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Drohnen-Pilot Markus Schuster führte die Technik vor.

Jagdgenossenschaft Bachhausen

Drohne rettet Rehkitzen das Leben

Mörlbach – 17 Rehkitze haben im vorigen Jahr bei Bachhausen ihr Leben bei der Wiesenmahd verloren. Dem will die Jagdgenossenschaft Bachhausen abhelfen: Eine Drohne mit Wärmebildkamera sucht die zu mähenden Flächen nach Jungtieren ab.

Markus Schuster aus Kempfenhausen ist Drohnen-Pilot. Er soll mit seinen Fluggeräten künftig Felder und Grünflächen abfliegen, bevor sie gemäht werden. Ein an der Drohnen befestigte Wärmebildkamera soll im Gras versteckte junge Wildtiere aufspüren, damit sie aus der Gefahrenzone geholt werden können. Gut 50 Landwirte und Jäger folgten am Dienstagabend der Einladung der Jagdgenossenschaft Bachhausen, sich eine Flugvorführung mit der Drohne auf einem Feld bei Mörlbach anzusehen. Junge Rehkitze oder Feldhasen verhalten sich ähnlich, wenn Gefahr droht: Sie ducken sich noch tiefer ins hohe Gras, aber sie laufen nicht weg. 

An der Drohne befestigt: Akkus, Kamera und winziger Computer

„Meist sind die Kitze erst zwei bis drei Wochen alt, bis die Landwirte mähen“, erklärt Hans Huber, Vorstand der Jagdgenossenschaft. Im vorigen Jahr seien die Jäger mit Hunden durch die Felder gestreift, um die Kitze aufzuspüren. Mühsam und wenig erfolgreich sei das gewesen, sagt Huber: „Die Hunde sind bereits nach einem Hektar fix und fertig, das Gras zerschneidet ihnen die Lefzen, und wir zertrampeln dem Landwirt die Wiesen. Ein Rehkitz zu finden, ist beinahe aussichtslos.“ Die Kitze, erläutert der Jäger weiter, hätten in diesem Alter noch keinen Eigengeruch. Dies diene dem Schutz vor natürlichen Feinden wie etwa Füchsen, hätte aber zur Folge, dass auch ein Hund sie nicht wittern könne. 

Die 300 Hektar Wiesen im Gebiet der Jagdgenossenschaft Bachhausen zu durchsuchen, sei ohne Hilfe nicht zu schaffen. Die Landwirte können diese Aufgabe schlecht selbst bewältigen, trotz ihres Interesses daran, im Feld liegende Tiere zu retten. Sie haben meist nur ein knappes Zeitfenster, um ihre Ernte einzufahren. Hans Huber und seine Jagdgenossen haben kürzlich in Drößling den Vortrag von Diplom-Ingenieur Markus Schuster gehört. Der versprach Rettung in der Not. Steht die Erntezeit an, rückt Schuster mit schwerem Gerät an: eine eindrucksvolle Drohne, an der mehrere Akkus, eine Kamera und ein winziger Computer befestigt sind. 

Für zehn Hektar braucht die Drohne zwölf Minuten

In seinem Auto sind zwei Laptops und ein großer Bildschirm untergebracht, um die Bilder der Drohnen-Kamera gleich vor Ort zu analysieren. Bei der Vorführung in Mörlbach hat Schuster zehn Hektar ungemähte Wiese am Waldrand mit seiner Wärmebildkamera zu inspizieren. „Zehn Hektar Feld zu überfliegen, dauert ungefähr 12 Minuten“, sagt Schuster. Auf programmierten Bahnen fliegt das Fluggerät das Feld ab, in 60 Meter Höhe, mit einer Überlappung der Flugbahnen von 20 Prozent. „So übersehen wir sicher nichts“, verspricht Schuster. 

Beim ersten Flug ist kein Kitz im Feld auszumachen. Also muss der große Jagdhund einer der anwesenden Jäger herhalten – als Kitz-Ersatz. „Franz“ wird im Feld abgelegt und die Drohne startet erneut. Die Anwesenden sind begeistert – auf dem Bildschirm ist der Hund als gelber Fleck zu sehen, der Rest des Feldes bleibt dunkel und kitzfrei. Die Jagdgenossen sind überzeugt. Künftig sollten sich Landwirte und Jäger vor der Mahd kurzschließen, um Schusters Dienste zu buchen. „Ab 10 Hektar Feld lohnen sich Anfahrt und Aufbau des Equipments“, erläutert der Pilot. „Die Jagdgenossenschaft Bachhausen trägt die Kosten für die Flüge“, verspricht Vorsitzender Huber, in der Gewissheit, vielen Kitzen das Leben zu retten.

Von Susanne Bayer

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