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Ein Schuss aus dem Hinterhalt: Im Revier Lauterbach fahndet die Polizei nach einem unbekannten Wilderer.

Im Revier Lauterbach

Wilderer schießt drei Rehböcke an

Steingaden - Der Verdacht besteht schon lange, dass im Bereich Steingaden ein Wilderer sein Unwesen treibt. Doch beweisen konnte man bisher nie etwas. Nachdem in den vergangenen Wochen drei Rehböcke mit Schussverletzungen aufgefunden worden sind, ist bei der Polizei Anzeige erstattet worden.

„Diese Schussverletzungen können nur von einem Wilderer stammen“, ist sich Schongaus Vize-Polizeichef Manfred Maier sicher. Denn es wurde mit einem Kleinkaliber-Gewehr geschossen – also nicht mit jagdlicher Munition. Außerdem würde ein Jäger ein angeschossenes Tier nicht liegen lassen.

Seit nunmehr 20 Jahren ist Jagdpächter Markus Moldzio aus Andechs für das Revier Lauterbach zuständig. Dort ist der Wilderer anscheinend besonders aktiv, ohne dass man ihm bisher das Handwerk legen konnte. Schon vor drei Jahren hat Moldzio in seinem Revier Munition gefunden, die auf einen Wilderer hindeutete. „Doch nun hat sich der Verdacht erhärtet“, sagt der Jagdpächter.

Der Rehbock war ziemlich mager und humpelte

Vom Ansitz aus konnte er einen Rehbock beobachten, der humpelnd aus dem Wald kam, ziemlich abgemagert war und einen kranken Eindruck machte. Nach dem Gnadenschuss stellte sich heraus, dass der Rehbock an den Vorderläufen Schussverletzungen hatte, die nicht von einem Jäger stammen konnten. Insgesamt hat Moldzio in der Zeit von Mitte Mai bis Mitte Juni drei Rehböcke registriert, die jeweils Schussverletzungen durch Kleinkalibermunition aufwiesen. Der Jagdpächter geht davon aus, dass auf die Tiere vom Auto aus geschossen worden ist – vermutlich von einem Feldweg aus, der als Sackgasse im Revier Lauterbach endet.

Die Schussverletzungen bei diesen drei Rehböcken wurden dokumentiert und analysiert, um später einmal Beweise auf der Hand zu haben, sollte der unbekannte Wilderer irgendwann doch noch ermittelt werden können. „Das waren drei Wilderer-Fälle, die jetzt aufgedeckt wurden. Wie hoch die Dunkelziffer ist, kann man gar nicht sagen“, teilt Moldzio mit.

Auch im Nachbarrevier Hirschau, das Jagdpächter Walter Kunert aus Peiting seit 32 Jahren betreut, liegt der Verdacht nahe, dass sich dort ein Wilderer herumtreibt. „Konkrete Beweise gibt es bisher aber nicht“, berichtet Kunert. Außerdem sei es oft schwierig, Schüsse zu orten. Es lasse sich meist nicht feststellen, ob sie diesseits oder jenseits des Lechs abgegeben worden sind.

Erfolgen die Schüsse von einem Auto?

Absprachen der Revierpächter untereinander ergeben meistens, dass zum Zeitpunkt der Schüsse kein Jäger auf der Jagd war. „Manchmal ist das Ganze schon sehr verwunderlich“, räumt Walter Kunert ein. Auch er geht davon aus, dass die Schüsse von einem Auto aus erfolgen. Das Motiv für die Wilderei? Hunger, so wie in früheren Jahren, könne es keinesfalls sein. „Wohl eher Spaß am Schießen auf Wild“, ärgert sich Kunert.

Um den Wilderer ermitteln zu können, ist die Polizei auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen. Wer hat in den vergangenen Wochen verdächtige Fahrzeuge beobachtet, die in den besagten Revieren im Bereich Steingaden unterwegs waren? Wahrnehmungen, die zur Ermittlung des Wilderers führen könnten, nimmt die Polizeiinspektion Schongau unter der Telefonnummer 08861/ 23460 entgegen.

Michael Gretschmann

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