin Bettina Buresch (ALS), die die Pläne aus landschaftsplanerischen Aspekten für einen „großen städtebaulichen Fehler“ hält. Der Bebauungsplan für das neue Pflegeheim zumindest wurde einstimmig beschlossen.

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