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Kann noch lächeln: Kinsaus Gemeindesekretärin Martha Besel.

Gemeinde Kinsau sauer auf die Telekom

Kinsauer Rathaus ohne Telefon und Internet

Kinsau - Ärgerliche Sache: Die Telekom hat es noch nicht geschafft, den Internet- und Telefonanschluss der Gemeinde Kinsau im neuen Gebäude im Pfarrhof zu installieren. Doch nun naht Rettung.

Über Bewegungsmangel braucht sich Martha Besel nicht zu beklagen. Die Sekretärin der Gemeinde Kinsau legt seit dem Umzug des Rathauses in den Historischen Pfarrhof jeden Tag etliche Meter zurück, immer die selbe Strecke, vom alten zum neuen Rathaus. Der Grund: Die Telekom hat es noch nicht geschafft, den Internet- und Telefonanschluss der Gemeinde im neuen Gebäude zu installieren.

Eigentlich paradiesisch für moderne Arbeitnehmer: Den ganzen Tag gibt das Telefon Ruhe. Keine ständigen Mails. Doch die Mails, Faxe und Anrufe kommen dennoch – Martha Besel muss dann zum Erledigen immer in das alte Gebäude in der Dorfstraße zurück. Das sind zwar nur ein paar 100 Meter – doch das summiert sich. „Ich pendle den ganzen Tag hin und her“, sagt Besel, „immer mit meinem USB-Stick in der Tasche.“

Auch wenn sie das Ganze mit Humor nimmt, ist der unfreiwillige Verzicht auf die digitale Welt doch ziemlich nervig. Denn sämtliche Akten und Papierunterlagen befinden sich bereits im neuen Rathaus. Und das nur, weil die Telekom es immer noch nicht geschafft hat, das neue Rathaus im Historischen Pfarrhof mit Telefon und Internet zu versorgen.

Bereits im März wurde die Verlegung beantragt. Im August, so Besel, sei mal jemand von der Telekom da gewesen. Anfang September hatte die Schongauer Firma Repper bereits die Telefonleitung im Gebäude installiert. Seither ist aber nichts passiert.

Auch wenn der Breitbandausbau eine andere Baustelle ist: Es wirkt etwas grotesk, dass eine Gemeinde, die gerade der Telekom einen Auftrag für viele tausend Euro erteilt hat, so lange auf einen banalen Telefonanschluss warten muss. Immer wieder gab es in den eineinhalb Monaten seit dem Umzug Gespräche mit dem Unternehmen. „Wir wurden immer wieder vertröstet: Es hieß, wir hätten absolute Priorität“, sagt Besel. Auch Bürgermeister Marco Dollinger wird inzwischen etwas ungeduldig: „Ich habe ja für vieles Verständnis, aber das dauert doch ziemlich lange.“

Für die Gemeindesekretärin ist es ja nicht nur der Mailverkehr und das Telefon. Nicht einmal die Kopierer im neuen Rathaus funktionieren ohne Netzanschluss. Zum Kopieren geht sie dann in den nahen Kindergarten.

Zuerst war Besel für die täglichen „Amtswege“ mit dem Fahrrad unterwegs. Geht inzwischen wegen des nasskalten Wetters nicht mehr, denn „ich hab ja meine Unterlagen dabei, die sollen nicht nass werden“.

Doch nun naht Rettung. Noch diese Woche soll der Telekomtechniker kommen, anschließend wird die Firma Repper die PC-Anlage installieren. Dann sollte auch das Telefon mit der alten Rufnummer 08869/240 dort funktionieren.

Klaus Mergel

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