Aus dem Gerichtssaal

Hamsterkauf in Amsterdam

Kempfenhausen – Ein Schüler investiert den kompletten Verdienst seines Ferienjobs in Marihuana und geht anschließend der Polizei ins Netz.

Die Einkaufstour quer durch Amsterdam verlief durchaus erfolgreich. Im Zuge des Besuchs von rund 30 Amsterdamer Coffee Shops erstand ein Kempfenhausener Schüler im Dezember 2015 satte 157 Gramm Marihuana.

Betrunken und bekifft bestieg der 18-Jährige am selben Abend den Flixbus und machte sich auf den Rückweg nach Hause. Unbemerkt blieb die lukrative Hollandtour nicht sehr lange. Auf der Autobahn bei Echterdingen wurde der Schüler von Beamten aufgegriffen. Die Polizisten stellten sowohl in der Reisetasche als auch am Körper des jungen Mannes mehr als 40 Tütchen voll des berauschenden Mittels sicher.

Abiturient investierte 1200 Euro in Drogen

Immerhin hatte der Abiturient über 1200 Euro in die Drogen investiert. Wegen unerlaubter Einfuhr von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge vor dem Starnberger Jugendschöffengericht angeklagt, stellte der Kempfenhausener klar: „Der Vorrat sollte nur zum Eigenkonsum sein und hätte bis zu drei Jahre gereicht.“

Offenbar hatte der 18-Jährige seine gesamten Ferienjob-Einkünfte in Marihuana investiert. Unmittelbar nachdem er aufgegriffen wurde, machte der Angeklagte Bekanntschaft mit Handschellen, Zelle und Metalltoilette.

Schüler berichtet: "Ich habe da mein Zeitgefühl verloren"

Eine Erfahrung, die der Schüler keinesfalls noch einmal wiederholen möchte: „Ich habe da mein Zeitgefühl verloren. Das wünsche ich keinem.“ Seltsam mutete an, dass der 18-Jährige vor Gericht erklärte, im Tatzeitraum lediglich ein bis zwei Joints im Monat geraucht zu haben. Unmittelbar nach seiner Festnahme, hatte der Abiturient hingegen spontan eingeräumt, einen wesentlich intensiveren Konsum zu pflegen. Für den Angeklagten sprach vor Gericht, dass die Handyauswertung tatsächlich keinen Drogenhandelsverdacht zu Tage förderte.

80 Sozialstunden und Drogenscreenings

Pluspunkte gab es fürs Verpfeifen: Um der gefürchteten Haft zu entgegen, führte der Kempfenhausener das Gericht auf die Spur eines Starnberger Drogendealers. Demütig erklärte der Schüler unmittelbar vor der Urteilsverkündung: „Ich sehe ein, dass es eine sehr dumme Tat war und bitte um eine angemessene Strafe.“ Mit dem Freizeitarrest will Richter Ralf Jehle dem Q12-Schüler in Sachen Abiturvorbereitung keine Knüppel zwischen die Beine werfen.

Zudem muss er 80 Sozialstunden ableisten und für die Dauer eines Jahres seine Marihuana-Abstinenz mit regelmäßigen Drogenscreenings unter Beweis stellen. Seine Naivität wollte das Gericht dem Schüler nicht unbesehen abnehmen. „Ich habe schon gewisse Zweifel, ob sie wirklich so unbedarft sind und werde die Vollstreckungsüberwachung schon im Auge behalten“, drohte Richter Jehle an.

Von Nilda Höhlein

Rubriklistenbild: © Foto: DPA

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