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Die Schongauer Fußgängerzone: Wird sie bald ein Fall fürs Verwaltungsgericht?

Nach Repper-Antrag

Stadt kontert Fußgängerzonen-Vorwürfe

Schongau - Mit seiner Unterschriftensammlung bei Geschäftsleuten, die wegen der Fußgängerzone zum Teil über erhebliche Umsatzeinbußen klagen, hat Rene Repper vor den Sommerferien für viel Aufregung gesorgt. Jetzt war das Thema im Stadtrat, mit dem städtischen Tenor: Wir tun was. Aber auch die Geschäftsleute sollten mehr tun, hieß es.

Eigentlich hatte Repper bei der Stadt den Eilantrag gestellt, ab sofort wieder Verkehr über den Marienplatz fließen zu lassen. „Aber wir haben das geprüft, es ist eine Art Petition“, sagte Bürgermeister Falk Sluyterman (SPD) im Stadtrat. Als Eingabe stand es auf der Tagesordnung. „Ich habe mit Reppers Anwalt gesprochen, ob wir das überhaupt öffentlich machen können“, so Sluyterman. Doch weil Repper bereits im Vorfeld alle Stadträte und die Presse angeschrieben habe, sei das kein Problem. Reppers Wunsch, sein Anliegen persönlich vortragen zu dürfen, „ist aber nicht notwendig. Die Vorwürfe sind nicht neu und standen monatelang auf seinem Anhänger“, so Sluyterman. Sie lauten: Nein zur Fußgängerzone, Ja zum offenen Marienplatz, weil durch den Wegfall von Verkehr und Parkplätzen werden die Geschäftsleute geschädigt werden.

Manche haben auch Umsatzsteigerung

Man habe sich Reppers Argumente angeschaut, so Sluyterman, „und werden präsentieren, welche Gegenmaßnahmen wir haben, um Reppers Horrorszenario zu vermeiden“. Das übernahm Wirtschaftsförderin Yvonne Voigt. Sie hat durchaus Erklärungen, warum die Umfrage Reppers mit 51 Gewerbetreibenden zum Teil so negativ ausgefallen war. So seien mit der Fußgängerzone sieben Prozent der Altstadt-Parkplätze weggefallen, wegen des Henkerstochter-Festspiels fiel auch der wichtige Schaegger-Parkplatz mehr als zwei Wochen aus. „Deshalb gab es ein negatives Feedback der Kunden, die dort nicht mehr parken konnten, wo sie es gewohnt waren“, so Voigt.

Allerdings sei die Fußgängerzone zum Umfrage-Zeitpunkt erst fünf Wochen eröffnet gewesen. „In diesem kurzen Zeitraum könnten die Einbrüche auch andere Gründe haben“, so Voigt. Zudem hätten viele nicht teilgenommen und manche Branchen, wie zum Beispiel Modegeschäfte, sogar von einer Umsatzsteigerung berichtet. Auch Friseure und Gastronomie habe kaum über Einbußen geklagt. Aber natürlich müsse man das Ergebnis ernst nehmen, man könne sich keine Leerstände leisten.

Deshalb seien schon einige Maßnahmen wie intensivere Verkehrsüberwachung und drei zusätzliche Parkplätze am Marienplatz, auf denen Anwohner tabu sind, eingerichtet worden. Das Parkraumkonzept werde ab Ende Oktober oder Anfang November für mehr Frequenz sorgen, auch die Parkplätze am Buchenweg seien in Vorbereitung. Ein Imagefilm werde Ende Oktober fertig, das Einzelhandelskonzept sei in Arbeit, es werde ein Treffen der Altstadt-Anwohner geben und bald auch eine neue städtische Homepage – die Stadt sei nicht tatenlos, soll das heißen. „Wir machen viel, damit Reppers Szenario nicht eintritt“, bekräftige Sluyterman. „Aber so eine Eingabe kann nicht dazu führen, dass wir nach drei Monaten alles rückgängig machen.“ Man dürfe die Fußgängerzone nicht kaputtreden, sie werde angenommen, die Altstadt sei deutlich belebter als in den vergangenen Jahren – nur kommen die Besucher vielleicht nicht so in die Geschäfte, schränkte Sluyterman ein.

Gastronomie muss Zugpferd sein

Das liege vielleicht daran, dass beispielsweise viele Schaufenster auch nicht so anlockend eingerichtet seien, dass man sich daran erfreuen könne, sagte Friedrich Zeller (SPD). Ins selbe Horn stieß Sluyterman: „Zehnmal pro Woche höre ich Beschwerden von Bürgern, warum es keine einheitlichen Öffnungszeiten und keine längere Samstagsöffnung in der Altstadt gibt.“ Und Voigt betonte, die Gastronomie sei das Zugpferd, von dem auch der Einzelhandel profitiere. „Wenn dann im Sommer viele Lokale zuhaben, sodass die Tourist Info gar nicht mehr weiß, wo sie Gäste hinschicken soll, könnte man glauben, Gastronomie und Einzelhandel haben verschiedene Interessen.“

Das helfe jetzt auch nicht weiter, griff Michael Eberle (CSU) mäßigend ein. Er war zwar überrascht, wer alles über rückgehende Umsätze geklagt habe, aber eine Rückkehr zur alten Lösung komme auch für ihn nicht in Frage. „Ich setze große Hoffnung auf das Parkraumkonzept. Das kann man gut verkaufen und damit Positives bewirken“, sagte Eberle.

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