Das Ensemble der Altstadt Schongau. Hellrot markiert ist der Geltungsbereich des Ensembles, dunkelrot sind die darin enthaltenen Einzeldenkmäler gekennzeichnet.

Geschichte zum Anfassen

„Gemeinsam Denkmäler erhalten“

Schongau - Wenn am kommenden Sonntag, 11. September, wieder historische Bauten und Stätten, die sonst nicht oder nur teilweise zugänglich sind, im Landkreis ihre Türen öffnen, dann sind Tausende von Architektur- und Geschichtsliebhabern zu Streifzügen in die Vergangenheit eingeladen. „Geschichte zum Anfassen“, das bietet der Denkmaltag dem Besucher dabei in wohl einmaliger Weise.

„Ziel des Tags des offenen Denkmals ist es, die Öffentlichkeit für die Bedeutung des kulturellen Erbes zu sensibilisieren und Interesse für die Belange der Denkmalpflege zu wecken“, erklärt Kreisheimatpfleger Helmut Schmidbauer aus Schongau. Das Motto für den Denkmalstag 2016 laute: „Gemeinsam Denkmäler erhalten“.

Das Ringen um den Erhalt der Wandbilder in der alten Schongauer Grundschule und ihre Rettung vor dem eigentlich schon sicheren Bauschutt-Schicksal sind laut Schmidbauer ein aktuelles Beispiel dafür, „dass gemeinsames bürgerschaftliches Engagement helfen kann, das Gesicht unserer Stadt zu erhalten“. Deswegen stünden diese Bemühungen auch ganz oben im heurigen Programm.

Das Programm in Schongau: 11.15 Uhr Stadtmuseum, Führung zur Gedächtnisausstellung „Heinrich Huber“ mit Helmut Schmidbauer; 13.30 Uhr Alte Grundschule, Uhren-Wandbild von Cobi Reiser an der ehemaligen Turnhalle, Erläuterungen zum Ausbau von Josef Feiler (Mauersäge-Betrieb), zur künstlerischen Bedeutung von Ernst Buhl und zu den Rettungsbemühungen von Architekt Helmut Vollmann (Treffpunkt am Eingang zum Schulhof). Um 15 Uhr ist im Stadtmuseum eine Führung zur Sonderausstellung „Fotograf Paul Bromberger“ mit Harald Schauer. Um 16 Uhr steht ein Stadtspaziergang in der Altstadt mit praktischen Erläuterungen zum Thema „Ensemble“ mit Helmut Schmidbauer an (Treffpunkt am Marienplatz bei den Sonnenschirmen). Der Eintritt ins Stadtmuseum ist kostenlos.

Ursula-Kapelle steht offen

Am Tag des offenen Denkmals ist auch wieder die St.-Ursula-Kapelle in Hohenfurch geöffnet. Um 10 Uhr, 11.30 Uhr und um 16 Uhr werden Führungen durch Bürgermeister Guntram Vogelsgesang, zugleich Vorsitzenden des Vereins Freunde der St. Ursula-Kapelle Hohenfurch, angeboten. Die Kapelle selbst ist von 10 bis 17.30 Uhr geöffnet. Gleichzeitig findet das „Fest am Stoa“ des Männergesangsvereins Liedertafel Hohenfurch direkt an der Schönach (Bräuweg 1) statt. Mit Kesselfleisch, Grillfleisch, Kaffee und Kuchen sowie Musik kann man hier nach einem Besuch in der Kapelle einkehren.

Pfarrhof in Kinsau im Blickpunkt

Die Auftakt-Veranstaltung zum Tag des offenen Denkmals im Landkreis Landsberg findet im Kinsauer Rathaus, im historischen Pfarrhof, in Anwesenheit von Landrat Thomas Eichinger statt. Das in den vergangenen zwei Jahren konservierte und renovierte ehemalige Pfarrhaus, das nunmehr als Rathaus genutzt wird, kann termingerecht der Öffentlichkeit übergeben werden. Von 1739 bis 1741 wurde das Pfarrhaus in Kinsau durch das Hl.-Geist-Spital in Schongau errichtet; an seinem Bauplan, dem „Riss“, hat kein geringerer als Joseph Schmuzer maßgeblich mitgearbeitet. Der hohen baulichen Qualität entspricht die weitgehend noch erhaltene Ausstattung im Inneren: Stuckdecke, Zimmertüren, Holzdielenböden, Öfen. Beginn der Eröffnungsveranstaltung ist um 13.10 Uhr, von 15 bis 17 Uhr besteht die Möglichkeit der Haus-Begehung. Hierbei gibt es auch Information über die Konservierungs- und Baumaßnahmen.

Museum in Epfach besteht seit 25 Jahren

Der Historische Ausschuss Epfach hat den Tag des offenen Denkmals am 11. September im Namen der Epfacher Vereine zum Erinnerungstag „25 Jahre Museum Abodiacum“ gewählt. Mit einem reichen Programm wird an ein Vierteljahrhundert erfolgreiche Museumsarbeit erinnert: Um 11 Uhr findet der Festakt statt, um 12 Uhr können im Gasthaus zur Sonne „Römische und andere Gerichte“ eingenommen werden. Für den Nachmittag sind eine Ausstellung und Brettspiele vorgesehen, dazu gibt es Kaffee und Kuchen. Nachmittags um 15 Uhr können die Besucher eine besondere Attraktion erleben: ein römisches Wagenrennen (mit Siegerehrung). Nähere Auskünfte erteilt Markus Martin, Telefon 08869/861.

Wallfahrtskirche in Vilgertshofen

In den zurückliegenden Jahren konnten erhebliche bauliche Schäden an der Wallfahrtskirche in Vilgertshofen durch eine Generalsanierung von Turm, Dächern und Dachwerk behoben werden. Die Renovierungsarbeiten sind nunmehr beendet. Am Sonntag werden Führungen angeboten: jeweils 14 und 16 Uhr – sowohl in der Kirche als auch im Dachraum. Für Kaffee und Kuchen sorgt der katholische Frauenbund.

Michael Gretschmann

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