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Astrid Brüggemann machte nicht nur auf Frontalunterricht. Mitunter ging der Lerncoach auch ins Publikum, um mit den Eltern auf Tuchfühlung zu gehen.

Vortrag der LVB in der Mittelschule Steingaden

Wie man lernt, richtig zu lernen

Steingaden - Nicht jeder kommt als Wunderkind auf die Welt. Aber es gibt Wege, wie man sich das Leben schwerer machen kann, und Wege, wie man leichter und besser lernen und verstehen kann. Der LVB Lernen besucht mit Lerncoaches die Schulen und gibt Tipps.

Sich Wissen aneignen, verstehen, wie etwas funktioniert oder warum, dafür geht man in die Schule. Vor allem in der Kindheit und Pubertät zeigt sich, wer beim Lernen Probleme hat. Dabei kann man das richtige Lernen lernen. Dafür muss man aber die richtigen Strategien kennen und ein Stück weit auch wissen, welcher Lerntyp man selber ist.

Dass dieses „Problem“ viele Kinder, und noch mehr Eltern, umtreibt, konnte man an der Zahl der Eltern ablesen, die sich zu dem Vortrag der Münchnerin Astrid Brüggemann angemeldet hatte. Man habe viel Glück gehabt, begrüßte Jürgen Jahrsdörfer die gut 160 Eltern in der Mittelschule Steingaden. Glück, dass man sich rechtzeitig für den kostenlosen Vortrag gemeldet hatte und dann auch noch ausgewählt worden sei.

Lernstrategien sind wichtig

Worum es bei ihrem Vortrag geht, macht Brüggemann, die als Lerncoach arbeitet, schnell deutlich. Zu ihr kämen alle Arten von Schülern, von der Grundschule bis ins Studium, um zu lernen. Besonders betonte sie dabei die Lernstrategien. Denn „Warum soll man den schweren Weg gehen, wenn es auch leichter geht“. Dabei gewährte Brüggemann einen Einblick in die Art und Weise, wie wir lernen. Und Kinder lernten sehr unterschiedlich, weiß Brüggemann aus eigener Anschauung von ihren Kindern. In der Not, das Abitur nicht zu schaffen, habe ihr Sohn sich mit den eigenen Lernstrategien befasst,   ausprobiert, was funktioniert, und was nicht, so die Mutter. Um das zu verstehen, müsse man verstehen, wie das Gehirn funktioniert. Man müsse sehen, wie man das Lernen optimieren könne und auch, wie man das Gelernte verfestigen könne. Weiterhin sollte es um die emotionale und die kommunikative Seite gehen, insbesondere wollte Brüggemann den Anwesenden zeigen, wie man auf ein Problem beim Lernen reagieren sollte und welche Reaktion grundverkehrt wäre.

Brüggemann zeigte, zu was das Gehirn fähig ist, welche Denkleistungen wir vollbringen können, vor allem, an was wir uns erinnern können und wo dieses Wissen im Ultrakurzzeit-, im Kurz- oder im Langzeitgedächtnis abgespeichert wird. Auch die Ordnung, die wir beim Lernen benutzen, hilft uns, uns zurechtzufinden in der Lagerhalle der Gedanken. Wer effektiv lernen will, der muss seinem Gehirn aber auch die Zeit dazu lassen und geben. Wer sich nach dem Memorieren der Vokabeln an die Spielekonsole setzt, kann das Gelernte nicht so verfestigen wie derjenige, der noch ein paar Minuten im „Leerlauf“ verbringt.

Wichtig ist es aber auch zu wissen, welcher Lerntyp man ist. Vier gibt es insgesamt, man unterscheidet den logisch-abstrakten, den sicherheitsliebenden sowie den emotionalen und den kreativ-chaotischen Lerntyp. So unterschiedlich wie die Kinder sind auch diese Lerntypen, der eine hat eine schnelle Auffassungsgabe, braucht Fakten und liebt die Grammatik, der andere hingegen ist stets auf Sicherheit bedacht und liebt es, auswendig zu lernen. Der Dritte ist der „Unruhegeist“ und muss sich bewegen, wenn er „arbeitet“, rennt beispielsweise auf und ab beim Lernen, und der letzte Lerntyp ist fantasievoll und begabt, leider aber auch oberflächlich, was die Arbeit angeht. Natürlich war das nur ein kurzer Auszug dessen, was die Lerntypen ausmacht.

Anhand verschiedener Tests zeigte der Lerncoach, wie das Gehirn funktioniert, ließ die Eltern Worte oder Zahlen lernen, um zu zeigen, ab wann wir nichts mehr aufnehmen oder eben, um wie vieles leichter es ist, mit System zu lernen.

Astrid Brüggemann zeigte den Eltern aber auch, dass es diverse Hilfsmittel gibt, mittels deren Hilfe man besser lernen kann, angefangen vom altmodischen, aber immer noch zuverlässigen Karteikartenkasten bis hin zu Lernplattformen, die es im Internet gibt.

Die Links

finden sich auf der Homepage des Lernvereinswww.lvb-lernen.de. Dort kann man auch eine Test herunterladen, um den Lerntyp der eigenen Kindes zu bestimmen sowie weitere Ratschläge, wie man dem Kind beim Lernen helfen kann.

Oliver Sommer

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