Freikarten für Gemeinderäte und -mitarbeiter

Räte zahlen bei Veranstaltungen selbst

Schongau - Freikarten für Gemeinderäte und -Mitarbeiter – damit haben die Kirchheimer (bei München) leidvolle Erfahrungen gemacht. Der Kommunale Prüfungsverband kritisierte deren Abgabe, die prompt gestoppt wurde. Doch wie halten es die Gemeinden im Schongauer Land damit, geben sie Freikarten aus bzw. bekommen sie Freikarten? Wir haben uns einmal umgehört.

Kirchheim besitzt eine große Veranstaltungshalle, in der regelmäßig die ein oder andere Großveranstaltung über die Bühne geht. Und die Praxis sah so aus, dass es dafür für Gemeinderäte, Mitarbeiter der Gemeinde und Ehrenamtliche auch schon mal Freikarten gab.

Das jedoch stieß auf massive Kritik beim Bayerischen Kommunalen Prüfungsverband (BKPV), der diese Regelung für „rechtlich nicht zulässig“ hielt. Die Folge: Der Gemeinderat strich prompt derlei Vergünstigungen. Bürgermeister Maximilian Böltl versicherte unterdessen, „dass ich meine Karten immer selbst bezahlt und nie Freikarten erhalten habe“.

Im Schongauer Land sind Freikarten kein Thema. „Wir haben überhaupt nicht so viele Veranstaltungen, dass das überhaupt in Frage kommt“, sagt beispielsweise Altenstadts Gemeindechef Albert Hadersbeck. Dort zahlen Gemeinderäte und Mitarbeiter alle selbst.

Gleichwohl bekomme er „hin und wieder“ mal eine Freikarte. Dies sei aber eher die Ausnahme. Für Musica sacra beispielsweise oder auch für ein selbst wählbares Konzert des Festlichen Sommers. „In beiden Fällen wähle ich aber die Veranstaltungen in unserer Heimatgemeinde aus, wo ich kraft Amtes ohnehin vertreten bin.“

„Gehe dorthin, wo ich kraft Amtes sowieso hin muss“

Früher habe es beispielsweise fürs Schongauer Volksfest Freikarten gegeben, doch das sei nicht mehr so. Und auch Freikarten für Champions League- oder Europa-League-Spiele seien kein Thema.

Auch Amtskollege Guntram Vogelsgesang zahlt in seiner Heimatgemeinde selbst. Beispielsweise beim Inthronisationsball oder auch beim Trachtenball. „Schließlich will man die heimischen Vereine ja auch unterstützen.“ Und für die Gemeinderäte und Mitarbeiter der Gemeinde gibt’s auch keine Freikarten.

Und Freikarten von außerhalb? „Die Caritas hat mir schon zweimal Karten für ein Konzert mit dem Polizeiorchester in Weilheim geschickt, aber das konnte ich terminlich nicht vereinen. Und ermäßigte Kinokarten für Penzing, „die habe ich auch schon bekommen, aber nicht regelmäßig“. Und dann seien da auch noch „ein paar Marmeladengläser vom Erdbeerhäuschen“, die er aber bis auf eins an seine Mitarbeiter weitergebe. Von einer Flut an Freikarten und Vergünstigungen zu sprechen, sei derweil unzutreffend.

Auch in der Stadt Schongau sind Freikarten für Stadträte und städtische Bedienstete kein Thema, wie Bürgermeister Falk Sluyterman erklärt. „Aber diese Praxis gilt schon seit zig Jahren.“ Ob es denn für ihn mal eine Freikarte von auswärts gibt? „Ganz dosiert“, sagt er und nennt dabei die zwei Freikarten, die er jährlich für sich und seine Frau vom Festlichen Sommer zugeschickt bekomme.

In Schongau sind Freikarten kein Thema

„Aber da ist die Stadt ja auch ein großer Sponsor“, meint Sluyterman, der zudem registriert hat, „dass es im vergangenen Jahr für Bürgermeister und Stadträte zur Volksfesteröffnung eine Maß Bier umsonst gab“. Im Gegensatz dazu besuche er aber eine Vielzahl Veranstaltungen, „zu denen ich eingeladen werde, aber alles selbst zahle“. Und dabei nennt er das deutsch-griechische Fest, ebenso wie den Schockerberg, den Auftritt von Michi Marchner im Brauhaus oder auch den Inthronisationsball.

Abschließend ist ihm eine Feststellung aber besonders wichtig: „Es gibt nicht eine einzige Veranstaltung und Einrichtung von uns selbst, wo wir Freikarten verteilen.“ So hätten er und die Stadträte bei der Bereisung von Freiburg und Colmar ebenso ihren Obolus entrichtet wie er anlässlich der Bürgermeister-Dienstfahrt an den Bodensee die Übernachtungskosten für seine Frau und auch die Bewirtungskosten selbst bezahlt habe.

Rubriklistenbild: © dpa

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