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Bei der Bayerischen Regiobahn verlaufen die Kontrollen im Allgemeinen sehr friedlich.

In Zügen und U-Bahnen

Was Kontrolleure dürfen

Weilheim-Schongau - Immer wieder ist von Problemen mit Ticket-Kontrolleuren in der Bahn oder öffentlichen Verkehrsmitteln zu lesen. Grund genug für den Anwaltverein Weilheim-Schongau, sich zu Wort zu melden. Vorsitzender Sebastian Krieger erklärt, welche Rechte Kontrolleure bei der Fahrscheinkontrolle haben und was unzulässig ist.

„Wer seine Rechte kennt, bleibt gelassener“, ist Krieger überzeugt. Er konstatiert, dass negative Vorkommnisse nicht nur ein Ärgernis darstellen, sondern für die Betroffenen Stresssituationen darstellen. Für den Ernstfall gibt er deshalb einige Ratschläge mit auf den Weg. So müssten Fahrgäste nur dann ihr Ticket vorzeigen, wenn sich ein Kontrolleur auch ausweisen könne. Werde ein Passagier ohne Ticket angetroffen, dürfe ihn der Kontrolleur durch Festhalten an der Flucht hindern. Nicht erlaubt sei es ihm hingegen, die Person an einen anderen Ort zu bringen. Andernfalls könne man von Nötigung, Körperverletzung oder Freiheitsberaubung sprechen. Die Ausnahme stelle sich nur dar, wenn sich der Kontrolleur auf eine Form der Gefahrenabwehr berufen könne.

Kontrollieren dürfen Mitarbeiter von Bahn und lokalen Verkehrsbetrieben übrigens nicht nur im Innern der Züge. In U-Bahnen beispielsweise gilt das auch hinter den Kästen zur Ticketlösung. Außerhalb dieser Zonen hätten Kontrolleure indes nichts verloren.

Was nicht erlaubt ist

Nicht erlaubt ist ihnen zudem der Rauswurf von Minderjährigen aus Zügen. Möchte ein Kontrolleur ein Kind dennoch aus dem Zug entfernen, muss er zumindest sicherstellen, dass es nicht hilflos allein zurückbleibt und eine Polizeistreife verständigen. „Andernfalls beginge er sogar eine Straftat“, weiß Krieger.

Für Christopher Raabe, Pressesprecher der Regio-Bahn in Augsburg, bedarf es vor allem des letztgenannten anwaltlichen Hinweises nicht. „Kinder darf man weder morgens, mittags oder nachts aus dem Zug werfen“, erklärt er, wird noch deutlicher: „Das sollte einem eigentlich schon der gesunde Menschenverstand sagen.“ Aber Kinder besäßen als Fahrschüler für gewöhnlich auch Tickets, so dass man davon ausgehen könne, dass sie ihren Fahrschein nur vergessen hätten. „Etwas anderes wäre das bei einer jungen Erwachsenen, die nie mit der Bahn fährt und einem dann erzählt, dass sie ihren Fahrschein in einer anderen Handtasche hat.“ Deshalb würden Kinder normalerweise auch nur ermahnt.

Was gewaltsame Übergriffe angehe, seien diese bei der BRB nicht angestiegen. „1,5 Fälle durchschnittlich im Monat registrieren wir da.“ Beim Meridian, der von München über Rosenheim nach Salzburg bzw. Kufstein fahre, seien es durchschnittlich zwei, ebensoviele bei der BOB, die von München über Holzkirchen an den Tegernsee verkehrt.

Im Ernstfall gibt es eine Notruf-Taste 

Der schlimmste Vorfall, an der sich Raabe erinnern kann, „war eine Gruppe von drei alkoholisierten Wiesn-Besuchern, die sich verfahren hatte und einen Kontrolleur, der sie darauf ansprach, verbal übel beleidigt hat. Verprügelt haben die Drei ihn aber nicht.“ Im schlimmsten Falle könne der Mitarbeiter den Notruf drücken. Dann stehe am nächsten Bahnhof sofort die Bundespolizei parat. Raabe: „Mir ist aber kein Fall bekannt, wo das nötig gewesen wäre.“ „Da gehe es den Kollegen von der Deutschen Bahn viel schlechter. Vor allem nach Fußballspielen, aber auch bei Großveranstaltungen wie der Wiesn komme es bisweilen mit Betrunkenen zu unschönen Begegnungen.

Bei der Regiobahn setzt man deshalb auch nicht auf eine Bewaffnung der Kontrolleure mit Pfefferspray, wie dies von der Deutschen Bahn angedacht wird. „Wir setzen auf Kommunikations-Schulungen und Deeskalations-Training“, erklärt er. Und: Jeder, der einen Job bei der Regiobahn antrete, bekomme von Anfang an die Rechte und Pflichten eingeimpft. Auch die Rechte des Fahrgasts seien integraler Bestandteil dieser Schulungen. „Alles in allem bewegen wir uns nahezu auf einer Insel der Glückseligen, vergleicht man unsere Situation mit der in Großstädten wie Berlin oder Hamburg“, so Raabe.

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