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An dieser Stelle der Marktoberdorfer Straße soll bald ein Kreisverkehr entstehen.

Kreisverkehr statt Ampel

Schongau - Eine Woche zuvor hatte der Fachmann im Stadtrat noch geraten, die komplizierte Verkehrs-Situation am Schulzentrum mit einer Ampel zu lösen. Der Stadtrat entschied anders: Schongau bekommt einen weiteren Kreisverkehr.

Die mannigfaltigen Vorschläge, die Gutachter Peter Nolden zum Thema Verkehrsführung am Schulzentrum gegeben hat, sind bei der Stadt mit gemischten Gefühlen angenommen worden. „Wir sehen manches anders als der Gutachter“, sagte Stadtbaumeister Ulrich Knecht in der Sitzung des Stadtrats. Vieles, vor allem die Maßnahmen während der mehrjährigen Bauzeit, müssten vorher sowieso noch einmal besprochen werden, unter anderem mit der Polizei. „Da gibt es eine Lösung erst nach den Ferien“, kündigte Knecht an. Es soll auch einen runden Tisch geben, um einen abgestimmten Konsens zu erreichen.

Eine schnellere Lösung war dagegen gefragt, als es um die künftige Anbindung des Hauses für Kinder ging. Das soll gegenüber des Schulzentrums entstehen, und für den nötigen Bebauungsplan muss ein Plan her, wie der neue Kindergarten und der neue öffentliche Parkplatz auf dem bisherigen May-Gelände angefahren werden können.

Der Vorschlag von Gutachter Nolden: 

Eine Sperrung des Gartenwegs von der Marktoberdorfer her (und umgekehrt), dafür die komplette Abwicklung über eine Ampel auf Höhe der Bürgermeister Lechenbauer-Straße. Das sei die beste Lösung, um die Verkehrsmengen aufzunehmen. „Mit den intelligenten Ampeln, die ab 2017 kommen sollen, kann man da für eine grüne Welle sorgen“, sagte Stadtbauamts-Mitarbeiter Martin Blockhaus, als er noch einmal die Lösungsmöglichkeiten beschrieb. Von einem Kreisverkehr, wie er auch möglich sei, hatte der Gutachter abgeraten, weil das Überqueren für die Schulkinder zu gefährlich sei. „Die Stadt ist für die Kreuzung“, so Blockhaus.

Doch schon die erste Wortmeldung von Michael Eberle (CSU) ließ das zur Makulatur werden: „Wir halten den Kreisverkehr für die bessere Lösung“, sagte er und hatte einige Gründe parat. Neben dem Verkehr, der flüssiger fließen könne, sei gerade die Sicherheit der Schüler das Argument für den Kreisverkehr: „Wir wollen sie erst gar nicht auf die Straße locken, wie das mit einer Ampel der Fall wäre.“ Laut Gutachter passieren die schwereren Unfälle an Ampeln. Deshalb könne man sich nur während der Bauzeit am Schulzentrum eine Ampel vorstellen, danach solle ein Kreisel kommen.

Martin Schwarz (SPD) sah das genau andersherum. „Am Europakreisel schaut kein Autofahrer auf Kinder, da ist eine Ampel auf jeden Fall besser.“ Dem widersprach wiederum Stephan Hild (UWV): „Wenn die Baustelle vorbei ist, haben wir an der Marktoberdorfer Straße weniger Kinder, weil die Busse wieder in der Lechenbauer-Straße halten.“ Bei einer Ampel staue sich der Verkehr, dort laufen Kinder auch abseits des Übergangs zwischen den Autos über die Straße. „Das passiert auch beim Lechwirt, wenn dort Stau ist“, so Hild. Er würde bei einem Kreisverkehr auf eine Querungsmöglichkeit an der Marktoberdorfer Straße sogar komplett verzichten, um die Schüler weiter auf die sichere Unterführung zu verweisen.

Die Räte waren sich einig

Da hatte er Eberle auf seiner Seite: „Die Unterführung brauchen wir unbedingt weiterhin“ – Nina Konstantin (ALS) hatte angeregt, sie bei einer Ampelschaltung zu sperren, zumal sie sanierungsbedürftig ist. Sogar Schwarz schwenkte angesichts dieser Argumente um: „Wenn wir auf eine oberirdische Querung der Marktoberdorfer Straße komplett verzichten, bin ich auch für den Kreisel.“

Zwar widerstrebte es Siegfried Müller (ALS), einen Kreisverkehr nur für Autos zu bauen, ohne auf Belange von Fußgängern und Radlern zu achten. Doch Bürgermeister Falk Sluyterman (SPD) sicherte zu, diese Argumente natürlich zu berücksichtigen. „Wir müssen das prüfen und einen Plan machen, dann kann sich noch jeder äußern und wir sind auf der sicheren Seite“, so Knecht. Der Beschluss für den Kreisverkehr fiel im Stadtrat schließlich einstimmig.

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