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Wolfgang Gebler, Schulleiter des Welfen-Gymnasiums Schongau.

Wahl zwischen G8 und G9

Gebler: "Das Hin und Her schadet nur"

Schongau - Die Pläne von Ministerpräsident Horst Seehofer, den Gymnasien künftig Wahlfreiheit zu lassen zwischen G 8 und G 9, stoßen auf geteiltes Echo. Auch am Welfen-Gymnasium in Schongau bricht man nicht in Hurra-Rufe aus. „Denn da sind noch einige Fragen ungeklärt“, sagt Schuldirektor Wolfgang Gebler.

Zurück zum G 9? Was ist da eigentlich gemeint? Das Modell Mittelstufe plus? Letzteres ist laut Wolfgang Gebler ein Kompromiss, bei dem Schüler nach der siebten Klasse die Wahl haben, ob sie die folgenden Klassen acht, neun und zehn in vier oder drei Jahren bewältigen wollen. „Wenn die Mittelstufe plus gemeint ist, bin ich überhaupt nicht begeistert“, erklärt der Direktor des Welfen-Gymnasiums. Von so einem Kompromiss halte er nichts. „Ein echtes G 9 muss von unten herauf kommen und auf neun Jahre ausgelegt sein“, ist Gebler überzeugt. Dann könnte er sich mit dem G 9 durchaus anfreunden.

Für den Direktor stellt sich aber auch die Frage, wer am Gymnasium die Entscheidung über G 8 oder G 9 überhaupt treffen soll. Die Schulleitung? Die Lehrerschaft? Oder dürfen Eltern und Schüler auch mitreden? „Angesichts all dieser offenen Fragen ist es schwierig, eine Wertung abzugeben“, zeigt sich Gebler zurückhaltend.

Fest steht für den Schulleiter allerdings: „Wir brauchen klare Strukturen.“ Das ganze Hin und Her seit Einführung des G 8, das permanente Nachjustieren, der Tanz auf der Stelle und das Kämpfen mit all den Schwierigkeiten habe den Gymnasien mehr geschadet und alle Beteiligten extrem belastet.

Elternbeiratsvorsitzende fordert ebenfalls klare Strukturen

Klare Strukturen – die fordert auch Sarah Erhard aus Hohenpeißenberg. Sie ist Elternbeiratsvorsitzende des Welfen-Gymnasiums und hält es nicht für förderlich, zwischen zwei Systemen hin- und herzuspringen. „Ich hätte das G 8 nicht eingeführt“, gibt sie, die noch beim G 9 ihr Abitur gemacht hat, offen zu.

Prinzipiell findet es Sarah Erhard gut, wenn es eine Wahlmöglichkeit gibt. Aber man müsse auch den Nutzen sehen. Denn ein Wechsel bringe meist auch Unruhe, und für die Lehrer sei es ebenfalls nicht einfach, wenn sie sich wieder umstellen müssen.

Bevor man jetzt also wieder zum G 9 umschwenkt, lieber dem G 8 weiter eine Chance geben und dafür bei den Unterrichtsinhalten Abstriche und Zugeständnisse machen, „damit die Schüler nicht überfordert werden“, so die Elternbeiratsvorsitzende.

mg

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