Das Gnettner-Wohngebiet: Blau eingezeichnet oben die Stelle, an der die Treppe entstehen sollte.

Gnettner-Areal Schongau

Stadt beerdigt unsinnigen Treppen-Plan

Schongau - Vor mehr als zehn Jahren wurde zwischen der Stadt und Günther Gnettner vereinbart, eine Treppe vom Baugebiet zur Altenstadter Straße zu bauen. Diese Planung ist nun Vergangenheit: zu kompliziert, zu teuer, zu selten nutzbar.

Wer den steilen Hollberg mit dem Auto hochfährt, blickt auf der rechten Seite, wo hinter Büschen das Gnettner-Wohngebiet durchschimmert, auf einen steilen Abhang. Ausgerechnet dort sollte Gnetter eine Treppe vom Wohngebiet bauen, wenn 130 Wohneinheiten gebaut worden sind – so wurde es im städtebaulichen Vertrag mit der Stadt 2005 beschlossen. Doch bereits 2010 fragte Gnettner nach, ob die Treppe nicht entfallen kann. Der Stadtrat vertagte das Thema für fünf Jahre, jetzt schlug es dort wieder auf.

Michael Wölfle vom Bauamt machte klar, dass die Gründe von Gnettner absolut nachvollziehbar sind. „Aus städtebaulicher Sicht ist es zwar sinnvoll, künftige oder vorhandene Baugebiete fußläufig miteinander zu verknüpfen.“ Doch schon damals habe das Bauamt vor den Problemen gewarnt, die im Lauf der Jahre nicht geringer geworden sind: Zum Beispiel die schwierige Hangsicherung und dass am Ende gar kein Fußweg ist, sondern nur 30 Zentimeter Straßenrand mit Leitplanke.

Laut Wölfle müssten 28 Meter Höhenunterschied überwunden werden, die Neigung beträgt 70 Grad – es wären extrem schwierige Bauarbeiten, damit der Hang nicht abrutscht, und letztlich könnten die Treppe nur Sportliche nutzen. Die Beleuchtung wäre kompliziert, ein Winterdienst unmöglich, weshalb die Treppe dann wohl gesperrt werden müsste – für Außenstehende stellt sich die Frage, wie es zur unsinnigen Treppen-Forderung an dieser Stelle kam, zumal es am Hollberg kein Wohngebiet gibt.

Das kam im Stadtrat nicht zur Sprache. „Es ist einfach eine ungünstige Stelle dort, wir sollten darauf verzichten“, schlug Wölfle vor. „Die Treppe dort braucht kein Mensch“, sagte auch Michael Eberle (CSU). Er nannte den Weg den „Dr.Zeller-Steig“, der damalige Bürgermeister habe ihn unbedingt gewollt. „Aber jetzt ist es an der Zeit, ihn zu beerdigen.“ Zeller, mittlerweile Stadtrat, fand es „schön, dass nach mir eine Treppe benannt werden sollte, die nach oben führt“. Er betonte, das habe damals das Gremium beschlossen, nicht er allein. „Die Überlegung war schon richtig, eine Verbindung zum Schongauer Norden zu schaffen. Aber das ist die allersteilste Stelle.“ Und auch noch unter Naturschutz, wie Bettina Buresch (ALS) anmerkte. Zeller schlug vor, für das Geld lieber das geplante Baugebiet im Norden am Hohen Graben anzuschließen.

Weil danach über Kompensationen gesprochen wurde, die Gnettner an die Anwohner im Baugebiet zurückzahlen müsste (für die Treppe waren 125 000 Euro Bürgschaft hinterlegt), beschwerte sich Stephan Hild (UWV), dass es „nur um Geld“ gehe, weil man sich nicht eingestehen wolle, damals etwas Sinnloses beschlossen zu haben. Letztlich wurde einstimmig beschlossen, die Treppe nicht zu bauen und Kompensationsmaßnahmen mit Gnettner zu besprechen.

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