Borkenkäfer in den Startlöchern

Warnung an Waldbesitzer: Bitte kontrollieren

Schongau - Wegen Sturm Niklas hat die Waldbesitzervereinigung Schongau vergangenes Jahr die doppelte Holzmenge als üblich aufgearbeitet. Dieses Jahr lauert die nächste Gefahr – der Borkenkäfer.

Florian Riedl, Geschäftsführer der Waldbesitzervereinigung Schongau, hat schon mal durchgerechnet. „Sturm Niklas hat bei uns im Hauptschadensgebiet zu einer zusätzlichen Jahresmenge beim Holzaufkommen geführt“, teilte er mit und nennt auch Zahlen. Im vergangenen Jahr seien rund 70 000 Festmeter Holz aller Sortimente bei der Waldbesitzervereinigung Schongau angefallen. Über 1400 Waldparzellen der WBV-Mitglieder seien betroffen gewesen und der Reihe nach aufgearbeitet worden. „Üblicherweise bewegt sich das Jahresvolumen bei rund 35.000 Festmetern“, klärt Riedl auf.

Das Käferholzaufkommen ist allerdings im Vergleich zu den nördlich und östlich angrenzenden Gebieten noch gering. „Hier zahlt sich die gründliche und sorgfältige Sturmholzaufarbeitung im vergangenen Jahr sichtlich aus“, betont der WBV-Geschäftsführer. Allerdings geht er von einem deutlich steigenden Käferholzaufkommen in den nächsten Monaten aus.

Sonntagsspaziergänge in den eigenen Wäldern

Für „absolut wichtig“ bei der Borkenkäferbekämpfung hält Riedl die „Vorbeugung“ in Form von Käfersuche. „Heilung“ bedeute hier nur noch die Entnahme der befallenen Bäume mit meist deutlicher Wertminderung des Holzes. „Wir empfehlen daher, den Sonntagsspaziergang in den eigenen Wald zu verlegen, regelmäßig Kontrollgänge zu machen und die betroffenen Bäume und die in der Baumkrone angrenzenden Bäume zu entfernen“, so der Appell des WBV-Geschäftsführers.

Was die Waldbesitzer weniger gefreut hat: Das neue Jahr ist viel zu warm gestartet. Vereinzelt sind wieder kleinere Windwurfschäden in den vergangenen Wochen entstanden, die noch gefunden und aufgearbeitet werden müssen. „Wir empfehlen dringend, einen Blick in die eigenen Flächen zu werfen, ob Schäden entstanden sind“, rät auch Martin Klein, Vorsitzender der Waldbesitzervereinigung Schongau. Generell gelte es, die nächsten Wochen noch ohne weitere Sturmereignisse zu überstehen und zu hoffen, dass sich der Käferbefall in Grenzen hält.

Allerdings wird die Borkenkäferausgangslage durchaus kritisch gesehen. „Insbesondere die Gemeindegebiete von Burggen, Peiting und Altenstadt schätzen wir als besonders gefährdet ein“, betonen Riedl und Klein. Sie empfehlen deshalb dringend regelmäßige Kontrollbegänge im Wald.

Was den Holzmarkt betrifft, hat sich die Nachfrage inzwischen wieder normalisiert. Der Rundholzanfall in den vergangenen Monaten war saisonunüblich eher verhalten. „Mit einem hohen Käferholzanfall ist heuer auf jeden Fall zu rechnen“, ist sich WBV-Geschäftsführer Riedl sicher.

„Wald erleben“

Das Jahr 2016 haben die Waldbesitzer dem Motto „Wald erleben“ gewidmet. So sollen in den kommenden Monaten Wälder vorgestellt werden, die auf ihre Art besonders oder einzigartig sind.

Michael Gretschmann

Rubriklistenbild: © dpa

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