Mit einem Leierkastenmann fing alles an

Berg Ganz Fußball-Deutschland ist derzeit französisch angehaucht. Musikalisch ist das Getöse oft nicht. Da kann die Akkordeon-Spielerin Marina Prohaska weiterhelfen. Die gebürtige Münchnerin lebt seit 2012 in Berg und hat mit ihrem Akkordeon bereits bei zahlreichen Festen mit ihren Musette-Walzern und Tangos das Publikum verzaubert.

Bei der Französischen Woche in Starnberg spielte sie beispielsweise einige Jahre in Folge mit ihrem „Trio Tamuja“ (TangoMusetteJazz). Prohaska ergänzt: „Jedes Fest hat eine ganz besondere Atmosphäre. Ich spiele auf Schlössern und in romantischen Hinterhöfen, bei Gartenfesten, Firmenfeiern und Hochzeiten.“ Das ist neben ihrem Hauptberuf als Montessori-Pädagogin (seit 2012 in Biberkor) ihre eigentliche Berufung. Begonnen hat alles mit einem Akkordeonspieler, der einmal statt dem gewohnten Leierkastenmann in „ihrem“ Schwabinger Hinterhof gespielt hat. Da war sie sieben Jahre alt. Prohaska erinnert sich: „ Ich habe diese Musik vom Balkon aus gehört und habe meinen Eltern sofort begeistert zugerufen ‚Das will ich lernen!’“ Sie durfte. Erst klassisch im Sinne der Volksmusik, dann kamen Tango und Musette dazu. Und viele, viele Reisen. Ein regelrechtes Zigeunerleben. Prohaska: „Ich bin mit 20 Jahren von München weg und war wie viele junge Menschen damals unterwegs gegen Atomkraft und auf allen möglichen Festivals.“ Ein Abend sollte ihr Leben verändern. Bei einem Platzregen suchte sie unter der Bühne Schutz und lernte einen Mann kennen. Er nahm sie mit bis nach Südfrankreich. Prohaska erinnert sich an eine turbulente und aufregende Zeit. Mit Pantomime verdienten sich die beiden in München das erste Reisegeld. Beinahe hätte sie ihr Akkordeon verkauft, um den Traktor für einen Zirkuswagen zu erstehen: „Den hat uns dann gottlob mein Vater geschenkt. Das war eine tolle Zeit mit vielen wunderbaren musikalischen Sessions unter freiem Sternenhimmel.“ Eine Zigeunerin in Nürnberg schenkte der kunterbunten Truppe mit Marionettenspiel und Zaubershow noch zwei Wagen dazu. Auf der Reise nach Frankreich lebte die erlebnishungrige junge Münchnerin von Straßenmusik und Liebe: „Babs, die Ex-Frau meines Partners, hatte mich dann angeschubst, ich solle doch wieder auf dem Akkordeon Musik machen. Erst war ich zögerlich. Aber dann habe ich mich in der Musik wiedergefunden.“ Die ersten Auftritte hat sie besonders lebhaft in Erinnerung: „Ich kam mir vor wie Sterntaler. Ich stand auf der Straße, und das Geld flog in den Koffer.“ Dann kam ein Dämpfer. Nach einem Motorradunfall mit längerem Krankenhausaufenthalt und einer intensiven malerischen Phase, entschloss sie sich, nicht mit der Truppe weiterzuziehen, sondern im schönen Montpellier in Frankreich zu bleiben – bis sie die Pflicht eines Tages zurück nach München rief. Ab da nahm das bürgerliche Leben immer mehr seinen Lauf: Nach der Geburt ihres Sohnes begann sie eine Ausbildung als Yoga-Lehrerin und als Naturpädagogin, dann mit Mitte 30 das Lehramt-Studium mit der Zusatzausbildung für Montessori-Pädagogik: „Gerade Mathe und die Naturwissenschaften sind für mich ein wichtiger Ausgleich zur Musik.“ Nach 30 Jahren mit Musik in Freiburg und Basel zog sie nach Berg, um ihrer Mutter beizustehen und ihren anderen Traum zu verwirklichen: An einer Montessorischule zu arbeiten. Auch dieser Traum ging in Erfüllung: „Da waren schon viele Zufälle im Spiel, und ich habe immer Glück gehabt mit meinen Berufsentscheidungen.“ In Berg angekommen hat sie durch ihre Wahl in den Vorstand des Kulturvereins Berg wieder eine künstlerische Gemeinschaft gefunden – diesmal dem Alter, sie ist in den Fünfzigern, entsprechend in ruhigeren Bahnen. Marina Prohaska betont, sie sei immer gut gelandet, wenn sie ihrer inneren Stimme gefolgt sei: „Und jetzt lebe ich zwei Traumberufe – das ist wie Himmel und Erde...

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