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Pommes frites sind eine begehrte Beilage in Speiselokalen und Restaurants.

Novum in Schongau

Keine Pommes mehr: Bürger beschweren sich beim Bürgermeister

Schongau - „Es geht auch ohne Pommes frites“, sagt Max Diegruber, Pächter der Blauen Traube in Schongau. Er hat die beliebte Leckerei vor einem Jahr völlig von der Speisekarte gestrichen – das hat sogar den Bürgermeister beschäftigt.

„Es stimmt, bei uns gibt es keine Pommes mehr“, sagt Max Diegruber. Seit Wiedereröffnung der Traditionsgaststätte Blaue Traube im Herzen Schongaus hat er auch in der Küche eine Umstellung vorgenommen. Die Friteuse, mit der die Pommes rausgemacht werden, ist verschwunden. „Wir haben eine offene Küche, da können Gäste jederzeit reinschnuppern“, verrät Diegruber. Und wegen dieser offenen Küche wäre der Geruch von Pommes und der Friteuse auch in die anderen Gasträume vorgedrungen. Das habe man vermeiden wollen.

Für den Trauben-Pächter war schon klar, dass sich die Gäste an diese Umstellung erst gewöhnen müssen. „Mittlerweile wissen unsere Stammgäste Bescheid, von denen fragt keiner mehr nach Pommes“, erzählt Diegruber. Die Schnitzel werden jetzt in der Pfanne mit Schmalz rausgebraten, und statt der Pommes gibt’s halt – je nach Wunsch – Bratkartoffeln, hausgemachte Spätzle und andere Spezialitäten. „Die kommen bei Kindern genauso an“, so seine Erfahrung.

Manche wenden sich an den Bürgermeister

Wie sehr die Schongauer die Pommes in der Blauen Traube anfänglich vermisst haben, hat selbst Bürgermeister Falk Sluyterman zu spüren bekommen. Bei ihm gingen immer wieder Anfragen per Mail ein, warum in der Blauen Traube keine Pommes mehr serviert werden, und dass er doch dafür sorgen solle, dass dies wieder der Fall sei. „Manche Leute meinen, ich bin für alles zuständig“, so der Bürgermeister schmunzelnd. Er jedenfalls werde dem Trauben-Pächter beim Aufstellen der Speisekarte nicht dreinreden, versichert Sluyterman.

Wer das Schongauer Brauhaus aufsucht, der muss dort auf Pommes nicht verzichten. Sie stehen auf der Speisekarte, „und das wird auch so bleiben“, sagt Küchenchef Patrick Antoni an. Wenngleich er einräumt, dass es nicht immer Pommes sein müssen, um einen Gast zufriedenstellen zu können. Da gebe es selbstverständlich Alternativen.

Nicht nur bei Kindern kommen die Kartoffel-Stückerl gut an

Die Pommes von der Speisekarte streichen? Für den Peitinger Wirt Markus Keppeler kommt dies nicht in Frage. „Die gibt’s bei uns auch weiterhin, zum Schnitzel, zum Cordon bleu, zur Currywurst oder als extra Portion“, verrät der Keppeler-Wirt. Vor allem bei Kindern kämen Pommes immer gut an, aber auch von Erwachsenen werden sie gerne verzehrt.

Ähnlich sieht es in der Zechenschenke in Peiting aus. „Wir haben nebenan den Minigolfplatz und richten regelmäßig Geburtstagsfeiern für Kinder aus, da sind Pommes nicht wegzudenken“, kann Peter Egger junior, Wirt der Zechenschenke, bestätigen. Wobei es natürlich auch genügend Alternativen gebe, zum Beispiel Bratkartoffeln, Kartoffel-Gratin usw., je nachdem was die Gäste wünschen. Allerdings: Beim Catering außer Haus verzichtet Peter Egger auf Pommes frites, „denn die sollen ja immer knackig frisch sein“, und dies könne man beim Catering außer Haus nur schwer gewährleisten.

Beim Panorama-Gasthof auf dem Auerberg stehen auch Pommes Frites auf der Speisekarte an, „da diese nicht nur von Kindern, Jugendlichen oder Heranwachsenden nachgefragt werden, sondern durchwegs bei allen Altersstufen beliebt sind“, berichtet Chefin Eike Weissinger. Es sei sogar festzustellen, dass im Rahmen einer Beilagenänderung vielfach auf Pommes Frites gewechselt werde. „Auch wenn Ernährungswissenschaftler immer wieder auf den zweifelhaften Wert von in Fett frittierten Kartoffeln hinweisen, bleibt festzuhalten, dass diese zumindest das seelische Wohlbefinden unsere Gäste spürbar heben“, so Weissinger.

Michael Gretschmann

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