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Viel zu tun gab es bei der Aktion für die Arbeiter.

Staufer-Grundschule Schongau

Jetzt doch: Alle Tiermosaike gerettet

Schongau - Die Hasen sind schon einmal gerettet: Gestern wurde das erste Tiermosaik des Künstlers Cobi Reiser aus der Schongauer Staufer-Grundschule, die demnächst abgerissen wird und einem Neubau weicht, ausgesägt. Klar ist mittlerweile: Es können alle acht Bilder gerettet werden, sogar für das überdimensionale Uhr-Bild an der Turnhalle gibt es Hoffnung.

Der Lärm ist atemberaubend. Wenn Michael Naumov von der Schongauer Firma Josef Feiler die überdimensionale Säge anschmeißt, scheppert es im Gehörgang. Das schrille Klirren dringt schmerzhaft bis tief ins Gehirn – ohne Ohrstöpsel hält man es dort keine fünf Sekunden aus. Während die wassergekühlte Säge sich selbstständig Stück für Stück durch die massive Betonsteinwand fräst und Naumov mit einem Industriestaubsauger das Wasser absaugt, schaut Firmenchef Josef Feiler zufrieden zu. Er ist gespannt, für ihn ist es eine Premiere: „So etwas haben wir auch noch nie gemacht. Das kam wie aus heiterem Himmel auf uns zu.“

Kreisheimatpfleger Helmut Schmidbauer war es, der ihn im Zuge der Rettungsaktion für die Cobi Reiser-Tiermosaike kontaktiert hatte. Dazu kam die relative Zeitnot, denn die Pavillons, in denen die acht Tiermosaike hängen, werden mit als erstes abgerissen. Zwar gehört Betonsägen zur täglichen Arbeit seiner Firma, „wir haben auch schon mal einen 120 Tonnen schweren Kamin abgeschnitten“, sagt Feiler. Aber hier ist das Gegenteil gefragt, nämlich filigrane Arbeit. Normalerweise ist es egal, was mit dem herausgesägten Block passiert. „Hier dürfen wir natürlich nichts beschädigen. Aber man weiß nie, wie die Wand aufgebaut ist, was mit dem Putz ist“, so Feiler.

Die Arbeiter entfernen rund um das abgeklebte Tiermosaik Mauerteile.

Nach dem gelungenen Test am Vortag klappt auch mit dem Hasen-Mosaik alles wie am Schnürchen. Vorne zum Schutz abgeklebt, werden an allen vier angrenzenden Seiten große Beton-Rechtecke herausgesägt und gut ausgepolstert, damit der komplette Block mit dem direkt auf die Wand aufgemalten Mosaik unversehrt bleibt. Sicher verpackt in Holz und geschützt durch Dämmmaterial, wird der Block vorsichtig per Stapler herausgezogen. Wassergeschützt ist das Ganze auch, damit ist das erste Mosaik bereit für den Abtransport in den Bauhof. Der wollte am gestrigen Nachmittag auch mit dem Ausräumen beginnen, denn die Tische, Stühle und Umzugskartons, die inmitten des Chaos stehen, gehen den Arbeitern im Weg um.

Fehlen noch sieben Bilder, die sollen die nächsten Tage folgen. Wobei: Sollten nicht nur sechs von acht gerettet werden? So war zumindest der Stand in der letzten Stadtratssitzung vor den Sommerferien. Denn für mehr Geld reichten die 40 000 Euro, die die Stadt zur Verfügung gestellt hat, und die 15 000 Euro eingesammelten Spenden eigentlich nicht aus. Jetzt hat sich aber laut Stadt-Sprecherin Yvonne Voigt herausgestellt, dass ein Wiedereinbau in das neue Grundschulgebäude voraussichtlich günstiger erfolgen kann als zunächst gedacht. „Deshalb ist die Sicherung aller acht Tierbilder mit dem vorhandenen Budget von 55 000 Euro möglich.“

Das ist die eine gute Nachricht. Die andere lässt Feiler fast nebenbei fallen. Denn er überlegt schon, wie das große Uhrenbild außen an der Turnhalle ausgesägt werden könnte. „Da sind Decken dazwischen und das Dach liegt drauf. Wir wissen noch nicht genau, wie wir das angehen sollen“, so Feiler. Bisher hieß es immer, für die Uhr ist kein Geld da.

Der erste Streich ist gelungen: Das Tiermosaik mit den Hasen (siehe rechts) ist, gut verpackt in eine gedämmte Holzverschalung, sicher aus der Wand gesägt und per Stapler herausgezogen worden.

Licht ins Dunkel bringt da Irmgard Schreiber-Buhl, die mit Schülern die Bilder-Rettung initiiert hat. Unter anderem mit ihrem Mann und Helmut Vollmann vom Historischen Verein wollte sie sich die Arbeiten nicht entgehen lassen und verrät, dass in der vergangenen Woche viel passiert sei. „Es könnte sein, dass es nächste Woche über eine private Initiative eine Lösung zur Rettung der Uhr gibt“, sagte sie geheimnisvoll. Mehr wollte sie noch nicht herauslassen.

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