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Das Ausholzen am Köhler-Anwesen hat vergangenes Jahr für viel Ärger gesorgt.

Schongau schwenkt um

Wettbewerb für Stadtmauer-Umfeld

Schongau - Überraschende Änderung beim Thema Stadtmauerumfeld: Es wird doch einen Planungswettbewerb geben, was eigentlich gar nicht vorgesehen war. Das wird das Projekt zwar hinauszögern. Doch Stadtbaumeister Ulrich Knecht hofft so auf noch mehr und bessere Vorschläge.

Das Thema Vergaberecht ist für den Außenstehenden extrem kompliziert. Doch selbst ein so erfahrener Fachmann wie Schongaus Stadtbaumeister Ulrich Knecht lernt nicht aus, wie er in der Bauausschuss-Sitzung zugab. Denn bisher war vorgesehen, für die Planung des Stadtmauerumfelds – dabei geht es um den Grüngürtel, die Aufenthaltsqualität, den Sonnengraben, Wege, Stadtmauerbeleuchtung, Pflegekonzept und Attraktivierung – wie übliche vergleichende Angebote von Landschaftsarchitekten und Stadtplanern einzuholen. Doch weil die Regierung von Oberbayern als Zuschussgeber auch alle bereits in der Vergangenheit erledigten Arbeiten wie etwa den Schwanenweiher zu dem Projekt dazurechnet, wird die magische Marke von 209 000 Euro Planungskosten überschritten. Das heißt: Das oben erwähnte Verfahren ist nicht mehr zulässig, sonst gibt es keine millionenschwere Förderung.

Die Stadt könnte jetzt vier geeignete Büros für einen „kleinen Testentwurf“ auswählen, so Knecht. Doch weil dort bereits Honorarkosten fällig werden, plädiert der Stadtbaumeister in Abstimmung mit der Regierung für das sogenannte VgV (früher VoF)-Verfahren mit Planungswettbewerb. „das ist sogar zu begrüßen, weil wir die beste Lösung bekommen werden“, so Knecht. Vermutlich dürften sich 15 bis 20 Büros an der komplexen Aufgabenstellung beteiligen, beim anderen Verfahren wären es weit weniger gewesen.

Bis zu zehn Monate dürfte alles dauern

Natürlich gibt es auch Nachteile: „Zeit und Kosten“, zählte Knecht auf. Denn auch wenn der Wettbewerb nicht so aufwändig wird wie beim Schulzentrum, wird es erst einmal bis nach der Sommerpause dauern, ehe das Büro gefunden ist, das den gesamten Wettbewerb plant und koordiniert. Erst dann geht es an die interessierten Büros, das mit dem Preisgericht und einem (oder mehreren) Sieger endet. Acht bis zehn Monate, schätzt Knecht, wird es bis zum Planungsstart dauern.

Auch die Kosten sind weitaus höher – allerdings nur auf den ersten Blick. Die ursprüngliche Vergabe hätte laut Knecht 15 000 bis 20 000 Euro gekostet, jetzt dürften es 70 000 werden – von denen die Regierung allerdings 60 Prozent übernimmt. Die letztlich fälligen 28 000 Euro sind von der Anfangs-Planung nicht so weit weg. Ein Argument, das für Knecht auch wichtig ist: Mit dem neuen Prozedere ist eine Bürgerbeteiligung zwingend vorgeschrieben – die Schongauer können also ihre Meinung einbringen. Das ist bei der heiklen Thematik nur von Vorteil wie Bürgermeister Falk Sluyterman (SPD) weiß: „Das Thema ist immer aktuell.“ Man sehe die Stadtmauer wegen des „urwaldähnlichen Bewuchses“ von keiner Seite aus – außer am Köhler-Anwesen an der Bahnhofstraße, wo die Stadt wegen der Ausholzung vergangenes Jahr „mächtig Ärger bekommen hat“, wie Sluyterman erinnerte.

Bürger müssen beteiligt werden

Auch Kornelia Funke (CSU) hat sich als Stadtführerin mit ihren Kollegen schon viele Gedanken gemacht, die werde man auf jeden Fall einfließen lassen, wie Knecht betonte. Und Helmut Hunger (CSU), der seine Zustimmung für den Schulzentrums-Planungswettbewerb wegen der Kosten-Entwicklung als seinen „größten Fehler“ bezeichnete, würde beim Thema Stadtmauer doch wieder zustimmen, weil es so komplex und heikel ist. „da ist es egal, ob es drei Monate früher oder später kommt, es ist der richtige Weg.“

Knecht warb für den Wettbewerb, der die „schwierige wie anspruchsvolle, städtebaulich nachhaltige und zukunftsprägende sowie weit ablesbare und touristisch bedeutende Maßnahme im historischen Stadtmauerumfeld“ bestens abdecken würde, und wurde mit einem einstimmigen Beschluss belohnt

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