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Wolfgang Holzinger mit dem Stromspeicher in seinem Keller. Links Andreas Scharli (Energiewende Oberland).

Wolfgang Holzingers Weg zur Autarkie

Der Energiespeicher im Keller

Schongau - Wolfgang Holzinger betreibt seit 2001 eine Photovoltaik-Anlage mit etwa fünf KW elektrischer Spitzenleistung. Noch fünf Jahre, dann gibt es für den Strom aus dieser Anlage wahrscheinlich keine Einspeisevergütung mehr. Doch Holzinger hat vorgebaut.

Mit einem zusätzlichen Batteriespeicher sowie einer weiteren Photovoltaikanlage (PV) rückt die Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern für Holzinger ein wesentliches Stück näher. Bei der Gebäudesanierung im Jahr 2007 wurde die bestehende Gasheizung durch eine Wärmepumpe mit Solarthermie-Anlage ersetzt. Für den Klimaschutz bedeutet dies, dass mehr als 80 Prozent des klimaschädlichen CO2 vermieden werden. Zusätzlich speisen die PV-Anlagen regenerativen Strom ins öffentliche Netz. „Ich hab mit Freude in die Zukunft investiert, ich bereue keinen Cent“, sagt der 68-jährige Schongauer nicht ohne Stolz.

„Das Besondere an Holzingers Anlagen ist der Batterie-Speicher“, ergänzt Andreas Scharli, Energie-Manager vom Kompetenzzentrum Energiewende Oberland. Mit einem Speicher kann der Betreiber von Solarstromanlagen den Anteil des selbst verbrauchten und selbst erzeugten Solarstroms mehr als verdoppeln und damit die Ersparnis durch den vermiedenen Strombezug maximieren. „Das lohnt sich für immer mehr Menschen, denn der Solarstrom vom eigenen Dach ist heute bereits günstiger als der Strom vom Energieversorger“, sagt Scharli.

Strom, der vor Ort erzeugt und verbraucht werde, müsse auch nicht durch die öffentlichen Stromnetze transportiert werden und trage so zur Entlastung der Netze bei. Sind die Batterien voll und es wird kein Strom im Haushalt verbraucht, wird der Überschuss ins öffentliche Netz eingespeist. Im Batteriespeicher sind 53 Prozent des erzeugten Stroms wieder verfügbar. Holzinger hat 18 Batterien (eine kostet knapp 500 Euro) im Speicherschrank und 57 Paneelen verteilt auf Haus- und Garagendach.

Hochgerechnet sind die Investitionskosten für die zwei Photovoltaik-Anlagen, Wärmepumpe und Batteriespeicher nach 13 Jahren abgedeckt, rechnetet Scharli kurz hoch. Holzinger hatte 2015 für Heizung, Haushalt und Wasser einen Stromverbrauch von 7150 kw/h. Der Eigenbedarf abgezogen, konnten rund 8000 kw/h in das Netz eingespeist werden. „Wärme mit Sektor Strom zusammengebracht bedeutet Mobilität,“ erklärt Experte Scharli. Und er fügt an, „wenn das schlau gemacht wird, springt für jeden was raus.“ Es war übrigens „Die Woche der Sonne“, in der Andreas Scharli die Anlagen von Wolfgang Holzinger vorgestellt hat.

Walter Kindlmann

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