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Diese 18 Abiturienten haben einen Schnitt von 1,5 und besser erreicht. Rechts Schulleiter Wolfgang Gebler.

Welfen-Gymnasium Schongau

141 Wahnsinnige mit Abitur-Zeugnis

Schongau - Ein Rekord-Abitur-Jahrgang, dazu der insgesamt 50. in Schongau – es war eine besondere Zeugnisübergabe in der Lechsporthalle. Kurios: Schulleiter Wolfgang Gebler versprach eine persönliche Studienprämie, Landrätin Andrea Jochner-Weiß bezeichnete die Abiturienten als „Wahnsinnige“.

Schon vergangenes Jahr war es mit 129 erfolgreichen Schülern der größte Abiturjahrgang aller Zeiten, diese Zahl wurde nun locker getoppt. Das passt zum Jubiläum: „Über 4000 Abiturzeugnisse wurden in Schongau schon verteilt“, sagte Schulleiter Wolfgang gebler bei der Begrüßung, auch der Schnitt sei mit 2,31 fast derselbe. Aber nur fast: „Wir sind der schlechteste Jahrgang seit mindestens sieben Jahren“, war später in der Schüler-Rede zu hören. Doch dazu später.

Landrätin Jochner-Weiß sorgt für Gelächter

Vorher standen die Reden der Ehrengäste auf dem Programm. Schongaus Bürgermeister Falk Sluyterman sagte, das Lernen werde alle begleiten, um für die Anforderungen der Berufswelt gewachsen zu sein. Landrätin Andrea Jochner-Weiß sorgte für Gelächter bei den rund 500 Besuchern, als sie sagte: „Vor mir sitzen lauter Wahnsinnige.“ Sie münzte die Aussage auf ein Zitat von Erasmus von Rotterdam, der gesagt habe, der Umgang mit Büchern führe in den Wahnsinn. „Weil Sie alles in den Kopf bekommen haben, ohne wahnsinnig zu werden, ist dieses Zitat widerlegt“, sagte die Landrätin. Und spann den Faden weiter: „Mit wahnsinnig viel Wissen haben Sie das Abitur geschafft und jetzt wahnsinnig viele Möglichkeiten.“

Wurde gefeiert: Lehrer Wilfried Funke.

Diesen Ball nahm auch Wilfried Funke auf, der zum unzähligsten Mal von den Schülern für die Abi-Rede auserkoren worden war und schon Beifall erhielt, als er stumm am Rednerpult stand. „Na, ihr Wahnsinnigen“, setzte er an, spannte danach aber einen großen Bogen zur Verantwortung der Schüler. Dabei ging er auf den vor fünf Jahren gegründeten sozialwissenschaftlichen Zweig am Welfen-Gymnasium ein, der jetzt die ersten Absolventen hervorgebracht hat. „Bei uns spielt Sozialkunde keine einstündige Kleinstrolle wie an anderen Schulen, wir bringen euch politische Handlungsfähigkeit bei.“ Denn es sei wichtig, Bürger mit politischem Wissen zu haben, „um nicht Hetzern und Rattenfängern wie in England auf den Leim zu gehen“, so Funke in Anspielung auf den Brexit.

Doch zu ernst sollte es auch nicht sein. Mit lustigen Anekdoten wie der Schülerin, die an die Wand gelehnt mit offenem Mund schlief „und die wir schlafen lassen haben“, bekam Funke die Kurve. „Ich wünsche euch Muße, das ist mir ein besonderes Anliegen im Online-Zeitalter. Man kann auch mal Löcher in die Luft starren“, sagte er zum Abschied. „Und haltet euch von Idioten fern.“

W wie Wikipedia, A wie Abschreiben

Nach der feierlichen Zeugnisübergabe, die traditionell durch Elisabeth Priewich mit Kinderbildern und einem Satz aus dem Erstklass-Zeugnis aufgelockert wurde, standen die Ehrungen auf dem Programm (siehe rechts). Den Abschluss machten schließlich Hanna Schwarz und Jonas Imminger mit der Abiturienten-Rede, die von so viel Ironie durchzogen war, dass man oft nicht wusste, ob die Aussagen ernst gemeint sind oder nicht. Da wurde das Motto „WasABI – auch die schärfsten müssen mal gehen“ buchstabengetreu aufgeschlüsselt: Zum Beispiel W wie Wikipedia und W-Seminar, das untrennbar zusammenhänge: „Wir sind nämlich, anders als die Lehrer, der Meinung, dass das eine seriöse Quelle ist“, sagten sie. A wie Abschreiben sei eine Basis des Erfolgs, und S passe zu Schulstress, aber auch zu Saufen und Spanien – es steht nämlich eine privat organisierte Abschlussfahrt nach Lloret de Mar an, zu der sage und schreibe 118 der 141 Abiturienten mitfahren. Das ist wirklich Wahnsinn.

Mit Musik vom Kammerorchester des Welfen-Gymnasiums – zuvor hatten schon die Big Band von Musikschule und Gymnasium sowie Kammerchor und Instrumentalisten der Schule aufgespielt – ging es in den gemütlichen Teil über. Und vielleicht sieht man sich bald wieder: Weil nur ein winziger Teil der Abiturienten die Prüfungen etwa in Chemie oder Physik absolviert haben, lobte Gebler eine besondere Prämie aus: „Wer im Herbst eine Studienbescheinigung für ein Ingenieur- oder naturwissenschaftliches Fach vorlegt, bekommt von mir persönlich zehn Euro. Denn genau solche Fachleute werden in Deutschland gebraucht.“ Die schlimmstenfalls 1410 Euro, die er springen lassen müsste, „sind es mir wert“, so Gebler.

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