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Strahlendes Prinzenpaar: Johanna Reßle (Johanna I. vom Schloss Seitzenhof) und Martin Fichtl (Martin I. von der Hipster-Hochburg).

Ungewöhnliche Prinzenpaar-Suche in Schongau

Prinzessin mit gereimter Bewerbung

Schongau - Er hatte keine Wahl, und sie nahm schon weit vor dem 11.11 das Zepter in die Hand: Die Suche nach dem neuen Schongauer Prinzenpaar war ausnahmsweise mal nicht Sache des Präsidenten. Angefangen hat alles mit einem Brief.

Selten hatte ein Faschingspräsident leichteres Spiel, ein geeignetes Prinzenpaar für die fünfte Jahreszeit zu finden. „Ja, ich kann mich wirklich nicht beschweren“, sagt Andreas Mock mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Während die Hohenfurcher mit einem ganzen Gremium, unter falschen Vorwänden und etwas Alkohol ihre Kandidaten wortwörtlich ködern mussten, war die Suche für Schongaus Narrenhäuptling ein regelrechter Selbstläufer.

Vor der Alm stand die Bewerbung

Angefangen hatte alles mit einem Brief, der bei Mock bereits Ende Juni im Briefkasten landete. Absender: Johanna Reßle, 24, Trachtlerin, selbstständige Hauswirtschafterin, Sennerin. „Ich habe den so früh schreiben müssen, weil ich auf der Alm ja keinen Empfang habe“, sagt sie. Von Juli bis Mitte September bewirtete sie die Jägerhütte in der Bleckenau bei Schwangau. Ein Lebenstraum. Und eine Wahnsinns-Erfahrung, einen ganzen Sommer lang ohne Strom und Warmwasser auszukommen. Und jetzt der zweite Traum, den sie lebt?

Mit dieser gereimten Bewerbung an Faschingspräsident Andreas Mock bewarb sich Johanna Reßle bereits im Juni.

Mock war vom Inhalt des gereimten Briefes hellauf begeistert, sagte ihr sofort zu. „Dass mit einer Johanna Reßle als Prinzessin nix schiefgeht, ist eh klar.“ Der Präsident kommt aus dem Schwärmen kaum heraus. „Sie kann super Tanzen und ist immer gut gelaunt, auch zu später Stunde, was als Prinzessin sehr wichtig ist.“ Darüber hinaus hatte Reßle ihrem Oberhaupt jede Menge Arbeit erspart. Im Brief steht geschrieben: „Ich kümmere mich um alles.“ Auch um den Prinz.

Geschrieben, getan. An Johannas Seite stolziert diese Narrensaison Martin „Mortl“ Fichtl. Trinkfest, lustig, ein hervorragender Tänzer (weil ebenfalls Trachtler) und 28 Jahre jung. „Des basst richtig guad“, sagt Reßle. Fichtl, der in München als Elektrotechniker arbeitet, sieht das ganz genauso. „Für mich wäre auch nur Johanna als Prinzessin in Frage gekommen, weil sie bis in die frühen Morgenstunden voller Power ist und mich nicht zusammenscheißt, wenn ich um drei Uhr noch etwas trinken möchte.“

"Möchstest Du mein Prinz sein? Ja oder Ja!"

Wenngleich Fichtl so oder so keine andere Wahl gehabt hätte. Auch er bekam von Reßle einen Brief, in diesem Falle sogar handgeschrieben. Und versehen mit einem alles entscheidenden Frage-Antwort-Spiel: Möchtest du mein Prinz sein? Ja oder Ja!? Ohne lange zu zögern – was wäre ihm auch anderes übrig geblieben – hatte sich Fichtl für Ja entschieden.

Damit das mit all den Terminen, Kostümen und Reden klappt, steht dem Schongauer Prinzenpaar Andrea Goldmann als Hofdame zur Seite. Sie war bereits vor zwei Jahren Prinzessin und weiß genau, worauf es bei den zahlreichen Auftritten ankommt.

Mit Goldmann, Prinzessin Johanna I. vom Schloss Seitzenhof, und Prinz Martin I. von der Hipster-Hochburg ist die Schongauer Faschingsgesellschaft also bestens gerüstet für die härteste Zeit des Jahres – Lechau!

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