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Freuen sich, dass ihr Südafrika-Projekt weiter angeschoben wird: Das Ehepaar Damaris und Gerd Reißmann aus Schongau, die ihr Herz an Südafrika verloren haben.

Ehepaar Reissmann unterstützt Hilfsprojekt

Schongauer Ehepaar läuft für Jugendliche in Südafrika

Schongau - Am 9. Oktober wird in München wieder der Stadtmarathon gestartet. Mit von der Partie sein werden dann auch Damaris und Gerd Reißmann aus Schongau – für eine gute Sache.

Die Liebe zu Afrika liegt bei den Reißmanns quasi im Blut. Schon vor Jahrzehnten besuchten sie den Kontinent, seinerzeit Äthiopien. Dann kamen nach und nach vier Kinder zur Welt. „Als wir dann beide um die 50 waren, fanden wir, dass es Zeit ist für ein Break“, erklärt Damaris Reißmann. Noch dazu kam, dass anlässlich eines von Schongau organisierten Austauschs eine Praktikantin aus den Townships in Johannesburg für einige Zeit im Betrieb von Gerd Reißmann arbeitete. In etlichen Gesprächen berichtete die über die Probleme in ihrer Heimat, wovon sich die Reißmanns aber selbst ein Bild machen wollten.

Gesagt, getan, sie nahmen eine zweieinhalbmonatige Auszeit und besuchten die Region rund um Johannesburg, wo sie auch ihre Praktikantin wieder trafen. Bei zahlreichen Trips wurde den Eheleuten schnell klar, wie ausweglos die Situation dort für Heranwachsende ist. Und nachdem die Reißmanns selbst vier Kinder haben, zögerten sie nicht lange und beschlossen, „dass wir handeln und etwas für diese Menschen tun wollen“. Damaris Reißmann: „Das hat sofort unsere Herzen bewegt.“

Und Ehemann Gerd Reißmann ergänzt noch: „Wir wissen aus eigener Erfahrung, wie wichtig eine gute Ausbildung für eine sichere Zukunft ist.“ Und unter dieser Prämisse soll ihr Projekt dann auch stehen. Bildung und Ausbildung, aber auch Nachhaltigkeit und Hilfe zur Selbsthilfe sind dabei die Eckpfeiler. Vorausgegangen sind dem diverse Gespräche mit Einheimischen, aber auch verschiedenen Hilfsorganisationen, die dort schon länger tätig sind. Und dabei wurde schnell klar, dass es vor allem an Ausbildungszentren (so genannte Skills-Center) vor den Toren der Townships fehlt. Und die wären erforderlich, um den jungen Menschen Perspektiven für ihr künftiges Leben an die Hand zu geben. Und auch Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten, wodurch sie aus dem Kreislauf der Hoffnungslosigkeit aussteigen könnten.

Das Ehepaar Reißmann hat dazu eine überkonfessionelle Hilfsorganisation als Partner vor Ort in Worcester (Western Cape), die bereits damit begonnen hat, junge Menschen in verschiedenen Sozial- und Ausbildungsberufen zu schulen. Woran es noch dringend fehlt, sind weitere Gebäude und Werkzeuge, um Jugendlichen auch in den handwerklichen Berufen das notwendige Rüstzeug vermitteln zu können.

Groß im Gespräch sind derzeit aber auch mobile Klassenzimmer, die auf einem bereits bestehenden Gelände gebaut werden sollen und dadurch gute Rahmenbedingungen zu schaffen.

Und weil Gerd Reißmann es mit den Worten Nelson Mandelas „Bildung ist die mächtigste Waffe, die eingesetzt werden kann, um die Welt zu verändern“ hält, sollen die Klassenzimmer durch den Staffel-Marathon, wofür jeder Läufer vor seinem Start für seine Kilometer Sponsoren sucht, finanziert werden. Das Reißmann-Team will den Staffelmarathon mit Teams von jeweils vier Personen besetzen. Dabei beträgt die kürzeste Distanz der Staffel 6,8 Kilometer, die längste 14,4 Kilometer. Da pro gelaufenem Kilometer von den Sponsoren zumeist zehn Euro, manchmal auch mehr, gespendet werden, geht man bei den Reißmanns davon aus, dass ein Team auf diese Weise mindestens 420 Euro erlaufen kann. Und es sind einige Teams, die für die gute Sache an den Start gehen. Dies erfolgt jedes Jahr unter dem Motto „Gemeinsam Gutes bewegen“, wobei heuer das Hauptaugenmerk auf Südafrika und die Situation in den Townships gelegt wird. „Der Unterschied zwischen reich und arm ist dort besonders groß, da wohnen Menschen in Wellblechhütten Tür an Tür“, verdeutlicht Damaris Reißmann die dramatische Lage.

Inzwischen reist sie mit ihrem Mann jährlich für mindestens zwei Wochen nach Südafrika, um dort das Projekt zu betreuen. Und das Ehepaar hat auch schon zahlreiche Freunde aus dem Bekanntenkreis als Spender gewinnen können. Beim Staffelmarathon wird übrigens auch ihre 16-jährige Tochter mitlaufen, um die gute Sache zu unterstützen. Apropos gute Sache. Damaris und Gerd Reißmann unterstützen darüber hinaus auch noch Kindergärten in den Townships, in denen man schon über kleinste Hilfen sehr dankbar ist. Wer seinerseits etwas für die Menschen in Südafrika tun oder am Sponsoren-Staffellauf mitwirken möchte, kann sich mit Gerd Reißmann via E-Mail unter gerd.reissmann@t-online.de in Verbindung setzen.

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