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Die Dialogbeauftragte Hava Sirin und Imam Veli Bayar informierten in der Ditib-Moschee die Besucher über die Religion und Gebräuche der Türkisch-islamischen Gemeinde Schongau.

Tag der offenen Moschee

Mit Gastfreundschaft gegen Vorurteile

Schongau - Mit Information und Gastfreundschaft gegen Vorurteile anzugehen, ist das Ziel des bundesweiten „Tags der offenen Moschee“. Auch die beiden Schongauer Gemeinden öffneten ihre Türen für interessierte Besucher.

Moscheeführungen und die Möglichkeit, am traditionellen Mittagsgebet teilzunehmen, erwarteten die Besucher in der Ditib-Moschee an der Augsburger Straße. Zudem hatten die Frauen der Gemeinde fleißig gebacken, so dass die Besucher anschließend in gemütlicher Runde bei Tee, Kaffee und Baklava Fragen stellen konnten.

Bei der ersten Führung war die Besucherzahl überschaubar. Mit offenen Armen begrüßten Gemeindevorsteher Halit Köklü und Dialogbeauftragte Hava Sirin die Besucher und baten sie in den Gebetsraum. Natürlich nicht, ohne vorher die Schuhe auszuziehen, wie es in Moscheen üblich ist. Auf die traditionelle Reinigung mit Hand-, Gesichts- und Fußwäsche an den großen Becken im Eingangsbereich, die jeder gläubige Muslim vor dem Gebet vollzieht, durften die Besucher verzichten. Drinnen gab es dann richtiges orientalisches Flair, als Imam Veli Bayar arabisch aus dem Koran vorlas und den traditionellen Gebetsruf erschallen ließ.

Ein Ort der Begegnung

Die Moschee ist nicht nur ein Gebetshaus, sondern auch Lehr- und Lernort, ein Ort der Begegnung und des Austausches, erfuhren die Besucher. Und konnten feststellen, dass der Islam und das Christentum durchaus gemeinsame Wurzeln haben. Die sechs Glaubensgrundsätze des Islams, nämlich der Glaube an Allah als einzigen Gott, seine Engel, seine Offenbarung und die heiligen Bücher, seine Gesandten und Propheten, der jüngste Tag sowie das Schicksal und die göttliche Bestimmung, sind auch in abgeänderter Form im Christentum zu finden. Mit dem Unterschied, dass Jesus im Islam nicht als Sohn, sondern als letzter Prophet Gottes angesehen wird.

„Der Islam lehrt, dass die Würde des Menschen unantastbar ist, dazu gehört auch die Religionsfreiheit“, erläuterte Hava Sirin. Wichtig ist es den Mitgliedern der islamischen Gemeinden, Aufklärungsarbeit zu leisten. Falsche Informationen und Vorurteile nehmen selbst im Zeitalter des WorldWideWeb nicht ab, Differenzen zwischen Religionen und Kulturen werden oft als unüberwindbare Hürden statt als Bereicherung für das Zusammenleben angesehen. Besonders in Zeiten der Migration sei es aber für die Gesellschaft wichtig, die Herausforderung anzunehmen und ein verträgliches Miteinander zu schaffen.

Freundliches Miteinander ist wichtig

Der Tag der offenen Mosche stand deshalb auch unter dem Motto „Hidschra“. Diese bezieht sich auf einen Wendepunkt in der Geschichte des Islams und erinnert an die Auswanderung des Propheten Muhammad und seiner Gefährten von Mekka nach Medina. Dort wurde die junge Muslimische Gemeinde herzlich aufgenommen. Mit neuen Freunden stifteten sie eine neue Gemeinschaft und machten Medina zu ihrer Gemeinsamen Heimat, wie Hava Sirin erzählte. „Dieser besondere Zusammenhalt, Herzlichkeit und Freundschaft könnte auch heute ein Ausgangspunkt zur Lösung der aktuellen Probleme sein“, so Hava Sirin, die im Namen der Islamischen Gemeinde für ein freundschaftliches Miteinander warb.

Das signalisierten aber auch die Besucher. „Wir sind hier, um das Gemeinsame zu fördern“, bekräftigte Carola Hanelt aus Schongau. Und ihr Mann Martin fügte hinzu: „Nicht nur sprechen, sondern handeln. Gegenseitiger Kontakt beseitigt am besten Vorbehalte.“

Ursula Fröhlich

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