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„Steig ins offene Herz“ auf dem Weg zur Wieskirche. Die jungen Leuten machten bei dieser Aktion gerne mit und zeigten bei der Jugendwallfahrt ein offenees Herz.

Wieskirche

Jugendwallfahrt: Mit offenem Herzen Gott erkennen

Wies - Etwa 800 jugendliche und jung gebliebene Wallfahrer aus sechs Landkreisen machten sich am Samstag auf den oftmals beschwerlichen Weg in Steingadens Ortsteil Wies. „Mit offenen Augen“ lautete das Thema der 41. Wies-Jugend – Wallfahrt zum Gegeißelten Heiland. Den Höhepunkt bildete der festliche Gottesdienst in der Wieskirche.

„So viele Jugendliche, sie setzen damit ein unübersehbares Zeichen für ihren Glauben“, sagt Monsignore Gottfried Fellner und fügt an: „Das beeindruckt mich immer wieder.“

Die Jugendwallfahrt, so der Wiespfarrer, bilde immer wieder einen Höhepunkt im Wallfahrtsjahr der Wieskirche. Den jungen und auch den älteren Wallfahrern wurden drei Stationen zum gemeinsamen Nachdenken, Beten und Singen angeboten. Alle haben sie das Thema „Mit offenen Augen“ aufbereitet. Mit offenen Augen durch die Welt, da sehe man Schönes, aber auch Leid und Unglück, beides sollten die Wallfahrer mit in die Wies- Kirche hin zu Gott nehmen.

Mit offenem Herzen Gott erkennen, das gehe beim Wandern viel leichter, meinte Kaplan Gabriel Bucher. Die Schöpfung verweise dabei auf einen Schöpfer, auf Gott. Mit offenen Händen den Nächsten sehen (Station drei) sei ein kleiner logischer Schritt für den, der Gott kenne und seinem Beispiel folge. Dies sei zugleich der Auftrag zum Handeln und Position zu beziehen: Gegen Ängste, gegen Pessimismus, gegen „Vogel-Strauß“-Verhalten, für den Nächsten, für den Fremden, für Aufrichtigkeit und Wahrheit.

Kaplan Bucher – er war der Hauptzelebrant unter den 15 Geistlichen beim festlichen Gottesdienst – sagte in seiner Predigt, Sehen sei nicht gleich Sehen. „Menschen gehen an nervigen Bettlern vorbei, lassen ihn am Straßenrand sitzen.“ Bucher erinnerte an die Heilung eines Blinden bei Jericho, zu dem Jesus gesagt habe: „Geh! Dein Glaube hat dir geholfen.“ Im gleichen Augenblick konnte der Blinde wieder sehen und folgte Jesus auf seinem Weg.

Der Kaplan aus Füssen warnte davor, die Augen zu verschließen vor der Not der Menschen. Der Glaube mache den Blick der Menschen weit. Bucher bat: „Behaltet den Blick, wenn Ihr in den Alltag zurückkehrt. Lasst Euch erfüllen von der Liebe Gottes. Gebt sie an andere weiter.“

Der Band „Chor’n Sound“ aus Hurlach war es diesmal vorbehalten, den Gottesdienst musikalisch zu gestalten. Das Schlusslied „Unterwegs in eine neu Welt“ sangen Chor und Wallfahrer gemeinsam. Nach dem Gottesdienst konnten die Teilnehmer beim gemeinsamen Picknick die „Wies-Jugend-Wallfahrt 2016“ ausklingen lassen.

Die Teilnehmer hatten übrigens durchwegs unterschiedliche Motive für die Teilnahme an der Wallfahrt. Max Waldmann aus Schwabbruck beispielsweise hat vor genau 25 Jahren seine Angela in der Wieskirche geheiratet. Seither nimmt er jedes Jahr an der Wallfahrt teil. Diesmal begleiteten ihn seine beiden Töchter Bianca und Corina.

Michael Groß, Lothar Riedmüller und Stefan Maierhofer sind von Peterstal bei Kempten 44 Kilometer in die Wies geradelt, um an der Wallfahrt teilzunehmen. Den Grund erklärt Michael Groß: „Peterstal richtet im Juli das Bezirks-Musikfest aus. Wir hoffen, wettermäßig, dass die Wallfahrt was nützt.“

Die Jugendlichen kamen übrigens aus den Landkreisen Weilheim-Schongau, Landsberg, Garmisch-Partenkirchen, Bad Tölz und Starnberg. Für die gesamte Organisation der Wies-Jugendwallfahrt 2016 war das Wies-Team (19 ehrenamtliche junge Leute aus verschiedenen Pfarreien) zuständig. Koordiniert von Fabia Miller von der Katholischen Jugendstelle Regio-Weilheim.

Walter Kindlmann

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