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Horst Siegert (links) steht fassungslos vor seinem Ford. Der Pharmaziereferent ist am Montagvormittag in den neuen Wassergraben der Schongauer Fußgängerzone gefahren. 

Auf dem Schongauer Marienplatz

Fußgängerzone: Auto fährt in Wassergraben

Schongau - Zum Gespött der Leute hat sich am Montagvormittag ein Mann aus Lenggries gemacht. Er fuhr mit seinem Ford in den neuen Wassergraben der Schongauer Fußgängerzone, und bleibt stecken. 

Horst Siegert zieht nervös an seiner Zigarette. Sein Gesichtsausdruck: Fassungslos. "Was will ich jetzt machen?", sagt er, kann sich in dieser Sekunde ein Grinsen aber nicht verkneifen. Der 71-jährige Lenggrieser ist am Montagvormittag gegen 11 Uhr mit seinem silbernen Ford in den neuen Wassergraben der Schongauer Fußgängerzone gefahren - und stecken geblieben.

Schaulustige schauen sich die Sache genauer an. 

"Den ADAC hab ich schon gerufen", sagt er. Um ihn und sein Auto scharen sich Bummler, Kaffeebesucher und Geschäftsleute. Auch die wenigen Altstadtbewohner haben davon mitbekommen, schauen neugierig aus den Fenstern im zweiten und dritten Stock. Siegert hat sich zum Gespött der Leute gemacht. "Das ist mir wirklich noch nie passiert", sagt er. Aber da muss er jetzt durch. 

Auch dann, als Verkehrspolizist Udo Mewes mit seinem Streifenwagen anrückt. "Auweh, jetzt kommt auch noch die Polizei", sagt Siegert, der Böses ahnt. Schließlich ist er mit seinem Wagen in die Fußgängerzone gefahren, was absolut verboten ist, in der Regel  70 Euro und einen Punkt zur Folge hat.

"Habe mich verfahren und wollte umdrehen"

Aber wie konnte es überhaupt so weit kommen? "Ich bin Pharmaziereferent, wollte zwei Neurologen und die Apotheke da vorne mit Medikamenten beliefern, habe mich dann verfahren und hier umdrehen wollen." Vor lauter Aufregung hat er das Fußgängerzonen-Schild übersehen, genauso den Wassergraben direkt neben dem Marienbrunnen. 

Und den hat er mit seinem linken Vorderreifen voll erwischt. So, dass ein eigenständiges Zurückfahren unmöglich ist. Der Unterboden direkt unter der Fahrertüre  steht auf der Pflaster-Kante des Grabens auf. 

Bis der Abschleppdienst kommt, zieht Siegert an seiner neuen Zigarette, und versucht das Gelächter und Kopfschütteln der vorbeigehenden Bürger zu ertragen - mit Humor. 

Um kurz nach 12 Uhr ist die Schau dann vorbei, Siegerts Wagen aus der Rinne befreit. Trotz sichtbarer Dellen kann er den Weg nach Hause antreten, das unglaubliche Missgeschick seinen Freunden und Bekannten erzählen.

Übrigens: Siegert ist bei weitem nicht der erste, der mit seinem Auto in die Schongauer Fußgängerzone fährt. Die hat bekanntlich erst vor gut einer Woche geöffnet, ist in den Köpfen vieler Leute noch nicht präsent. Polizei und Politessen bemängeln, dass einige Verkehrsteilnehmer die Schilder nicht beachten. So wie Siegert, der allerdings keine Chance mehr hatte, rechtzeitig vor dem Streifenwagen zu flüchten, sein Wagen steckte schließlich fest. 

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