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Einige der insgesamt acht Tiermosaike, von denen vermutlich sechs gerettet werden können. Die große Uhr in der Mitte aber nicht.

51000 Euro stehen zur Verfügung

Schongauer Grundschule: Sechs Tiermosaike sicher gerettet

Schongau - Jetzt ist es offiziell: Voraussichtlich sechs der acht Tiermosaike des Künstlers Cobi Reiser werden aus der Staufer-Grundschule gerettet. Das Schicksal der monumentalen Uhr-Darstellung an der Turnhalle ist damit besiegelt. Ein letzter Rettungsversuch scheiterte im Stadtrat.

Noch bis Sonntag läuft die Spendenaktion zum Erhalt der Cobi-Reiser-Bilder, bisher sind 11 250 Euro eingegangen – das reicht nach Rechnung von Sebastian Dietrich vom Stadtbauamt voraussichtlich aus, um zusammen mit den 40 000 Euro der Stadt sechs der acht Tiermosaike aus der Wand zu sägen, zu erhalten, herzurichten und in den Neubau der Grundschule zu integrieren. Diese Aufzählung ist wichtig, denn es gab in der Stadtratssitzung am Dienstagabend erhebliche Missverständnisse darüber, was unter „Erhalt“ der Bilder zu verstehen ist.

Spendenaktion läuft noch bis zum Sonntag

Dabei hatte Dietrich beide Möglichkeiten klar benannt. Die erste, die letztlich beschlossen wurde, geht von Abbau bis Neuaufhängen, wobei mit dem festen Budget zum Stichtag 31. Juli eben nur eine bestimmte Anzahl Bilder erhalten werden kann. Unsicherheitsfaktor ist dabei auch die Ausschreibung, denn wegen eines „ungewöhnlich langen Postwegs von fünf Tagen“ konnte noch keine Firma beauftragt werden. Dietrich geht aber davon aus, dass trotz unterschiedlicher Techniken die angenommenen 8500 Euro pro Tiermosaik passen.

Dietrich schlug aber noch eine zweite Variante vor, die vor einem Monat im Stadtrat schon einmal abgelehnt worden war. Nämlich alle Bilder mitsamt Uhr-Darstellung und Pavillon-Spitzgiebel zu sichern und erst einmal einzulagern. Dafür würde die jetzige Summe ausreichen. „Dann hätten wir bis Mitte 2018 Zeit gewonnen“, so Dietrich. Erst dann soll der Grundschul-Neubau mit den geretteten Tiermosaiken eröffnet werden. Und bis dahin wäre auch noch Zeit, Spenden zu sammeln: Neben der Versteigerungs-Aktion, die Vize-Bürgermeister Tobias Kalbitzer plant, habe auch die Wüstenrot-Stiftung Interesse gezeigt. Es gebe ein Referenzprojekt, bei dem ein großer Teil der Summe für die Rettung von Kunstwerken bezahlt worden sei. Das Problem: Ob es eine Zusage gibt, werde noch dauern. Außerdem gebe es mindestens einen Interessenten, der ein Tiermosaik kaufen will – vom Erlös könnten auch weitere Kunstwerke gerettet werden. „Ich weiß, dass wir eigentlich etwas anderes beschlossen haben. Aber wenn die Bagger Anfang August anrollen, sind die Bilder einfach zerstört“, sagte Bürgermeister Falk Sluyterman (SPD).

Viele sahen die Gefahr, dass es immer teurer wird

Doch Michael Eberle (CSU) machte klar, dass er weiter von Erhalt mit Neueinbau ausgehe, dafür müsse das augenblickliche Geld reichen. Als Eberle mit der Nachricht überraschte, man wolle am liebsten die Uhr-Darstellung retten, rief ihm Sluyterman in Erinnerung, dass es bei der Petition der Schüler um die Tiermosaike ging. Auch Gregor Schuppe (ALS) betonte, „von der Uhr war nie die Rede“. Er war ebenfalls für den vorzeitigen Erhalt aller Bilder, doch Stephan Hild (UWV) warnte vor so einer Aktion durch die Hintertür, die am Ende vielleicht 100 000 Euro koste: „Das ist viel zu viel Geld. Die Spendenbereitschaft ist eben nicht so groß, dass man damit riesige Sprünge machen kann.“ Er sei dagegen, auf Verdacht alles zu erhalten und dann zu schauen, ob vielleicht genug Geld hereinkommt. Auch Eberle sah die Gefahr, dass es immer teurer werde.

Während einer Sitzungspause konnten sich alle Fraktionen besprechen, doch weil bei der SPD wegen Urlaub und Krankheit nur zwei Stadträte da waren, war der Ausgang vorgezeichnet: Der Vorschlag der Stadt, zunächst alle Kunstwerke zu sichern und zu schauen, dass später noch Geld hereinkommt, wurde mit 8:10 Stimmen abgelehnt. Der Erhalt möglichst vieler Tiermosaike – sie haben Vorrang, was einstimmig beschlossen wurde – für das bestehende Geld wurde schließlich mit 13:5 gebilligt. Das dürfte voraussichtlich für sechs der acht Tiermosaike reichen.

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