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Wieder eine Turnhalle: Hans Unhoch (l.) und Martin Lutzenberger, Hausmeister der Berufsschule, im Einsatz.

Berufschulhalle nach den Asylbewerbern

Warten auf die Handwerker

Schongau - Die Schongauer Berufsschulturnhalle ist geräumt, die Asylbewerber verteilt. Jetzt geht es ans Renovieren. Erfreulich: Die Halle ist nicht stark beschädigt. Die Arbeiten starten im Juli oder August. Zum September können die Schulen rein. Das plant das Landratsamt – trotz steigender Flüchtlingszahlen.

An die zuletzt 127 Asylbewerber in der Schongauer Berufsschulturnhalle erinnert nichts mehr. Die Betten, Schränke und Tische sind im Weilheimer Zentrallager des Landratsamts verschwunden. In einem der Geräteräume steht eine Tafel vom Deutschunterricht. Wochentage, Monate und Begriffe wie „Ausgang“ und „Ruhe bewahren“ stehen darauf in Kreide geschrieben. An der Wand neben dem Basketballkorb hängt ein Ausdruck: „Rechtsbildungsunterricht für Afghanen in Dari“, weist auf eine Infoveranstaltung im Ballenhaus hin. Hallenboden, Umkleiden, Duschen und WCs sind gereinigt, größere Schäden nicht zu erkennen. Und das trotz einer fast einjährigen Nutzung durch so viele Menschen.

Es war eine logistische Herausforderung für das Landratsamt

Vom 23. bis 27. Mai wurde die Halle ausgeräumt, 127 Personen auf die vom Landkreis angemieteten Unterkünfte verteilt. Alles nach Absprache mit Helferkreisen und Asylsozialberatung, wie Behördensprecher Hans Rehbehn betont. Die Unterkunft wurde nicht mehr gebraucht, weil es bis Ende April keine Zuweisung von Asylbewerbern nach Oberbayern gab.

Ortstermine mit Handwerkern gab es bereits. Es geht um die Reparaturen. Laut Rehbehn reichen die Gewerke von defekten Papierrollenhaltern über den Austausch aller WC-Sitze und Duschvorhänge bis zu zwei neuen Türblättern und Malerarbeiten in Umkleiden, Fluren und Treppenhäusern. Auch müssen Bodenläufe gereinigt, Leitungen gespült und Fliesen ausgetauscht werden. Betroffen ist vor allem der Sanitärbereich, der verkalkt und verschimmelt ist. Was aber völlig normal sei, so Rehbehn – der Bereich sei ja nicht auf eine derart starke Benutzung ausgelegt. Im Hallenboden, der nicht abgedeckt war, müssen Schadstellen beseitigt werden. Insgesamt fällt das Fazit von Rehbehn aber positiv aus: „Das ist nicht dramatisch, eigentlich sind es kleine Sachen.“ Kein Vergleich zu den starken Schäden in der Penzberger Turnhalle am Josef-Boos-Platz. „Wir haben ein Stück weit in Schongau gelernt“, sagt Rehbehn: So wurden unter die Bettenbeine extra Holzteller geschoben, um den Boden zu entlasten.

Schäden nicht so hoch wie bei der Penzberger Turnhalle

Die Ausschreibungen für die Reparaturen laufen. Rehbehn: „Die Kostenangebote für die Handwerker werden derzeit gesammelt.“ Genaue Zahlen kann er deshalb noch nicht nennen. Rehbehn schätzt die Kosten auf 30 000 bis 38 000 Euro brutto. Die Arbeiten plant das Landratsamt für Juli und August. Und hält an seinem Zeitplan fest: Ab Schuljahresbeginn könne die Halle wieder für den Sportbetrieb genutzt werden.

Allerdings sind die Flüchtlingszahlen im Landkreis wieder leicht angestiegen. Im Juni um 59 auf 1782. Allerdings nutzte das Landratsamt dafür vor allem Unterkünfte in Hohenpeißenberg, Iffeldorf, Steingaden, Polling, Pähl und Penzberg. An eine Belegung der Schongauer Berufsschul-Halle ist derzeit nicht gedacht, bestätigt Sprecher Rehbehn. Derzeit könnten durch „freiwillige Ausreisen, Abschiebungen, Entfernen aus der Asylunterkunft“ die Zugänge kompensiert werden.

Halle könnte schnell wieder genutzt werden

Schongau (derzeit 188 Flüchtlinge) wurde durch den Abzug der 127 Hallenbewohner deutlich entlastet. Bürgermeister Falk Sluyterman („Die Situation hat sich spürbar entspannt“) spricht jedoch weiter von „einem Damoklesschwert“, dass über seiner Stadt hänge. Denn: Sollten die Flüchtlingszahlen in die Höhe schnellen, könnte die Kreisbehörde die Halle schnell wieder nutzen. Obwohl es „kein Dauerzustand“ sein sollte, wie der Rathauschef einwirft. Und: „Wir sind in Schongau mit Asylbewerbern gut bedacht vom Landratsamt.“ Dass die Schongauer Berufsschule sofort wieder herhalten muss, bezweifelt Behördensprecher Rehbehn aber. Zum einen sei „ein Super-Gau“ bei den Zuweisungen derzeit nicht zu erwarten. Zum anderen werde man die Halle wohl kaum als erstes belegen – aus Gründen der Solidarität. Eine Aussage, die Schongaus Stadtoberhaupt gefallen wird.

Andreas Baar 

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