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Das Muslimengrab auf dem Waldfriedhof in Schongau. Auffallend die schräge Anordnung (Richtung Mekka).

Waldfriedhof Schongau

Grab nach Mekka ausgerichtet

Schongau - Muslime, die in Schongau sterben, werden vorwiegend in ihrem Heimatland beerdigt, da nur dort eine Bestattung nach streng islamischer Tradition möglich ist. Inzwischen gibt es aber auch auf dem Waldfriedhof in Schongau ein muslimisches Gräberfeld, auf dem Tote bestattet werden können – und zwar so, dass sie in Richtung Mekka ausgerichtet sind.

„Das haben wir uns schon lange gewünscht“, sagt Halit Köklü, der Vorsitzende des Türkisch-islamischen Vereins in Schongau. In dem ausgewiesenen Muslimenfeld im hinteren Bereich des Waldfriedhofes ist bereits vor zwei Jahren ein junger Syrer bestattet worden. Er war an den Folgen einer Krankheit gestorben, und da er in Schongau keine Angehörigen hatte, war auch niemand da, der die Kosten für eine Überführung in die Heimat hätte übernehmen können.

„Bisher sind alle verstorbenen Muslime immer sofort in ihre Heimat überführt worden“, berichtet Reinhold Jaser von der Friedhofsverwaltung in Schongau. Der Antrag des Türkisch-islamischen Vereins, im Waldfriedhof ein Gräberfeld für Muslime auszuweisen, lag deshalb lange auf Eis. Als dann vor zwei Jahren der Fall eintrat, war die Friedhofsverwaltung gewappnet und hat eine Grabstelle parat. Der Türkisch-islamische Verein hat sich um die Beerdigung gekümmert und um das Grab – mit Grabstein, Einfassung und Blumenschmuck.

Fügt sich in den Waldfriedhof ein

Dieses Muslimen-Grab fügt sich wunderbar in den Waldfriedhof ein, auffallend ist nur die schräge Anordnung. Dies muss so sein, denn der Kopf des Toten muss in Richtung Mekka gerichtet sein.

Wie läuft so eine Beisetzung nach dem Glauben des Islams eigentlich ab? Dafür gibt es festgelegte Regeln. Häufig werden gläubige Muslime in ihrem oder dem Heimatland ihrer Eltern beerdigt. Immer häufiger erfolgen islamische Beisetzungen aber auch in Deutschland. Dabei lassen die hier geltenden Regeln die vom Islam geforderte Beisetzung innerhalb von 24 Stunden nicht zu. Das Bestattungsgesetz erlaubt eine Bestattung frühestens 48 Stunden nach dem Todesfall. Ebenso sieht der Islam eine Beerdigung ohne Sarg vor.

Einige Friedhöfe haben die Sargpflicht bereits dahingehend gelockert, dass gläubige Moslems auf einem gesonderten Grabfeld nur im Leinentuch und ohne Sarg beigesetzt werden.

Die deutschen Bestattungsgesetze erschweren eine muslimische Bestattung. Viele der Riten sind per Gesetz nicht gestattet. So wird beispielsweise eine Bestattung in einem Sarg oder einer Urne vorgeschrieben. Vielerorts gibt es inzwischen die Ausnahme, welche gläubigen Muslimen die Beisetzung im Leinentuch gestattet.

Die Beisetzung am Tag des Todes ist nach deutschem Recht ebenfalls nicht zulässig, da eine Wartezeit von mindestens 48 Stunden vorgeschrieben ist. Diese Frist muss auch bei muslimischen Bestattungen in Deutschland eingehalten werden. Da gibt es keine Ausnahme,

Und wie sieht es in der Nachbargemeinde Peiting aus? 

„Bei uns gibt es bisher noch kein muslimisches Gräberfeld“, teilt Sylvia Schweiger, zuständig für Standesamt und Friedhofsverwaltung im Peitinger Rathaus, auf Anfrage der Heimatzeitung mit.

Allerdings steht in Peiting eine Änderung der Friedhofssatzung bevor. Ob in der Neufassung auch die Bestattung von Muslimen berücksichtigt wird, darüber müssen die Marktgemeinderäte erst noch beraten und dann entscheiden.

Michael Gretschmann

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