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An der Werkbank: Zehn Asylbewerber haben an dem Programm teilgenommen.

Integration

Praktikumsplätze gesucht

Oberpfaffenhofen - Vier Monate lang sind zehn Asylbewerber aus dem Landkreis in der Metallbearbeitung geschult worden. Jetzt suchen sie einen Praktikumsplatz.

Für die zehn Asylsuchenden war das  eine Feuertaufe. Sie haben vier Monate Ausbildung in der Metallverarbeitung hinter sich und mussten bei der Firma AERO-Bildung in Oberpfaffenhofen nun eine Art Bewerbungsrunde vor Unternehmern aus dem Landkreis absolvieren. Für sie geht es um zwei Monate Praktikum und ihre Zukunft – für Dirk Dieber von der Starnberger Agentur für Arbeit und der Firma AERO-Bildung geht es um ihr gemeinsames Pilotprojekt.

Evi und Sohn Fabian Kunte führen in Weßling den Metallbaubetrieb Maier – ein Unternehmen mit 30 Mitarbeitern. „Wir haben bereits einen Auszubildenden aus Spanien“, berichtet Evi Kunte. An diesem Nachmittag bei AERO-Bildung in Oberpfaffenhofen wollen sie sich die möglichen Bewerber für eine Praktikumsstelle anschauen. Auch für Robert Voit, Chef von AERO-Bildung, ist das alles neu. Aber er ist überzeugt: „Integration geht am besten über Arbeit.“

Aus mehr als 40 Bewerbern – von Mitgliedern der Helferkreise vorgeschlagen – wählten die Verantwortlichen zehn aus. Dabei spielten Bleibewahrscheinlichkeit und Sprachvermögen die entscheidende Rolle, erklärt Ausbilder Kai Wüst, der die vergangenen vier Monate mit den jungen Männern verbracht hat. Das Ausbildungsprogramm sieht neben den vier Monaten in der Lehrwerkstatt von AERO auch zwei Monate in einem Betrieb vor. Die ersten vier Monate sind nun um, und die Firma AERO hatte daher Unternehmer der Umgebung eingeladen, um sich mit den Asylsuchenden bekannt zu machen und Praktikantenplätze mit ihnen zu besetzen. Neben der Firma Maier hatten Unternehmer aus Stockdorf, Gilching und Verantwortliche der Ruag an den Tischen Platz genommen. Weniger als geplant. „Wir haben eigentlich mit mehr Zuspruch gerechnet“, bekannte Voit.

Einzeln und sehr nervös traten die Flüchtlinge in den Raum, stellten sich vor, zählten ihre Hobbys auf und mehr – alles auf Deutsch. Sie kommen aus Eritrea und Afghanistan, wohnen in Tutzing, Feldafing und Seefeld. Einige waren in ihrem Heimatland schon als Schlosser beschäftigt, doch unter ihnen befindet sich auch ein studierter Mathematik-Lehrer und ein Bursche, der nur wenige Jahre überhaupt eine Grundschule von innen gesehen hat. Alle machen einen begeisterten Eindruck. „Ich liebe die Arbeit mit Metall“, sagt der Eritreer Ahforum Weldemariam, dabei hat er auch schon als Schreiner und als Friseur gearbeitet. Die Burschen kommen morgens mit Bus und S-Bahn, und sind offensichtlich echte Vorzeigekandidaten. „Meine Erfahrungen aus dieser Zeit sind durchwegs positiv“, sagt Wüst. „Sie sind pünktlich, motiviert und höflich.“ In kurzer Zeit hätten sie großes Geschick entwickelt. Auf einem Tisch liegen perfekt gefertigte Metallbauteile.

Klar ist nach der Bewerbungsrunde auch: Die Sprache ist das entscheidende Kriterium. „Es ist sonst auch für den Ausbilder extrem mühsam“, sagt Evi Kunte. Sie kann sich nach der Runde durchaus vorstellen, einen der Männer als Praktikanten einzustellen. Auch die anderen Unternehmer sind interessiert. Namen fallen nicht. Nach dem Praktikum können die Männer als Hilfsarbeiter eingestellt werden. Dieber warnt vor zu hohen Erwartungen: „Facharbeiter wird ein Asylsuchender so schnell nicht werden.“ Er hofft auf steigende Nachfrage seitens der Unternehmer. „Dann werden wir das Projekt auch fortführen.“ Eine weitere Vorstellunsgrunde ist am 20. Juni, 14 Uhr, geplant. Anmeldungen nimmt Margit Purucker unter der Nummer (08105) 7784912 entgegen.

hvp

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