Anpacken für das große Fest: Sandro und Manuel stellen Tische auf den Schongauer Marienplatz auf. foto: bse-pictures

Schongau ganz im Zeichen des Mittelalters

Schongau - Ab 3. August ist der Schongauer Marienplatz wieder zehn Tage lang fest in der Hand des Mittelalters: Beim Historischen Markt auf dem Schongauer Sommer gibt es auch dieses Jahr einige Neuerungen. Vielleicht findet Prinz Luitpold von Bayern ja wieder Anregungen für sein Kaltenberger Ritterturnier.

Fast schüchtern stehen die beiden Fieranten vor Schongauer Sommer-Chef Manfred Wodarczyk. „Bekommen wir wieder diesen Stand wie im vergangenen Jahr?“, fragen sie höflich. Filzen und Räucherwerk bieten sie an, und mit einem „Ja“ ist es abgemacht. „Super“, freut sich das Duo und macht sich sofort an die Arbeit. Wodarczyk hätte es lieber, wenn die Fieranten früher kommen, aber was soll er machen? Er hat genug anderes zu tun. Zum Beispiel überlegen, was er mit einem Standbetreiber macht, der mit einem sechs Meter breiten Zelt angekündigt war, das jetzt aber acht Meter breit ist.

Aber auch das wird Wodarczyk hinbekommen. Schließlich hat er wieder ein Programm zusammengestellt, das viel Bewährtes bietet. Die Bands zum Beispiel sind gleich geblieben: Von heute bis Montag heizen täglich „Fabula“ um 14.40, 17.30 und 20.30 Uhr auf der Bühne ein, von Dienstag bis Donnerstag bieten „The Sandsacks“ ihre Show zu den selben Zeiten. „Die haben gerade einen Auftritt in Finnland und kommen danach direkt zu uns“, so Wodarczyk. Den Abschluss bilden wie immer „Furunkulus“, die von Freitag bis Sonntag je drei Auftritte täglich absolvieren.

Die Band hat dieses Jahr den Sprung auf das weltgrößte Ritterturnier nach Kaltenberg geschafft - dank Schongau. Denn wie Wodarczyk auch, ist Kaltenberg-Macher Prinz Luitpold von Bayern immer auf Mittelalter-Festen unterwegs, um neue Attraktionen zu finden. „Er war einige Male hier in Schongau und hat auch ,Furunkulus‘ gesehen“, sagt Wodarczyk. Die Band will der Lechstadt aber auch kommendes Jahr treu bleiben. „Es kann nur sein, dass sie dadurch teurer werden“, sagt Wodarczyk und verzieht das Gesicht.

Die Feuershows von Fakir Lubo und Kael Narez wird es wieder geben, eine Bauchtanzgruppe und viel für Kinder. Gleich am ersten Wochenende hat Wodarczyk ganz kurzfristig einen Zauberer engagiert, der an den Tischen seine Künste vorführt und auch eine Bühnenshow macht. Ein Brotstand, der laut Wodarczyk auf historische Art sensationelle Striezel macht, ist erstmals dabei und will ein Kinderbacken anbieten. UPM (Papierschöpfen) und Hoerbiger (Münzprägen) bieten ebenfalls altes Handwerk zum Anfassen, Spinnerinnen zeigen ihre Kunst, und Kamele werden wieder über den Marienplatz schaukeln.

Der Bier-Ausschank durch den Trachtenverein wurde etwas anders organisiert, dank neuer Stromversorgung sollten auch die immer wiederkehrenden Ausfälle der Vergangenheit angehören. Außer vielleicht bei Regen, aber den können sie beim Schongauer Sommer sowieso nicht brauchen.

Geöffnet sind die Stände am Schongauer Sommer vom 3. bis 12. August täglich von 12 bis 23 Uhr. Der Eintritt ist frei.

bo

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