Aus dem Gericht

Schongauer misshandelt Freundin - Gefängnis

Schongau - „Man kommt hier nicht um eine Haftstrafe herum“, stellte Richterin Katrin Krempl vom Amtsgericht in Weilheim klar. Für sieben Monate muss ein 49-jähriger Schongauer nun ins Gefängnis. Entscheidend für dieses Urteil waren die drei offenen Bewährungen, von denen eine einschlägig war.

Im Mai vergangenen Jahres hatte der Angeklagte in seiner Wohnung in Schongau seine damalige Freundin wiederholt körperlich misshandelt. Gestritten habe man sich wegen seines Frustes mit dem Jobcenter. Der Mann ist seit einiger Zeit erfolglos auf Arbeitssuche. Zunächst schlug er seine Ex-Freundin mit einem Geschirrtuch. Die Frau stürzte daraufhin rückwärts zu Boden und schlug mit dem Hinterkopf dabei gegen die Wand. Anschließend trat ihr der Mann noch in den Rücken. Die Frau erlitt dabei eine Beule am Hinterkopf und ein Hämatom am Lendenwirbel.

„Ich kann mich an gar nichts erinnern“, gab der Angeklagte vor dem Amtsgericht Weilheim an. Er hatte an diesem Abend reichlich Alkohol zu sich genommen. Und das, trotz einer abgeschlossenen Therapie in dieser Hinsicht. Die war ihm unter anderem auferlegt worden, da er ein Jahr zuvor schon einmal im Rausch seine Freundin körperlich misshandelt hatte.

Medikamente und Alkohol – fatal

Der Mann leidet an epileptischen Anfällen und muss Medikamente nehmen. In Kombination mit Alkohol eine fatale Sache.

Aber seine ehemalige Freundin sagte auch aus, dass der Mann ein erhöhtes Aggressionspotential habe. „Wenn er etwas getrunken hat, wird er schnell wütend“, sagte sie vor Gericht.

Trotz dieser beiden Vorfälle hegt die Geschädigte aber keinen Groll gegen ihren Exfreund. Sie lebt jetzt in einer anderen Partnerschaft. Angezeigt hatte sie damals ihren Ex-Freund nicht. Das kam auf anderem Wege zustande. Denn nach der Tat besorgte der Schongauer seiner Freundin ein Taxi und schickte sie in ihre Wohngemeinschaft.

Die Geschädigte war auf Grund des Vorfalls so aufgelöst, dass sie an diesem Abend eine Flasche Wein trank und Beruhigungsmittel nahm. Eine Mitbewohnerin machte sich deswegen Sorgen, denn die Frau war schon seit einiger Zeit suizidgefährdet. Sie benachrichtigte die Polizei, und der Fall kam ins Rollen.

Der Angeklagte ist fünfmal vorbestraft. Unter anderem wegen Beleidigung und Diebstahl. Die Trennung von seiner ehemaligen Freundin fällt ihm sehr schwer. „Das ist jetzt seine eigentliche Strafe, dass er mich verloren hat“, sagte die Frau dazu. Die 44-Jährige hatte kein Schmerzensgeld verlangt.

Angeklagter will Frieden haben

Vor der Urteilsverkündung bat der Angeklagte um eine nochmalige Bewährungsstrafe. „Ich will endlich meinen Frieden haben“, sagte er. Der Freiheitsentzug blieb ihm jedoch nicht erspart.

Regina Wahl-Geiger

Rubriklistenbild: © dpa

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