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Spaß in der Freizeit: Auch zum Minigolfen in Erling gehen die Helfer mit den Flüchtlingen.

Asyl

Applaus für den Andechser Helferkreis

Erling - Ehrenamtliche berichten von ihrer Arbeit und belegen eindrucksvoll, wie gelungene Integration in der Gemeinde Andechs funktioniert.

 „Ich bin stolz, in dieser Gemeinde wohnen zu dürfen“, sagte Landrat Karl Roth am Montagabend im Saal des Andechser Klostergasthofes. Der Helferkreis Asyl und die Gemeinde hatten die Bürger eingeladen, sich einen Überblick zu verschaffen, was im vergangenen Jahr alles für die Flüchtlinge im Ort getan wurde und wie sich die Familien eingelebt haben. Die Besucher quittierten das Geleistete der Ehrenamtlichen mit einem donnernden Applaus.

Helferkreischef Manfred Boll überließ das Fazit nach einem Jahr zunächst einmal den Flüchtlingen selbst: „Das Beste, was uns passieren konnte, war in Andechs angekommen zu sein“, zitierte Boll einen glücklichen Mann aus dem Irak, der mit Frau und Kindern in die Container-Anlage am Heiligen Berg eingezogen war. Einem anderen, einem jungen Mann aus Afghanistan, habe es zunächst nicht gefallen, „doch jetzt ist er froh, dass er hier ist“, weiß der Helferkreisvorsitzende.

Das liegt vor allem am Engagement der Ehrenamtlichen, die derzeit 75 Asylbewerber, darunter 19 Kinder, aus der Anlage nach Kräften unterstützen. Die Männer und Frauen betreuen die Kinder bei den Hausaufgaben, geben Deutschunterricht, machen Ausflüge mit den Flüchtlingen, helfen beim Ausfüllen von Unterlagen und begleiten die Flüchtlinge auf die Behörden. „Es gibt 20 bis 30 Formulare, jedes hat sechs Seiten“, hieß es dazu aus der Arbeitsgruppe „Behörden“. Die Helfer haben sich auch ans Frühaufstehen gewöhnt. Denn es kommt vor, dass die Flüchtlinge schon für 7 Uhr zum Vorsprechen nach Nürnberg oder Deggendorf eingeladen werden. Entsprechend früh geht es dann in Andechs mit dem Bürgerbus oder dem Privat-Pkw los.

Den Flüchtlingen fehlt es in der Gemeinde an nichts: Es gibt eine Kleiderkammer im Friedinger Feuerwehrhaus, für einen kleinen Obolus können sie Fahrräder kaufen, und auch die Kleinkinder werden betreut, damit ihre Mütter den Deutschunterricht besuchen können. „Wir haben hier ideale Bedingungen, vielen, vielen Dank!“, würdigte auch Schulleiterin Barbara Pfaffinger das große Engagement des Helferkreises. Er hat demnach auch dafür gesorgt, dass die Schultüten der Flüchtlingskinder gefüllt waren, und mittlerweile „klappt es auch mit der Pünktlichkeit“, freut sich die Grundschulrektorin.

Wenn es Probleme gibt, sind die Andechser Neubürger ebenfalls in besten Händen. Ein Jurist und ein Arzt stehen ihnen zur Seite, letzterer versicherte einmal mehr, dass die Containerbewohner keine Krankheiten mitgebracht haben: „Wenn jemand zu Fuß von Afghanistan kommt, ist er gesund.“

Doch auch die wenigen Vorfälle, zu denen es kam, verschwieg der Helferkreis nicht: „Es gab Handgreiflichkeiten, einmal mussten wir die Polizei rufen“, räumte Chef Boll gleich zu Beginn der Infoveranstaltung ein. Auch den Exhibitionisten aus der S-Bahn (wir berichteten) sparte er nicht aus: „Ein Mann, der mit seinem Testosteronspiegel nicht klar kam“, so Boll. Doch der positive Gesamteindruck überwog am Montag ganz klar. Helfer und Flüchtlinge, die auch von ihren ersten Schritten auf dem Arbeitsmarkt berichteten, verließen mit einem guten Gefühl den Klostergasthof. Andechs steht hinter ihnen. Jörg von Rohland

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