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Bitte hier unterschrieben: (v.l.) Ralf Niepel von der Telekom sowie die beiden Bürgermeister Xaver Wörle und Herbert Sieber setzen ihren Namen unter den Breitbandvertrag.

Steingaden/Prem

Breitband: Endlich kann es losgehen

Steingaden/Prem - Aufatmen in Steingaden und Prem: In beiden Dörfern kann der Breitbandausbau beginnen. Die beiden Bürgermeister unterzeichneten den Vertrag mit der Telekom. Während Prem einen Vollausbau mit der schnellen Datenautobahn bekommt, macht Steingaden erstmal nur einen Abschnitt.

Die Zufriedenheit war Xaver Wörle und Herbert Sieber anzusehen. Steingadens und Prems Bürgermeister setzten im Steingadener Rathaus ihren Namen unter den Vertrag mit der Telekom. Die Zuwendungsbescheide liegen vor, die Erlaubnis der Bezirksregierung für den vorzeitigen Baubeginn auch, jetzt die schriftliche Abmachung mit dem Konzern: Beide Gemeinden können mit dem lang ersehnten Breitbandausbau starten.

Die Telekom hatte die für das bayerische Förderprogramm, an dessen Töpfen sich beide Kommunen bedienen, nötige Ausschreibung gewonnen. Wobei in der Regel das Magenta-Unternehmen als einziger Anbieter ein Angebot einreicht – andere Mitbewerber winken aus wirtschaftlichen Gründen ab, denn der Ausbau auf dem Land lohnt sich für sie nicht.

Großer Schritt in die Moderne

„Es ist ein Wettbewerb“, machte Ralf Niepel, kommunaler Ansprechpartner der Telekom für den Ausbau in Oberbayern, deutlich. „Die Firmen müssen rechnen.“ Was es wohl für die Telekom tut, obwohl Niepel auf Nachfrage keine Investitionszahlen für den Ausbau nennt. Allerdings ist klar, was die beiden Gemeinden aufbringen müssen. In Steingaden liegt die Deckungslücke, die Summe abzüglich des Telekom-Anteils, bei rund 383.000 Euro. Immerhin 301.000 Euro fließen über das Förderprogramm, den Rest schultert die Gemeinde. In Prem bleiben laut Sieber rund 259.900 Euro zu finanzieren. Etwa 202.000 Euro übernimmt der Freistaat. Für das Geld machen die Dörfer aber einen großen Schritt in die Moderne.

In Steingaden werden rund 13 Kilometer Glasfaserkabel verlegt – bis zum Haus, die Kupferkabel sind passé. Möglich sind laut Telekom Datengeschwindigkeiten von bis zu 200 Megabit pro Sekunde (MBit/s) beim Herunterladen und 100 MBit/s beim Hochladen. Allerdings: Steingaden macht keinen Vollausbau. In einem ersten Abschnitt wird laut Rathauschef Wörle lediglich der südöstliche Bereich erschlossen. Vor allem soziale Einrichtungen wie das Karl-Eberth-Haus, die Bildungsstätte Langau, die Landvolkshochschule hängen dran – und natürlich Wies mit dem Weltkulturerbe.

„Wichtig war, dass wir so schnell wie möglich in die Gänge kommen“, so Wörle. Die Gemeinde hatte aus Kostengründen entschieden, nicht alles auf einmal zu machen. Wörle verspricht, „dass die anderen 52 Ortsteile nicht zu kurz kommen“. Denn der zweite Abschnitt ist bereits angelaufen: Mitte August endet das Angebotsverfahren. Geplant ist überwiegend Breitband bis zum Verteiler und dann weiter über die vorhandenen Kupferkabel – das spart Geld gegenüber der Luxuslösung bis zu jedem Haus. Kosten und Ausbaubeginn stehen aber noch in den Sternen. Auch, ob die Gemeinde dafür ins Bundes-Förderprogramm wechselt, ist offen. „Es kann sein, dass das ein Thema wird“, sagte Wörle. Seine vorsichtige Prognose: Läuft es gut mit den Behörden, könnte man 2017 starten.

Prem nimmt Chance wahr

Prem dagegen erledigt jetzt sein Breitband in einem Aufwasch fürs komplette Dorf. „Das ist eine Riesenchance“, sagte Bürgermeister Sieber. Lediglich der Ortsteil Moosreiten müsse von Halblech aus erschlossen werden. Rund vier Kilometer Kabel verlegt die Telekom, ein Multifunktionsgebäude wird mit neuester Technik ausgestattet. Es gibt einen Versorgungsmix. Der Großteil läuft über Glasfaser bis zum Verteiler und weiter über Kupferleitungen, was laut Telekom noch bis zu 50 MBit/s schafft. 33 Gebäude bekommen aber wegen ihrer vereinzelten Lage die High-Tech-Kabel gleich bis ins Haus gezogen.

Wie geht es weiter? Das Unternehmen steigt „nun in die Feinplanung für den Ausbau ein“, heißt es. Gleichzeitig wird eine Tiefbaufirma ausgesucht, Material bestellt und Baugenehmigungen eingeholt. Zwölf Monate hat die Telekom laut Vertrag Zeit für den Netzanschluss. Damit es reibungslos funktioniert, werden jetzt die Grundstückseigentümer angeschrieben.

Andreas Baar

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