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Unermüdlich drehten die begeisterten Tänzer ihre Kreise zu den Klängen der Gruppe Tango Harmony.

Tanz-Wochenende

Beim Tango sind die Rollen klar definiert

Schongau - Tanzen ist träumen mit den Beinen. Gelegenheit dazu gab es beim Tango-Wochenende, das Stefan Walter vom Kulturförderverein Lechwärts im Ballenhaus veranstaltete. Über 150 Besucher frönten an beiden Tagen ihrer Tango-Leidenschaft.

„Der Tango - das sind zwei ernste Mienen und vier Beine, die sich amüsieren“ – dieses Zitat von Carlo Labin umschreibt perfekt das Treiben im Ballenhaus am vergangenen Wochenende. Konzentrierte Mienen, geschlossene Augen, selbstvergessenes Schweben über die Tanzfläche. Es traf sich, musikalisch begleitet von der Gruppe Tango Harmony aus Budapest, Tangovolk aus Kaufbeuren, Landsberg und Murnau zur Milonga. Die Anzahl der Tanzpaare war aus Platzgründen begrenzt, aber trotzdem hatten sich auch Schaulustige eingefunden, die von den am Rand aufgestellten Stühlen aus das bunte Treiben auf der Tanzfläche beobachteten. Da gab es auch viel zu sehen. Vor allem die Tangoschuhe und Roben der Tänzer begeisterten neben den Tanzkünsten die Zuschauer. Drehungen, Wiegeschritte, teils schon akrobatische Figuren – hier hatten sich Tänzerinnen und Tänzer eingefunden, die bereits mehrjährige Tangoerfahrung vorweisen konnten. Die leidenschaftliche, gefühlvolle, teils melancholische Musik dazu lieferten ungarische Musiker um die blonde Geigerin Katalin Bartha. Fasziniert von der Musik Astor Piazollas hatte sie 1998 das Orchester Tango Harmony gegründet, das mittlerweile zu einer festen Größe in der Tangoszene geworden ist.

Tango ist auch eine Paar-Therapie

Die Tangoklänge genoss Katalin Bartha, die im blau schillernden Tangokleid mit tiefem Rückenausschnitt und hochhackigen Sandaletten ein Blickfang auf der Bühne war, nicht nur auf ihrem Instrument, sondern nutze die Orchesterpausen dazu, selbst eine Runde zu tanzen. Zum Beispiel mit Veranstalter Stefan Walter. Tango Harmony wechselte sich mit Elisabeth Zagel ab, die in den Live-Musikpausen für abwechslungsreiche Klänge vom Plattenteller sorgte.

Ruhiger ging es in der Ratsherrenstube zu, wo Stefan Walter Arbeiten zeigte, in denen er seine Tango-Erlebnisse künstlerisch aufgearbeitet hatte. Da prangte auf einem großformatigen Hinterglas-Bild ein tanzendes Paar, umgeben von zahlreichen Gesichtern und Augen. Wie auf einem Präsentierteller habe er sich bei seiner ersten Milonga gefühlt, so Stefan Walter lachend. Von der anfänglichen Unsicherheit ist nach drei Jahren Tango mit dreimal pro Woche tanzen und einigen Workshops und Kursen nichts mehr zu spüren. Schon eher von der Begeisterung für diesen Tanz. Schließlich lässt Stefan Walter kaum eine Tanzrunde aus. „Tango ist auch eine Paar-Therapie“, erzählt er schmunzelnd. Damit der Tanz funktioniert, müssen die Rollen der Tanzpartner klar definiert sein. Führen und führen lassen.

Etwas lockerer ging es dann auf der Kaffee-Milonga am Sonntagnachmittag zu. Bei freiem Eintritt konnte jeder, der wollte, ausgiebig das Tanzbein schwingen. Die Musik dazu wurde von Stefan Walter persönlich aufgelegt. Und wer Glück hatte, konnte mit einem Los einen Keramik-Tangotänzer aus seiner Werkstatt gewinnen.

Ursula Fröhlich

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