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Freude am Tanzen: Kinder aus der Flüchtlingsunterkunft präsentierten eine Einlage auf der Bühne im Gasthaus Post. 

Asylhelferkreis zieht Bilanz

Impfen, tanzen, Deutsch lernen

Aufkirchen – Im Berger Asylhelferkreis sprudeln die Aktivitäten. Eine Versammlung wurde zu einer eindrucksvollen Präsentation. Weitere Unterstützer werden gesucht.

Zwei Kinderärztinnen haben die Dinge selbst in die Hand genommen. Dr. Nicola Pape-Feußner (43) und Jill Reitberger (44) kümmern sich seit Februar in Berg medizinisch um Flüchtlingskinder. „Sie haben das ganze Jahr geholfen, ohne damit etwas verdient zu haben“, berichtete Helferkreis-Koordinator Iradj Teymurian am Mittwoch bei einer Veranstaltung des Berger Asylhelferkreises.

Als Problem schilderten es die beiden Ärztinnen am Rande, dass es am Ostufer des Starnberger Sees keine Kinderärzte mit Kassenzulassung gebe. Anfang Februar haben sie mit einer Impfaktion begonnen, sie übernehmen Vorsorgeuntersuchungen und halten montags eine Sprechstunde für Flüchtlingskinder ab. Ein Vertrag der Regierung von Oberbayern, um den sie sich seit Februar bemüht haben, sei allerdings erst dieser Tage eingegangen, erzählten sie.

Die Veranstaltung im Aufkirchner Gasthof Post wurde zu einer ebenso eindrucksvollen wie kurzweiligen Präsentation von Aufgaben, die viele Menschen – wie die beiden Medizinerinnen – im Asylhelferkreis übernehmen. Viel Beifall gab es für den beschwingten Auftritt einer von Lisa Marie Lugo geleiteten Tanzgruppe von Flüchtlingskindern, die auf der Bühne ganz in ihrem Element waren.

135 Personen kümmern sich zurzeit um 98 Flüchtlinge, die in Unterberg, Aufkirchen, am Bachfeld und im Containerdorf an der Isartalstraße wohnen. Hilfe gibt es auch von Firmen, so etwa vom Schlosshotel Berg, das Räume ohne Verzehrzwang zur Verfügung stellt. Beifall brandete auf, als Karl Morasch über ansehnliche Erfolge bei der Arbeitsplatz-Beschaffung für Asylbewerber berichtete. Er vermisst jedoch nach wie vor eine „zielgerichtete zweckdienliche Zusammenarbeit“ mit der Ausländerbehörde im Landratsamt.

Zahlreiche Sport- und Freizeitaktivitäten stellte Peter Born vor: Basket- und Volleyball, Taekwondo, Kegeln, Wandern, Schwimmen, Schlitten, Maltage, Töpfern, Stricken, Musik, Fahrradbazar, Gemüsegarten. Bald sollen die Container durch Bepflanzung verschönt werden. Paten zur Finanzierung sind willkommen.

Auf über 400 Stunden Deutschunterricht monatlich verwies Michaela Luyken. „Hausaufgabenbetreuung und Nachhilfe ist das Wichtigste“, sagte Verena Machnik für den Arbeitskreis Kinder und Jugendliche, der enge Kontakte zu Kindergärten und Schulen hat. Nächste Woche beginnt in Berg ein weiterer Integrationskurs der Volkshochschule, den der Helferkreis finanziert.

Bergs Bürgermeister Rupert Monn verfolgte die Ausführungen interessiert. Den Helfern, die an diesem Abend alle von der Gemeinde eingeladen waren, dankte er für die „Unterstützung in schwerer Zeit für die Gemeindeverwaltung und den Bürgermeister“.

Weitere Helfer werden gesucht, besonders als Sprachpaten. Fast gerührt rief Teymurian den Helfern zu: „Ohne euch wäre das alles nicht möglich gewesen.“  nz

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