Im Dauereinsatz sind seit Wochen die Fahrer der Räum- und Streufahrzeuge. Foto: herold

„Überdurchschnittlicher Winter“

Schongau - Für die Mitarbeiter der Straßenmeistereien und Bauhöfe im Landkreis, die für rund 450 Kilometer Bundes-, Staats- und Kreisstraßen zuständig sind, heißt es seit Wochen durcharbeiten.

„Ja, wenn man die Einsatzzeiten und Niederschlagsmengen anschaut, ist dieser Winter schon etwas über dem Durchschnitt“, sagt Schongaus Bauhof-Chef Hans Eurisch. Schneepflüge, Streufahrzeuge und Mitarbeiter zu Fuß sind fast rund um die Uhr im Einsatz. Vor allem der Personaleinsatz sei intensiv: „Wir haben fast durchgängig 7-Tage-Wochen, in denen wir ab 2.30 Uhr im Einsatz sind, da bauen sich schon einige Überstunden an.“ Und die sollen ziemlich zeitnah abgebaut werden, „denn im Sommer gibt es ja jede Menge andere Sachen zu tun“.

Was den Winterdiensten besonders zu schaffen macht ist noch nicht mal die Menge des Schnees. Es ist die Art des Niederschlags: Fast durchgängig kommt Feuchtigkeit auf die kalten Fahrbahnen, so dass es immer schnell glatt wird. „Deshalb haben wir verstärkt auch Einsatzzeiten in der Nacht, weil zum Beispiel Lkw an den Steigungen am Krankenhaus- oder Rösslekellerberg nicht weiterkommen“, erklärt Eurisch.

Das kann sein Peitinger Kollege Franz Multerer nur bestätigen: „Der Winter an sich ist ja nicht schlimm, aber ständig diese Kleinmengen an Niederschlag bzw. Neuschnee. Grade warst’ mit dem Räumen fertig und hast Dich gefreut, prompt kommt ein neuer Schauer, und du kannst wieder von vorne anfangen.“

„Der Winter hat halt in diesem Jahr nie locker gelassen“, sagt auch Helmut Eberle, Leiter der Straßenmeisterei Landsberg mit Außenstelle Peiting. und spricht von einem „überdurchschnittlichen Winter“. Und das hat logischerweise Folgen: „Weil wir immer mehr fahren mussten, haben wir auch mehr Salz, mehr Diesel oder mehr Kanten für die Räumschieber gebraucht.“

Dass durch den Dauereinsatz Überstunden en masse anfallen, versteht sich von selbst. Das Abbauen dieser Überstunden gestaltet sich - zumindest in Schongau - schwierig: „Denn auch uns hat die Grippewelle erwischt, einige Mitarbeiter waren und sind krank“, sagt Bauhof-Chef Eurisch. Einzig positiv sei, dass die Entscheidung der Stadt vor zwei Jahren, Streusalz extern bei einer Spedition zu lagern und bei Bedarf anzufordern, sich bestens bewährt hat: „Das klappt hervorragend, wir bestellen bei Bedarf, und ein bis zwei Tage später ist das Salz da.“ Genauso reibungslos läuft es auch in Peiting, das es genau so macht. In diesem Jahr zum ersten Mal nutzt auch die Straßenmeisterei Landsberg solch eine Möglichkeit: „Wir haben heuer zum ersten Mal unser Salz bei einer Firma in Kaufbeuren gelagert“, erzählt Eberle. Nach seinen Worten funktionieren Bestellung und Lieferung von dort aus ebenfalls problemlos.

Apropos Salz: Durch die vertstärkte Räum- und Streutätigkeit steigt natürlich auch der Salz- und Splitverbrauch: „Wir haben jetzt schon 70 Tonnen mehr Salz als im Vorjahr verbraucht“, sagt Multerer nach einem Blick in den Computer. Ähnlich sieht es in Schongau und Landsberg aus. „Und der Winter ist ja noch nicht zuende“, sagt Eurisch.

jos

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