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Wolfgang Gebler, Leiter des Schongauer Welfen-Gymnasiums, beobachtet einen deutlichen Trend: Auf dem Land wird die Realschule immer beliebter, in und um Städten das Gymnasium. 

An Welfen-Gymnasium und Pfaffenwinkel-Realschule

Schülerzahl geht zurück – enormer Druck

Schongau - Die Anmeldezahlen für das kommende Schuljahr stehen fest: Sowohl am Welfen-Gymnasium, als auch an der Pfaffenwinkelreal-Schule ist die Ziffer um eine knappe Klassenstärke zurückgegangen. Auch, weil die Erfolgsquote des umstrittenen Probeunterrichts extrem gering war – und zwar an beiden Schulen.

Reallschulleiter Armin Eder ist kein großer Freund des Probeunterrichts, weil der Druck auf die Schüler enorm hoch ist. „Die vierte Klasse ist schon stressig genug“, sagt er. Wer den Schnitt für die Realschule verpasst, sei ohnehin mental angeschlagen. Üben dann auch noch die Eltern zusätzlichen Druck aus, Versäumtes über den dreitägigen Probeunterricht (Aufgaben in Mathe und Deutsch sowie ein mündlicher Unterricht) nachzuholen, ist die Psyche der Elf-, Zwölf- und 13-Jährigen endgültig stark angeknaxt – das Schlimmste aber noch immer nicht überstanden. „Die Erfolgsquote beim Probeunterricht ist bekanntlich sehr gering.“ Die allermeisten Teilnehmer fallen durch, können sich zuhause „sozusagen die zweite Ohrfeige abholen.“

Traumatisch! Auch heuer. Sowohl fürs Schongauer Welfen-Gymnasium als auch für die Pfaffenwinkel-Realschule haben sich diesmal nur ganz wenige über den Probeunterricht qualifiziert. „Die Zahl ist so gering, dass wir sie aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht sagen werden“, sagt Gymi-Schulleiter Wolfgang Gebler. Eder geht’s da ganz genauso. Das heißt: Nahezu alle künftigen Gymnasiasten und Realschüler haben es mit dem erforderlichen Schnitt geschafft – 2,66 für die Realschule, 2,33 fürs Gymnasium, jeweils in den Fächern Mathematik, Deutsch und Heimat- und Sachkunde.

130 neue Realschüler, 98 neue Gymnasiasten

In Zahlen ausgedrückt besuchen ab Dienstag, 13. September 2016, rund 130 neue Fünftklässler die Pfaffenwinkel-Realschule und 98 neue Fünftklässler das Welfen-Gymnsium. Bei Eder steht die Zahl noch nicht endgültig. „Wir haben definitiv 122 Anmeldungen für die Fünfte, aber auch noch zehn Voranmeldungen von Schülern aus dem Gymnasium und der Mittelschule, die je nach Schnitt und Leistungsvermögen entweder in unsere sechste oder fünfte Klasse wechseln.“ Oder doch auf ihrer alten Schule bleiben. „Das ist noch nicht ganz sicher.“ Verglichen mit 2015 ist die Anmeldezahl an beiden Schulen geringer. 115 Schüler wechselten im Vorjahr aufs Welfen-Gymnasium, 146 gingen auf die Realschule. Der demografische Wandel hält offensichtlich weiter an.

Nicht überraschend ist derweil, dass sich mehr Schüler der Realschule anschließen. „Der Trend in den ländlichen Schulen geht allgemein dahin, dass die Schülerzahl an Gymnasien auf Kosten der Realschulen abnimmt“, sagt Gebler. Dass sei in den Regionen Bayerischer Wald und Oberfranken besonders drastisch zu beobachten. Dagegen gehen in den städtischen Regionen immer mehr Schüler aufs Gymnasium. Woran das liegt? „Ich denke, dass in den Städten das Bildungsbürgertum stärker, dafür die Freizeitsituation auf dem Land wesentlich besser ist.“

Allgemeiner Trend: Mehr Realschüler als Gymnasiasten

Gebler hat Verständnis für Eltern, die ihren Kindern das Vereinsengagement nach erledigter Hausaufgaben dem anstrengenden Nachmittagsunterricht am Gymnasium (ab der sechsten Klasse) vorziehen. An der Realschule gibt es nämlich keinen verpflichtenden Nachmittagsunterricht. Gelber warnt aber auch: „Die Leute passen sich schnell an, sowohl an niedrigere als auch höhere Anforderungen.“ Will heißen: Hat ein Schüler das Zeug zum Abitur, sollte man ihn auch am Gymnasium anmelden und „nicht den Trend nachmachen, den einfachsten Weg zu gehen“.

Schlecht bestellt sind die Schüler im Schongauer Land letztlich an beiden Schulen nicht, weil sowohl mit dem Abitur als auch dem Realschulabschluss so ziemlich alle Türen offen stehen. „Bei uns können die Schüler nach der zehnten aufs Gymnasium wechseln, eine Ausbildung beginnen oder auf die Fachoberschule gehen“, sagt Eder.

Ein anderer Grund, der für beide Schulen spricht: Überschaubare Klassenstärken. Eder teilt seine 130 Neulinge in fünf Klassen auf (26er Schnitt), darunter auch eine Bandklasse, die zum normalen Unterricht eine Stunde Musik zusätzlich bekommt.

Gebler meldet für seine 98 neuen Gesichter vier fünfte Klassen an (25er Schnitt). Und stellte bereits ein Lehrerüberangebot fest. „Es kann gut sein, dass der ein oder andere versetzt wird.“ Zum Beispiel nach München, wo nicht nur mehr Schüler aufs Gymnasium gehen, sondern auch einige neue Schulen gebaut wurden. Dagegen kann sich Eder trotz niedrigerer Anmeldezahl auf einen Referendar mehr freuen – fünf statt vier. „Den habe ich schon länger beantragt.“

Schülerzahlen insgesamt

Derzeit tummeln sich am Gymnasium 900 Schüler und 80 Lehrkräfte. An der Realschule sind es 970 Schüler und 74 Lehrkräfte.

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