Die Zahl der Asylbewerber im Landkreis Weilheim-Schongau geht weiter zurück – im Vergleich zu Ende März ist sie um 44 auf jetzt 1771 gesunken. Stark gesunken ist die Zahl in Weilheim – damit hat Schongau jetzt zahlenmäßig die meisten Asylbewerber untergebracht. Umgerechnet auf die Bevölkerungszahl liegt aber weiter Rottenbuch vorne.

asyl im landkreis

Drei Großprojekte bleiben

Weilheim-Schongau - Auch im Landkreis Weilheim-Schongau liegen fast alle neu geplanten größeren Flüchtlingsunterkünfte auf Eis, wie zum Beispiel in Peiting. „Für uns heißt es jetzt tief Luftholen“, sagt Landratsamts-Sprecher Hans Rehbehn.

Groß war der Protest gegen die Unterbringung von mehr als 100 Flüchtlingen in einem alten Fabrikgebäude an der Peitinger Seestraße. Die ist jetzt vorübergehend genauso vom Tisch wie nahezu alle anderen größeren Vorhaben. Nur an drei Projekten werde man festhalten, so Landratsamts-Sprecher Rehbehn: „Die Hirschberg-Alm bei Pähl wird wohl in ein bis zwei Wochen beziehbar sein“, sagte er. Außerdem sind das ehemalige Edeka-Gebäude sowie die fast fertiggebauten Neubauten an der Nonnenwaldstraße, beides in Penzberg, für die nächste Zeit fest eingeplant. Sie sollen Flüchtlinge aufnehmen, die bisher in den Berufsschulturnhallen in Weilheim (53) und Schongau (135) untergebracht sind. „Die Hallen sollen bis Ende Mai geräumt sein, dann beginnt dort die Instandsetzung“, sagte Rehbehn.

Was mit den vielen gemeindlichen (wie in Pähl) oder privaten Projekten (wie im Schongauer Industriegebiet) ist, da zuckt Rehbehn mit den Schultern. „Das liegt nicht in unserer Hand. Wir wissen nur, dass wir laut Regierung von Oberbayern keine neuen Unterkünfte mehr belegen dürfen.“ Ohne Mietvertrag dürften viele private Bauwillige aber Probleme mit der Finanzierung bekommen. Und ob sich im Schongauer Industriegebiet die nötigen Umbauten vom Geschäftsturm zum Asylbewerberheim lohnt, gegen den sich die Stadt mit einer Klage vor dem Verwaltungsgericht wehrt, ist mehr als fraglich. Unterkünfte für 900 Plätze habe man in der Reserve gehabt, 200 davon ganz konkret – ob die jetzt wegfallen, weil die Vermieter nicht monatelang warten wollen, weiß Rehbehn nicht. „Einige bestimmt. Die Regierung setzt jetzt auf große Aufnahmezentren zum Beispiel in Kasernen, in denen die Flüchtlinge längere Zeit bleiben und auf ihr Verfahren warten sollen“, so Rehbehn. Erst nach der möglichen Anerkennung sollen sie auf die Landkreise verteilt werden.

Landratsamt kann sich auf nächste Welle nicht vorbereiten

Der ist für diese Unterbringung dann aber gar nicht mehr zuständig, sondern die einzelnen Kommunen. Schon jetzt gebe es einige Unterkünfte, bei denen der Mietvertrag mit dem Landkreis ausgelaufen ist und überlegt wird, was zu tun ist. Da der Landkreis immer wieder betont hat, die ortsübliche Miete zu zahlen, wäre es kein Unterschied für den Vermieter – außer dass er sein Geld statt vom Landkreis direkt vom anerkannten Asylbewerber oder, wenn er Hartz IV erhält, vom Sozialamt erhält. „Ob die Vermieter das wollen, weiß ich nicht. Da muss man mit ihnen reden“, so Rehbehn. Die Zahl der Fehlbeleger, also anerkannte Asylbewerber, die trotz Anerkennung in Flüchtlingsunterkünften bleiben, weil sie keine Wohnung finden, ist im Landkreis auf 143 gestiegen.

Auf die Landratsamts-Mitarbeiter hat der plötzliche Stopp der Asylbewerber-Zuweisung laut Rehbehn aber noch keine Auswirkung. Denn man habe noch gar nicht das komplette benötigte zusätzliche Personal einstellen können. Deshalb fallen jetzt auch keine Posten weg. „Alle sind befristet mit Zwei-Jahres-Verträgen eingestellt worden, die sind alle noch nicht so lange da. Bei anderen Landkreisen schaut das ganz anders aus. “ Und alle Asyl-Mitarbeiter haben gut zu tun, können jetzt Arbeiten erledigen, die bisher wegen der ständigen Suche nach Unterkünften zu kurz gekommen sind. Zum Beispiel Abrechnungen erstellen oder Bescheide erlassen. Erst, wenn die Flüchtlings-Flaute weiter anhält, müsste man sich Gedanken machen, ob die zusätzlichen Asyl-Mitarbeiter dauerhaft übernommen werden.

Doch Rehbehn geht nicht davon aus, dass die Zahl der Asylbewerber dauerhaft so niedrig bleibt wie jetzt. „Ich hoffe, dass die Regierung einen Plan hat, falls die nächste Welle kommt.“ Vorbereiten könne man sich leider nicht darauf: „Falls die Zahlen wieder ansteigen, fangen wir bei der Unterkunfts-Suche wieder von vorne an“, seufzt Rehbehn.

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