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Deutsch-Slowakische Familie: die Müllers aus Farchach mit Mama Blazena, Papa Enrico sowie den Zwillingstöchtern Amelie und Magdalena.

EM-Achtelfinale Deutschland gegen Slowakei

Familienduell auf der Autobahn

Farchach - Deutschland gegen die Slowakei – für das Ehepaar Müller, das in Farchach ein Lokal betreibt, ein besonderes Duell, denn: Er ist Deutscher, sie Slowakin.

„Ich glaube zwar nicht, dass wir eine große Chance haben, aber ich tippe trotzdem mal 2:1 für uns“, sagt Blazena Müller vor dem EM-Achtelfinale am Sonntag. Die 33-jährige Slowakin betreibt mit ihrem Mann Enrico (37) das Restaurant Müllers auf der Lüften im Berger Ortsteil Farchach. Meistens sind sich die Eheleute einig. Sie kocht Spezialitäten aus der Heimat wie slawische Suppen oder böhmische Quarkdalken, ihr Gatte kümmert sich um die deutschen Sachen. 

„Das mit dem 2:1 für die Slowakei kann sie sich gleich abschminken. Deutschland gewinnt 2:0, aus“, sagt Enrico Müller mit einem kleinen Seitenhieb auf seine Liebste. Das EM-Duell David gegen Goliath ist durchaus ein Thema bei den Müllers. Es werden schon hin und wieder Nickligkeiten ausgetauscht, zumal die Slowakei in der EM-Vorbereitung ein Spiel gegen Jogis Elf gewonnen hatte. „Da kann ich mich noch sehr genau erinnern“, sagt Blazena Müller mit einem süffisanten Grinsen. „Ach was, das war unsere B-Elf, jetzt bekommen sie es mit unserem A-Team zu tun“, kontert der deutsche Ehemann. 

Aber wo wird das Match überhaupt geschaut? „Das ist ja das Traurige. Wir reisen für ein paar Tage nach Berlin, wenn die Partie läuft.“ Wie bitte? „Wir wollten fahren, wenn es keinen Stau gibt, und zu dieser Zeit dürften die Autobahnen frei sein“, sagt Blazena Müller. Schließlich möchte man den beiden Zwillingstöchtern Magdalena und Amelie (2) keine Ochsentour bei brütender Hitze zumuten. 

Nicht nur bei den Müllers ist das Spiel am Sonntag ein großes Thema. „Wir haben um uns herum einige deutsch-slowakische Paare und slowakische Angestellte, da wird einiges los sein hier“, freut sich Enrico Müller. In seinem Lokal wird es Public Viewing geben – diesmal eben ohne die beiden Hauptpersonen, die auf dem Weg in den wohlverdienten Kurzurlaub sind. Über den Spielstand werden sich die Müllers aus dem Autoradio informieren. Dann wird sich zeigen, ob Papa oder Mama Müller am Ende mehr zu lachen hat. Dem Familienfrieden sollte das Ergebnis nicht schaden, schließlich beginnen danach ein paar Tage Ferien.

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